Athen. - Auf der griechischen Insel Lesbos fürchtet man um seinen Ruf: Ein Inselbewohner will die Bezeichnung “Lesbe” verbieten lassen. Sie “diskriminiere” alle Frauen der Insel, so sein Argument.
von Anke Stefan
Griechenland scheint ein Faible für Namensstreits zu haben. Nicht nur mit dem angrenzenden Mazedonien tobt derzeit ein Streit um den Namen, da Griechenland selbst eine Provinz mit diesem Namen hat, nein, nun will man in Griechenland auch den Lesben ihren Namen streitig machen: Gemeinsam mit zwei weiteren Inselbewohnerinnen hat der Herausgeber eines archäologischen Magazins auf der vor der türkischen Küste liegenden griechischen Insel Lesbos Klage gegen die “Griechische Gemeinschaft Homosexueller und Lesben” eingereicht. Die Verwendung der Bezeichnung “Lesbe” im Vereinsnamen diskriminiere alle Frauen der Insel, so die Begründung.
Fall fürs Gericht
Das Wort Lesbe als Synonym für eine homosexuelle Frau geht auf die antike Dichterin Sappho zurück. Die von der gleichnamigen Insel stammende Sappho lebte Ende des siebten bis Anfang des sechsten Jahrhunderts vor Christus und zählt zu den bedeutendsten Lyrikern des klassischen Altertums. Zahlreiche ihrer Lieder besingen die Liebe zwischen Frauen.
Der Streit um den Namen der Griechischen Gemeinschaft Homosexueller und Lesben wird am 10. Juni vor einem griechischen Gericht ausgetragen werden. Wann man dagegen auf diplomatischer Ebene im Streit um die Bezeichnung Mazedonien eine Lösung finden wird, wissen nur die Götter.
