istanbul. - nach dem mord an der transsexuellen-aktivistin Ebru Soykan wächst die kritik an der menschenrechtslage in der türkei. Soykan war am Dienstag in istanbul von einem Mann erstochen worden. Sie hatte sich für die Rechte von Transsexuellen eingesetzt.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte laut “dpa” einen besseren Schutz von Homosexuellen in der Türkei. Es gebe ein Klima der Gewalt. Solange es kein Antidiskriminierungsgesetz zum Schutz von Homosexuellen gebe und die Polizei ihre Pflichten nicht ernst nehme, werde es weitere Morde geben, erklärte Human Rights Watch.
Ebru Soykan war Mitglied der homosexuellen- und transsexuellenorganisation Lambda Istanbul, deren Verbot erst Ende 2008 vom Obersten Gerichtshof in Ankara aufgehoben wurde. Erst im Juli 2008 war in Istanbul der Student Ahmet Yildiz erschossen worden. Auch er hatte sich bei Lambda Istanbul engagiert. Die türkischen Behörden hätten sich in beiden Mordfällen trotz wiederholter Morddrohungen nicht ausreichend um den Schutz von Ahmet Yildiz und Ebru Soykan gekümmert, kritisieren menschenrechtsgruppen.
brief an den botschafter
Lambda Istanbul ist eine Partnerorganisation der kölner Hirschfeld-Eddy-Stiftung, die sich für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender einsetzt. die stiftung hat sich am freitag an den Botschafter der Türkei gewandt. “Wir fordern eine Intensivierung der Aufklärungsbemühungen in beiden Mordfällen. Hassverbrechen an Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LSBT) muss entschieden entgegengetreten werden”, so die stiftung in einer aussendung. Der Botschafter wird in dem Brief aufgefordert, sich bei der Regierung dafür einzusetzen, dass türkische Behörden die Sicherheit von LSBT-Menschenrechtsverteidigern garantieren.
Organisationen wie Lambda Istanbul, die sich um den Abbau von Vorurteilen und Hass bemühen, müssten Unterstützung bekommen. Deshalb ruft die Hirschfeld-Eddy-Stiftung auch weiterhin zu Spenden für Lambda Istanbul auf. Erst kürzlich erhielt die Kölner organisation Spenden in Höhe von rund 700 Euro, die im Verlauf von sechs Monaten zusammen gekommen waren, die sie “einszueins” an Lambda Istanbul weitergegeben hatte. Das Geld wurde wegen der Kosten im Verbotsverfahren dringend benötigt.
unter dem Stichwort “Istanbul online” kann hier gespendet werden. (wfr)

Am 18. Februar 2010 um 14:58 Uhr
[...] zu morden an transsexuellen in istanbul: tuckenalarm indymediabeitrag von 2008 mit einer darstellung vorhergegangener [...]