Schwedisches Möbelhaus: Kuschen vor Putin.

Schwedisches Möbelhaus: Kuschen vor Putin.

Moskau. – Das schwedische Möbelhaus IKEA kuscht vor dem Kreml. Wegen der homophoben russischen Gesetzgebung, die jegliche wohlwollende Berichterstattung über Homosexuelle verbietet, streicht der Milliardenkonzern nach einem Bericht der Zeitung „Aftonbladet“ in vorauseilendem Gehorsam eine Lesben-Homestory aus seinem Kundenmagazin. In allen anderen 25 Ländern der IKEA-Welt dürfen Clare und Kirsty erzählen, wie toll es sich mit IKEA-Möbeln lebt.

Nur in Russland nicht. Als Grund gibt IKEA das kürzlich verabschiedete und international scharf kritisierte „Gesetz gegen Homosexuelle Propaganda“ an.

Schwule und Lesben klagen an

Homosexuellenverbände in Schweden sprechen von Feigheit. Der Milliardenkonzern IKEA hätte es auch darauf ankommen lassen können und das Gesetz austesten könne, argumentieren sie. IKEA verspricht sich nach eigenen Angaben unterdessen Wachstum in Russland.

"Wir sind offen für alle Familien": IKEA-Werbung in Italien.

„Wir sind offen für alle Familien“: IKEA-Werbung in Italien.

Homofreundlich, so lange es passt

IKEA hatte in der Vergangenheit zwar auch vereinzelt schon mit schwul-lesbischen Kampagnen auf sich aufmerksam gemacht, unter anderem in Italien (siehe Bild). Allerdings hatte der Konzern auch schon Frauen in der saudi-arabischen Ausgabe seines Katalogs wegretuschiert und auf der russischen Webseite ein Bild von jungen Leuten im Stil von Pussy Riot gelöscht.

„Respekt“ für Putin

Zum aktuellen Fall heißt es von IKEA offiziell: Zum einen soll es lediglich „um Inneneinrichtung“ gehen, „zum anderen respektieren wir die jeweilige Gesetzgebung.“ Im Fall von Russland ein Gesetz, das international als homophob geächtet und kritisiert wird. Es droht Medien, die wohlwollend über Homosexualität berichten, mit Geldstrafe von mehreren Tausend Euro. (wfr)

[Bild: Montage tuckenalarm.com, IKEA]


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22.11.2013, 00:34 uhr / 1 Kommentar / diskutiere darüber im forum

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Ein kommentar zu “Ikea: Lebst du noch oder kuschst Du schon?”


  1. Künzel Albrecht

    Ich werde ab jetzt meine Käufe bei IKEA vorerst einstellen, obwohl ich nicht in Russland wohne.


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