Rom. - die katholische kirche prüft erneut ihre abgründe. papst benedikt xvi rückt die glaubensgemeinschaft weiter nach rechts. der holocaust-leugner Bischof Richard williamson, dessen exkommunikation papst benedikt xvi pünklich zum holocaust-gedenktag gerade aufgehoben hatte und gegen den in Deutschland wegen Holocaust-Leugnung ermittelt wird, hat den Papst nun zwar um Entschuldigung gebeten - allerdings ohne inhaltlich von seinen Aussagen abzurücken, die weltweit Empörung hervorgerufen hatten. In einem am Freitag veröffentlichten Schreiben unterstrich der Brite, er bedauere zutiefst “das Leid”, das er mit seiner “unnötigen” Äußerung dem Heiligen Vater verursacht habe.
“Angesichts des schrecklichen Sturms, der durch meine unvorsichtigen Kommentare im schwedischen Fernsehen heraufbeschworen wurde, bitte ich Sie mit allem Respekt, den Ausdruck meines tief empfundenen Schmerzes wegen der von mir ausgelösten unnötigen Verunsicherungen und Probleme zu akzeptieren”, so ein Schreiben, das an den kolumbianischen Kurienkardinal Dario Castrillon Hoyos gerichtet ist und vom argentinischen Internetportal “Panorama Católico Internacional” verbreitet wird.
Der Kardinal ist im Vatikan für die Kontakte zu den Traditionalisten der Priesterbruderschaft St. Pius X. des verstorbenen Erzbischofs Marcel Lefebvre zuständig. Das Schreiben endet mit einem Bibelzitat aus dem Alten Testament: “Jonas sagte: ‘Werft mich ins Meer, dann wird es sich beruhigen. Ich weiß, dass dieser Sturm nur meinetwegen über euch gekommen ist.’”
“kein normaler bischof”
wie der österreichische “standard” berichtet, wollte Vatikansprecher Federico Lombardi das Schreiben nicht kommentieren. Er sagte lediglich, der Vatikan habe von Williamson nichts “gefordert”. Dieser sei kein “normaler” Bischof, die Aufhebung der Exkommunikation sei erfolgt, um ein Hindernis bei den Gesprächen mit der Pius-Bruderschaft zu beseitigen.
Der Papst hatte am vergangenen Samstag die Aufhebung der Exkommunikation der vier traditionalistischen Bischöfe - Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galaretta - verfügt, die 1988 unerlaubt von dem 1991 verstorbenen Konzilsgegner und Gründer der Pius-Bruderschaft, Erzbischof Lefebvre, geweiht worden waren.
Williamson hatte während eines Deutschland-Aufenthalts in einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen geäußert: “Ich denke, dass 200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben sind, aber nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern” (siehe video oben).
verfahren wegen volksverhetzung
Da Holocaust-Leugnung in Deutschland ein Offizialdelikt ist, hat die Staatsanwaltschaft Regensburg am Freitag voriger Woche ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Vatikansprecher Lombardi erklärte am Freitag, wer den Holocaust leugne, “der leugnet den christlichen Glauben selbst”. “Und das ist umso schwerwiegender, wenn es aus dem Mund eines Priesters oder eines Bischofs kommt.”
Der israelische Minister für Religionsangelegenheiten, Jizchak Cohen, droht mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und dem Vatikan. Gegenüber dem “SPIEGEL” erklärte Cohen, er empfehle, “die Verbindungen mit einer Körperschaft, in der Holocaust-Leugner und Antisemiten Mitglied sind, vollständig abzubrechen”. Der populäre Theologe Hans Küng sprach sich für eine Ablösung des Papstes aus.
papst ernennt erzkonservativen bischof in linz
Unterdessen sorgte Benedikt mit einer weiteren Entscheidung für Unmut. Er ernannte in Österreich einen Geistlichen zum Weihbischof, der den Hurrikan “Katrina” als göttliche Strafe für eine unmoralische Stadt bewertet hatte und vor Satanismus in “Harry Potter”-Büchern warnt. (wfr)
der wiener blogger oliver ritter kommentierte auf seiner seite “a:bout queer life green politic:s”: Damit setzt er (benedikt, anm.) seine Politik der Bankrotterklärung der katholischen Kirche fort. Anstatt für eine Erneuerung einzutreten, bewegt sich der Vatikan schrittweise noch weiter in die Vergangenheit zurück. Wagner gilt als Erzkonservativer Pfarrer, der Harry Potter kritisierte und den Hurrikan Katrina als Folge der ‘geistigen Umweltverschmutzung’ sah.
