Bloss kein Adoptionsrecht: Bischof Huonder.

Bloss kein Adoptionsrecht: Bischof Huonder.

Chur. – Der Churer Bischof Vitus Huonder wettert ausgerechnet in einem Hirtenbrief zum „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben. In dem von mehreren Sonntagszeitungen vorab veröffentlichten Papier geisselt der Bischof das „vermeintliche Recht gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten und Kinder zu adoptieren“ als Irrweg und „Angriff auf Ehe und Familie“.

Kinder, die in homosexuellen Partnerschaften aufwüchsen, so der Bischof, würden „der Grundlage einer gesunden psychischen Entwicklung beraubt“.

Aufruf zum Widerstand gegen Gleichstellung

Der grassierende „Genderismus“, der die Gleichwertigkeit der Geschlechter, der sexuellen Identität und der Beziehungen postuliere, so der Bischof in seinem Hirtenwort, leugne „die Schöpfungsordnung“, sei „wissenschaftlich unhaltbar“ und habe bereits „totalitäre Züge“ angenommen. Huonder ruft die Gläubigen auf, diesem „Genderismus“ in Politik und Gesellschaft entgegenzutreten.

„Tiefes Stammtisch-Niveau“

In der Schweiz schlägt Huonder nach den Zeitungsberichten allerdings vor allem Empörung entgegen. Rolf Trechsel, Vorstandsmitglied der Schwulenorganisation „Pink Cross“, sprach in der „NZZ am Sonntag“ von teils „tiefem Stammtisch-Niveau“. Es schade nicht zuletzt dem Ansehen der Kirche, „wenn solch billiger Populismus“ von den Kanzeln verkündet werde.

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„Schlag ins Gesicht“

Amnesty International sprach gegenüber dem „Sonntagsblick“ von einem „Schlag ins Gesicht von Tausenden Menschen, die weltweit aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt, gefoltert oder ermordet werden“. Die CVP-Nationalrätin Kathy Riklin sagte der Zeitung, sie sei „enttäuscht“. Huonders Äusserungen seien ein regelrechter „Kreuzzug“ gegen die Rechte auf Gleichbehandlung“.

Nicht die erste Provokation

Huonder provoziert nicht zum ersten Mal. Erst im vergangenen Jahr hatte er innerhalb des Bistums für eine Kontroverse gesorgt, als er in seinem Hirtenbrief klargestellt hatte, dass es für Geschiedene und Wiederverheiratete kein Sakrament geben dürfe. Mehrere Priester, so die „Sonntagszeitung“ hätten sich geweigert, das Papier in der Kirche vorzutragen. (wfr)

[Montage: tuckenalarm.com]

 


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08.12.2013, 14:17 uhr / 0 Kommentare / diskutiere darüber im forum

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