Zürich. – die schweizer armee will keine hiv-positiven in ihren reihen. Das neue reglement des vbs erklärt menschen mit einer hiv-infektion automatisch für dienstuntauglich. Eine individuellen untersuchung ist nicht vorgesehen. Allein der hiv-status reicht aus. Die Aids-Hilfe reagiert empört.
Laut einem bericht der “Sonntagszeitung” begründet das Eidgenössische Departement für Verteidigung (VBS) seine neue Praxis damit, dass der Aufwand für eine “Sonderbehandlung” zu gross wäre. Für die Aids-Hilfe Schweiz ist das nicht nachvollziehbar. “Dank den modernen Therapien ist HIV zu einer meist behandelbaren chronischen Erkrankung geworden”, erklärte die organisation. “trotzdem behandelt das VBS HIV-Positive immer noch wie Aussätzige.
Im neuen Reglement des VBS heisst es nach angaben der aids-hilfe wörtlich: “Stellungspflichtige und Rekruten mit positiver HIV-Serologie unter Therapie sind grundsätzlich dienstuntauglich. Bei Angehörigen der Armee mit abgeschlossener Grundbildung muss die Situation etwas differenzierter beurteilt werden. Die Beurteilung hängt vom medizinischen Verlauf, von der Therapie, der militärischen Funktion und der Einstellung des Angehörigen der Armee ab.”
Feststellung des hiv-status unklar
Wie der HIV-Status von Rekruten und soldaten festgestellt wird, hält das Reglement nicht fest. Die Aids-Hilfe erinnerte daran, dass es keine Tests ohne Einwilligung der Betroffenen geben darf und dass es zudem keine Informationspflicht über HIV gibt. Ausser, wenn die Arbeits- respektive die Dienstfähigkeit eingeschränkt wäre.
HIV-positive Menschen in Therapie seien in vielen Fällen genauso leistungs- und dienstfähig wie nicht infizierte Menschen, hält die aids-hilfe in einem communiqué fest. Die Haltung des VBS sei “diskriminierend” und trage weiter zur “Stigmatisierung der von HIV betroffenen Menschen in der Schweiz bei”. Die Aids-Hilfe forderte das VBS auf, sein Reglement nochmals zu überdenken und individuelle Lösungen anzustreben. (wf)
