Zürich. – Die Schweizer AIDS-Hilfe 2010 wird ein Vierteljahrhundert alt. Kein Grund nachzulassen: HIV, Aids und die betroffenen Menschen dürfen nicht in Vergessenheit geraten, mahnt die Aids-Hilfe. Das “Drama der Betroffenen” finde heute nur zu oft “im Versteckten” statt.
Die Aids-Hilfe Schweiz wurde vor 25 Jahren, am 2. Juni 1985, unter dramatischen Umständen und begleitet von grosser medialer Aufmerksamkeit gegründet. Aids war ein Schreckgespenst. Junge Menschen starben. Bilder von Aidskranken im Endstadium schockierten die Bevölkerung. Man wusste noch sehr wenig über Ansteckungswege und den Krankheitsverlauf. Die Sexualität erlebte einen massiven Einschnitt. „Sex ohne Gummi“ wurde plötzlich zu einer Art russisches Roulette. Damals fiel der Startschuss für die Gründung der Aids-Hilfe Schweiz (AHS).
AHS-Gründung mit Paukenschlag
„Ich bin 50, homosexuell. Und ich habe Aids“. Mit diesem Paukenschlag eröffnete der bekannte Medienmann André Ratti und frisch gewählte Präsident der Aids-Hilfe Schweiz vor 25 Jahren die Pressekonferenz. Die Situation in den 80er Jahren war dramatisch, die Angst und Verunsicherung gross. Es herrschte ein grosser Informationsbedarf: Ist Küssen ansteckend? Kann ich einem HIV-positiven Menschen die Hand geben? Die Aids-Hilfe Schweiz klärte die Bevölkerung über Ansteckungswege auf, zeigte, wie man sich vor HIV schützen kann und rief zur Solidarität mit den Betroffenen auf.
Dramen im Versteckten
Doch wie ist die Situation 2010? HIV gerät heute leicht in Vergessenheit. Das darf nicht sein, sagt die AHS: Denn weder eine Impfung noch eine Heilung von HIV sind in Sicht. Und jede neue junge Generation muss über HIV/Aids und weitere sexuell übertragbare Krankheiten Bescheid wissen.
Aktuell leben rund 25000 Menschen mit HIV in der Schweiz. Täglich werden zwei neue Infektionen festgestellt. HIV-positiv zu sein heisst, mit einer chronischen Krankheit zu leben und lebenslang Medikamente einzunehmen. Mit unbekannten Spätfolgen.
Diskriminierung gehört dazu
Hatten HIV-positive Menschen vor 25 Jahren den Tod vor Augen, können sie heute mit dem Virus leben. Viele HIV-positive Menschen sind gut integriert und die meisten gehen einer Erwerbsarbeit nach. Das bringt neue Probleme mit sich, denn Betroffene werden in fast allen Lebensbereichen diskriminiert. So können HIV-positive Menschen beispielsweise keine Lebensversicherung abschliessen und damit keinen Kredit aufnehmen. Das eigene Haus oder die berufliche Selbstständigkeit bleiben für viele ein Traum.
Die Aids-Hilfe Schweiz bietet dabei Unterstützung an, berät in Rechtsfragen und tritt auf allen Ebenen für die Interessen der betroffenen Menschen ein.
Ein buntes Jubiläums-Programm
Die Aids-Hilfe Schweiz blickt in ihrem Jubiläumsjahr zurück auf ihre bewegte Geschichte. Sie zieht Bilanz und erinnert an die Menschen in unserem Land, die mit dem Virus leben müssen. Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist der Solidaritäts-Aidswalk am Welt-Aids-Tag (1. Dez.) 2010. Umrahmt wird der Event von Konzertauftritten mit Schweizer Künstlerinnen und Künstlern und einem bunten Festprogramm.
Informationen zur Aids-Hilfe Schweiz, den Jubiläumsaktivitäten und einen Rückblick auf 25 Jahre Aids-Arbeit findest du auf www.aids.ch. Dort gibts auch Videos auf 25 Jahren ahs. (pd)
