Zürich. – Bei der Schweizer AIDS-Hilfe wird das Geld immer knapper. Die Organisation selbst spricht von einer “prekären” Situation. 2010 schrieb die AIDS-Hilfe erstmal einen Verlust von gut 300.000 Franken. Seither ist fast ein Drittel des Personals abgebaut worden. Und das Sparen geht weiter – auf Kosten der Arbeit für die wachsende Zahl von AIDS-Kranken und HIV-Positiven – und der Prävention.
Seit Jahren schon schrumpfen die Einnahmen der AIDS-Hilfe. 2011 schaffte die Organisation mit Mühe eine “schwarze Null” in der Bilanz. Der grösste Geldgeber, das Bundesamt für Gesundheit zahlte zuletzt 750.000 Franken weniger, die Spenden gingen um 150.000 Franken zurück. Damit gingen die Einnahmen 2011 unterm Strich um knapp eine Million Franken zurück. 2012 wird der Bund voraussichtlich nochmals 100.000 Franken weniger geben. Eine Folge der nachlassenden medialen und gesellschaftlichen Aufmerksamkeit, mutmasst die AIDS-Hilfe. Der neu gewählte Vorstand unter dem Vorsitz der Zürcher FDP-Nationalrätin Doris Fiala will jetzt Gegensteuer geben.
“Soweit wie vor zehn Jahren”
Fiala weist in einer Aussendung darauf hin, dass die Zahl der jährlichen Neuansteckungen zwischen 1992 und 2000 zwar bis auf rund 600 pro Jahr gefallen ist, seither sei sie aber wieder gestiegen, um ein Drittel auf rund 800 pro Jahr. Darunter vor allem Schwule und Afrikaner. “Erst ab 2009 sank die Zahl der jährlichen Neuansteckungen wieder auf circa 600 pro Jahr”, erklärt die AIDS-Hilfe und resümiert: “Das heisst, trotz zahlreicher Präventionsbemühungen stehen wir heute erst dort, wo wir vor zehn Jahren standen.”
Teure Therapien
Dank der neuen Medikamente sterben zwar weniger Menschen, dafür leben aufgrund der jährlichen Neuansteckungen immer mehr HIV-positive Menschen in der Schweiz, zurzeit geschätzt 25.000 – und das mit steigender Tendenz. Das kostet: Die sogenannten Lebenszeitkosten der HIV-Therapie werden auf eine Million Franken geschätzt. Bei heute 8‘000 therapierten Menschen belaufen sich die jährlichen Kosten auf 200 Millionen Franken.
“Bewusstsein schärfen”
“Die Bedeutung rund um die Herausforderungen im Zusammenhang mit HIV und Aids müssen im Bewusstsein der Bevölkerung wieder geschärft werden”, sagt Doris Fiala. “Dafür werde ich mich mit ganzer Kraft einsetzen.“ Dazu will die AIDS-Hilfe künftig unter anderem mehr Firmen um Spenden bitten und als Partner für Projekte gewinnen. Zudem sollen neue Spendenkampagnen aufgelegt werden. (pd/wfr)
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