weltaidstag: respekt für hiv-positive


aufruf zum respekt: aids-hilfe schweiz.

aufruf zum respekt: aids-hilfe schweiz.

Zürich. – Die Schweizer Aids-Hilfe ruft zum Weltaidstag am 1. Dezember zu Solidarität mit HIV-positiven Menschen auf.  praktisch täglich erleben diese nach wie vor Ablehnung, Ausgrenzung, Stigmatisierung und Diskriminierung.

Negative Reaktionen, so die Aids-Hilfe, kommen nicht nur von anonymen, unbekannten Personen, sondern  auch von Arbeitgebern, Arbeitskollegen, Freunden und selbst aus dem engsten Familienkreis. Viele Gründe führen zur Ausgrenzung: Unwissen über HIV, bewusste oder unbewusste Angst vor einer Ansteckung, Vorurteile gegenüber sogenannten Randgruppen wie etwa Schwulen, Schuldzuweisungen an die HIV-Positiven, Egoismus oder mangelnde Solidarität mit den Schwächeren in der Gesellschaft.  Egal was dahinter stecken, eines ist für die Aids-Hilfe sicher: Die Gesellschaft muss sich im Kampf gegen die Diskriminierung von HIV-positiven Menschen engagieren.

Vom Kindergarten bis zum Altersheim

Die Ausgrenzung kennt keine Altersgrenze. Schon die Kleinsten sind betroffen. Und zwar nicht nur, wenn sie selbst HIV-positiv sind und der Status bekannt wird. Es reicht schon, wenn bekannt wird, dass Vater oder Mutter der Kinder mit dem Virus leben. Werden diese Jugendlichen später in einem Sportklub aktiv, verschweigen sie aus Furcht vor einer Rückweisung oder gar dem Ausschluss aus einem aktiven Team, häufig ihre Infektion. HIV im Sport ist ein absolutes Tabuthema. Sei es im Training, im Wettkampf oder in der “dritten Halbzeit“.

Menschen mit HIV oder Aids werden im Arbeitsalltag nach über 20 Jahren HIV/Aids immer noch mit Problemen konfrontiert: So sind zum Beispiel Diskriminierungen, Datenschutzverletzungen und Mobbing an der Tagesordnung. In der Regel können HIV-Positive auch keine Lebensversicherungen abschliessen, obwohl viele von ihnen unter Therapie eine normale Lebenserwartung haben. Ausgeschlossen ist auch der Abschluss einer Zusatz-Krankenversicherung. Und Probleme mit der betrieblichen Taggeldversicherung kommen häufig vor

Die Lebenserwartung von HIV-positiven Menschen nimmt laufend zu. Somit werden die Betroffenen auch immer älter. Aber können sie den dritten Lebensabschnitt geniessen? Wenn sie ihren HIV-Status offen legen, ist dies oft nicht der Fall. Und Altersheime sehen sich mit der Frage konfrontiert, wie sie mit HIV-positiven Pensionärinnen und Pensionären umgehen. In der Pflege, aber auch im Heimalltag.

HIV nicht mit dem Strafrecht bekämpfen

HIV kann aus sicht der aids-hilfe nicht mit dem Strafrecht bekämpft werden, sondern nur mit einer Prävention, die an die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen appelliert, egal ob die Person HIV-positiv oder – negativ ist. Jeder trägt Verantwortung, sich und den anderen vor HIV zu schützen. Und doch spielt die Schweiz eine führende Rolle in der Bestrafung von HIV-positiven Menschen, und neuerdings sogar von Menschen, die noch nicht einmal von ihrer Infektion wussten. Dies nimmt die Aids-Hilfe Schweiz mit tiefer Besorgnis zur Kenntnis.

Zurzeit leben nach angaben der Aids-hilfe rund 25’000 Menschen mit HIV und Aids in der schweiz. Dank den modernen Therapien sind sie nicht mehr unmittelbar mit dem Sterben konfrontiert. Ihr Immunsystem erholt sich und viele haben eine normale Lebenserwartung. Trotz dieses medizinischen Fortschritts sterben aber auch heute noch sechs Menschen pro Monat an Aids. Und jeden Tag kommen zwei Personen mit der Diagnose HIV positiv neu dazu.

Eine Entwarnung ist fehl am Platz, eine Normalisierung noch in weiter Ferne. Das Virus kann jeden treffen: Frauen und Männer, Heterosexuelle und Schwule, Schweizer und Ausländer, Junge und Alte.

Aktionen und Anlässe in der ganzen Schweiz
Mit verschiedenen Aktionen in vielen Kantonen wird ab der letzten Novemberwoche der Welt-Aids-Tag vom 1. Dezember begangen. Viele Veranstaltungen der regionalen Aids-Hilfen thematisieren die Problematik von HIV/Aids in der Öffentlichkeit und stellen nationale und regionale Angebote vor. Eine Übersicht findest du hier.



ein beitrag vom 28.11.2008 / diskutiere darüber im forum /





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