St. Gallen. - “Prepare for the LONG run”: Unter diesem Motto steht der erste Deutsch-Österreichisch-Schweizerische Aids-Kongress (SÖDAK 2009), der am mittwoch in den Olma-Kongresshallen in St. Gallen eröffnet wurde. Der Leitsatz des Kongresses soll deutlich machen: Die Aids-Epidemie ist noch lange nicht besiegt, auch in Europa nicht.
“Es braucht in der komplexen Behandlung von HIV/Aids und auch in der Prävention einen langen Atem und zeitgemässe Konzepte”, sagte Kongresspräsident Professor Pietro Vernazza. Dies erfordere eine breite gesellschaftliche Akzeptanz der Menschen mit HIV/Aids, die durch ihre Infektion weder diskriminiert noch stigmatisiert werden dürfen, unterstrich vernazza.
Drei Kongresstage mit aktuellen Themen
Die 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des SÖDAK 2009 widmen sich in drei Tagen einer breiten Palette von Themen: Neben den klassischen medizinischen, wie “HIV-Therapie in der Zukunft”, “HIV unter Kontrolle?” oder “die Problematik der Ko-Infektionen”, finden sich auch Referate und Workshops zur Diagnostik, zur Gender-Problematik (HIV und Frauen), zur aktuellen Frage des “Disease Management” und ganz speziell zu gegenwärtigen und zukünftigen Formen der HIV-Prävention.
Besondere Aufmerksamkeit wird sicher das Abschlusssymposium zum Thema “Antiretrovirale Therapie & Übertragungsrisiken, Gesundheitspolitik, Ethik und Risikokommunikation” finden, das am Samstag, 27. Juni, stattfinden wird. Dieses brennende Thema wurde erstmals von der Eidgenössischen Kommission für Aids-Fragen (EKAF) Ende Januar 2008 aufgebracht und führte seither immer wieder zu internationalen Diskussionen unter Fachleuten und Betroffenen sowie in der Öffentlichkeit. Das Detailprogramm ist unter www.soedak2009.com zu finden.
Medienpreis vergeben
An der Eröffnungsfeier, die der Schwule Männerchor Zürich SCHMAZ musikalisch umrahmte, wurde auch der mit 15.000 Euro dotierte Medienpreis der Deutschen Aids-Stiftung verliehen. die Stiftung gratulierte Peter-Philipp Schmitt, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zu seiner sachkundigen und kontinuierlichen Berichterstattung über HIV und AIDS. Die Münchner Filmemacherin Christa Graf und Kameramann Roland Wagner zeichnete die Stiftung für ihren Film “Memory Books – damit du mich nie vergisst (Arte, 1.12.2008) aus.
Als Initiator und Redakteur des Internetauftrittes “Positiv schwul – Ondamaris” (www.ondamaris.de) erhielt Ulrich Würdemann den Medienpreis. Er teilt sich das Preisgeld mit Gesa Dankwerth und Antía Martinez-Amor, Autorinnen des Beitrags “AIDS – Wenn die Körperpolizei nicht mehr helfen kann” aus der Sendereihe “neuneinhalb – Nachrichten für Kinder” (ARD, 1.12.2007).
Seit 1987 verleiht die Deutsche AIDS-Stiftung ihren Medienpreis für herausragende Beiträge zum Thema HIV/AIDS. Bisher hat sie 67 Medienschaffende ausgezeichnet. (pd/wfr)
