wien. - der vorliegende entwurf zu einem partnerschaftsgesetz entzweit österreichs schwulen- und lesbenszene. während die grünen andersrum und 89 weitere Organisationen für freitag zu einer demonstration aufrufen, versteht die homosexuelleninitiative wien (hosi) die ganze aufregung nicht.
“Was auf den ersten Blick wie ein Fortschritt klingen mag, ist bei genauerer Betrachtung ein Festhalten an Diskriminierungen, in machen Bereichen sogar ein erheblicher Rückschritt sowie eine Ausweitung diskriminierender Bestimmungen”, schimpft marco schreuder von den grünen andersrum und spricht von “diskriminierungen in serie”.
schwule und lesben “verhöhnt”
Die lesbisch-schwule Community werde “verhöhnt”. teils verschlechtere sich die situation gar, so schröder. zu den streitpunkten zählen unter anderem der ort der besiegelung der partnerschaft, für den die bezirkshauptmannschaften im gespräch sind, die nicht vorgesehene stiefkindadoption und ein fehlendes Diskriminierungsverbot.
die Grünen andersrum rufen für Freitag, 13. november, zu einer demonstration in der wiener innenstadt auf, motto: “Erstklassige Rechte statt letztklassigem Gesetz - für gleiche Rechte jetzt!”
hosi “verwundert”
“Es ist für uns nicht wirklich nachvollziehbar, warum man ausgerechnet jetzt, da ein umfassendes Projekt verwirklicht wird, das noch nie da gewesene und auch international herzeigbare Gleichstellung bringen wird, auf die Straße gehen will, um dieses Vorhaben zu verhindern”, erklärte dagegen heute die hosi wien nach eigenen angaben “verwundert”.
Wie die ausländischen Beispiele zeigten, sei nirgends die völlige Gleichstellung bereits im ersten Schritt erreicht worden, so die wiener organisation. “Was sich nunmehr als Lösung abzeichnet, ist realistischerweise das derzeit durchsetzbare Maximum.” (wfr)
