wahlschlappe für schwule landtagskandidaten


schwule kandidaten bleiben aussen vor: liechtenstein hat gewählt.

schwule kandidaten bleiben aussen vor: liechtenstein hat gewählt.

vaduz. - bei der landtagswahl im fürstentum liechtenstein haben die beiden offen schwulen kandidaten am sonntag den einzug ins parlament verpasst.

daniel f. seger, der im wahlkreis oberland für die “fortschritliche bürgerpartei” (fbp) kandidierte, erhielt 3514 stimmen. damit fehlten seger, der auch präsident der schwulen- und lesbenintiative “flay” ist und sich für die einführung einer eingetragenen partnerschaft in liechtenstein stark macht, gut 300 stimmen zum einzug in den landtag.

sein vorgänger als “flay”-präsident, patrick risch, der im wahlkreis unterland für die “freie liste” (fl)  kandidierte, kam auf 433 stimmen. ihm fehlten damit rund 700 stimmen zu einem sitz im neuen landtag.

erdrutschsieg der “vaterländischen union”
die “vaterländische union” (vu) überraschte am sonntag mit einem erdrutschsieg. sie gewann 9,4 prozent der stimmen dazu, errang mit ihrem spitzenkandidaten klaus tschütscher 47,6 prozent der stimmen und 13 sitze im landtag. damit erreichte die vu knapp die absolute mehrheit der 25 landtagssitze. der bisherige regierungschef otmar hasler (fbp), der bislang eine koalitionsregierung mit der vu anführte, kündigte noch am sonntag seinen rücktritt an.

die fbp verlor 5,2 prozentpunkte und kam auf 43,5 prozent der stimmen und elf sitze. die freie liste büsste 4,1 prozentpunkte ein und verlor zwei ihrer bisland drei sitze.

schicksal des projekts partschaftsgesetz offen
vu-spitzenkandidat tschütscher kündigte am montag an, rasch koalitionsverhandlungen mit der fbp aufzunehmen. inwieweit dabei das dossier eingetragene partnerschaft eine rolle spielt, ist offen. das land kämpft derzeit mit einer durch die steueraffäre ausgelösten veritablen finanzplatzkrise und einer durch die weltweite wirtschaftkrise verursachten rezession in der stark exportorientierten industrie.

im wahlprogramm des gewinners vu heisst es zum thema:  “Handlungsfelder sind nach wie vor die Gleichstellung von Mann und Frau sowie die Nichtdiskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexueller Orientierung. Ein solches Prinzip der Gleichbehandlung aller Menschen und der Respektierung der Menschenrechte gehört zu den Grundwerten einer offenen und toleranten Gesellschaft.” (wfr)



ein beitrag vom 09.02.2009 / diskutiere darüber im forum /





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