Vaduz. - Die liechtensteinische schwul-lesbische Initiative “Flay” ist am Donnerstagabend in Vaduz mit dem Preis für Zivilcourage Demograzia ausgezeichnet worden. Der schwul-lesbische Verein hatte zuletzt mit homophoben Schmierereien auf Plakaten einer Kampagne der Landesregierung und schwulen- und lesbenfeindlichen Leserbriefen in den beiden Landeszeitungen zu kämpfen.
“Liechtenstein braucht mutige Menschen”, heisst es in der Ausschreibung des Preises, der alle drei Jahre vergeben wird. “Persönlichkeiten mit Zivilcourage, die unerschrocken für eine Idee kämpfen - zugunsten eines offenen, solidarischen und demokratischen Liechtensteins. Es gibt diese Menschen.”
Tabu gebrochen
Als ehemaliger Präsident und jetziger Vizepräsident habe vor allem Patrick Risch enorm viel Zivilcourage gezeigt, hiess es bei der Preisverleihung an der Hochschule Liechtenstein. Offen schwul oder lesbisch zu leben sei in Liechtenstein oft nicht einfach. FLay habe in Liechtenstein ein Tabu gebrochen und damit grossen Mut bewiesen.
Der Preis soll allen Schwulen und Lesben des Landes zeigen, “dass es Wert ist zu sich zu stehen und auch gemeinsam an etwas zu arbeiten”, erklärte Flay bei der Presiverleihung. “Der Preis hält das Feuer am Leben, aufrecht durchs Leben zu gehen.”
DemoGrazia geht auf eine Idee anlässlich des 20jährigen Bestehens des Frauenstimmrechts im Jahr 2004 zurück. Der Preis wurde 2006 erstmals vom Frauennetz verliehen.
10.000 Franken Preisgeld
“FLay” teilt sich den mit 10.000 Franken dotierten ersten Preis mit Ruhiye Eris vom türkischen Frauenverein, der sich für die Integration türkischer Frauen in Liechtenstein einsetzt.
Der Publikumspreis ging an Sr. Rebecca Frick, Ordensschwester der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz. Sr. Rebecca ist seit 1992 in Peru sozial tätig. (wfr)
[aktualisiert am 21. november 2009]
mehr zur Geschichte von FLAY findest du hier: FLAY - Schwule und Lesben Liechtenstein und Rheintal
