vaduz. – in liechtenstein mehren sich die homophoben ausfälle: kürzlich wurden schwule in einem leserbrief in einer landeszeitung auf eine stufe mit pädophilen gestellt, nun werden plakate, die für respekt gegenüber schwuler und lesbischer liebe werben, mit homophoben parolen übermalt. anlass ist eine kampagne der bei der regierung angesiedelten stabsstelle für chancengleichheit.
der widerstand liess nicht lange auf sich warten. kaum lief die kampgagne mit dem slogan “liebe ist immer zu respektieren” vor zehn tagen an, regte sich die homophobie im land. “eine Schande für unser Land” und eine “entgleiste Staatsverantwortung” sei das plakat, hiess es bereits wenige tage nach dem start der aktion in einem leserbrief. man müsse sich fragen, “ob die Stabsstelle womöglich eine staatliche Förderung von homosexuellen Lehrer-Schüler-Paaren oder gar von pädophilen Paaren beantragen” werde.
“ein gräuel”
“gelebte Homosexualität war, ist und bleibt ein Gräuel!”, schreibt ein anderer liechtensteiner wenige tage darauf ebenfalls in einem leserbrief. Es sei “beschämend, wenn auf mit liechtensteinischem Staatswappen versehenen Plakaten in unserem Land Werbung für Schwule und Lesben gemacht” werde. und weiter: “Wegen einer kleinen, zwar bemitleidenswerten Minderheit darf trotzdem nicht in unserem Land die Unmoral zur Moral erhoben werden. Wehret den Anfängen!”
zwischenzeitliche repliken verteidigten die kampagne ebenfalls in leserbriefen und wandten sich gegen die homophoben anwürfe.
diskussion über eingetragene partnerschaft
unterdessen wurden im land die plakate der kampagne der stabsstelle mit homophoben parolen besprüht, wie die schwulen- und lesben initiative “flay” heute mitteilte. auf eines wurde “fuck off”, auf ein anderes “pervers” und “abnormal” gesprüht. flay-präsident daniel f. seger rief dazu auf, die kampagne auf der webseite für die eingetragene partnerschaft mit entsprechenden statements zu unterstützen.
die jugendorganisation der im land mitregierenden fortschrittlichen bürgerpartei (fpb) lädt für den 25. november zudem zu einer diskussion zum thema ins b’eat in schaan ein. (wfr)
[bilder: flay]
