Potsdam. - Regenbogenflagge, nein Danke: Zum Christopher Street Day und aus anlass der Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie auf dem Campus wollte die LesBiSchwule Hochschulgruppe “QueerUP” die regenbogenflagge auf dem universitätsgelände hissen. Das Präsidium der Universität Potsdam lehnte ab: “die Außenwahrnehmung der Hochschule”, so das argument, sollte “in ihrer Gesamtheit vornehmlich auf hochschulpolitische Themen beschränkt sein”.
Für die Landeshauptstadt Potsdam ist das aufziehen der Regenbogenflagge dagegen seit Längerem eine Selbstverständlichkeit. Dies impliziere, dass Themen wie Homo-, Bi- oder Transsexualität an der Universität keine Rolle spielten, moniert “QueerUP”. Mit der Ablehnung spreche das Präsidium der Gruppe die Hochschulrelevanz ab, sagte Martin Neumann, Mitglied der Gruppe. Lebens-, Arbeits- und Studienbedingungen würden auch sonst als Bestandteil der Hochschulpolitik verhandelt und öffentlich gemacht.
“Kein Mensch kann ein Studium erfolgreich absolvieren, wenn vor Kommilitonen und Kommilitonninen zentrale Aspekte des persönlichen Lebens wie die Sexualität verheimlicht werden müssen”, ergänzte Dorit Horn, Referentin für Geschlechterpolitik im AStA der Universität Potsdam.
Auch die Gleichstellungsbeauftragte der Universität, Barbara Schrul, reagierte überrascht auf die Nachricht. “In meinem Verständnis für die Ausübung meines Amtes sehe ich mich in der Verantwortung, durch gelebte Toleranz die Interessen der Studierenden, die sich in den verschiedenen hochschulpolitisch aktiven Gruppierungen engagieren, so auch von QueerUP, zu vertreten und ihre Initiativen anlässlich der Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie zu unterstützen.”, stellt Barbara Schrul fest.
In Zusammenarbeit mit dem AStA und lokalen queeren Initiativen wird “QueerUP” dennoch die Regenbogenflagge hissen. An einem eigenen Fahnenmast wird damit am Dienstag, 22. April, um 10.45 Uhr auf dem Campus am Neuen Palais vor dem Haus 11, zum ersten Mal in der Geschichte der Potsdamer Universität das farbenfrohe Wahrzeichen der Homo-Bewegung zu sehen sein. (wf)
