Köln. – Der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hat Karl Kardinal Lehmann aufgefordert, zur Diskriminierung Schwuler und lesben in der katholischen Kirche Stellung zu nehmen.
Lehman spricht am 23. April bei einem Kongress der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) zum Thema: “Wertegesellschaft als ökonomischer Faktor” den einleitenden Vortrag. LSVD-Sprecher Manfred Bruns sagte, als ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz verantworte Lehmann die Erklärung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz, dass die Eingetragene Lebenspartnerschaft mit den Loyalitätsobliegenheiten der Beschäftigten in Einrichtungen der Katholischen Kirche unvereinbar sei. In der Erklärung ist festgelegt, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen sind, wenn sie eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, und zwar auch dann, wenn sie der Katholischen Kirche nicht angehören.
“Die Katholische Kirche verbietet damit lesbischen und schwulen Beschäftigten, ein demokratisch legitimiertes Rechtsinstitut zu nutzen”, sagte Bruns. Diese Regelung sei “moralisch verwerflich und zutiefst unsozial”. Es gebe keine Rechtfertigung dafür, einem schwulen Hausmeister oder einer lesbischen Krankenschwester Berufsverbote zu erteilen.
Die Katholische Kirche ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands. Ihre sozialen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindergärten und Kindertagesstätten werden weitgehend über Steuergelder und die Entgelte der Benutzerinnen und Benutzer finanziert. Trotzdem verfolge die Katholische Kirche Lesben und Schwule unbarmherzig, sagte Bruns: “Das muss ein Ende haben!”
Wenn Lehmann auf dem kongress über Antidiskriminierung spreche, müsse er sich auch zu der diskriminierenden Praxis seiner Kirche äußeren, verlangte Bruns. Alles andere wäre “heuchlerisch”. (wf)
