Rundumschlag in eigener Sache: Thilo Sarrazin.

Rundumschlag in eigener Sache: Thilo Sarrazin.

Berlin. – Nach „Deutschland schafft sich ab“ und „Europa braucht den Euro nicht“ widmet sich Thilo Sarrazin in seinem neuen Buch dem „Neuen Tugend-Terror“. Darin wettert er gegen einen medial-politischen Mainstream, der (nicht zuletzt ihm selbst) berechtigte Kritik unmöglich mache. Zum Beispiel die an der Gleichstellung Homosexueller.

Ein Kassenschlager dürfte Sarrazins  neuer Erguss allerdings kaum werden. Selbst die konservative Presse verreißt das Werk. „Die Welt“ etwa bringt es so auf den Punkt: „Der Pedant Thilo Sarrazin schafft sich selbst ab.“

„Bild“ gewährt „großes Interview“

Immerhin die „Bild am Sonntag“ hat Sarrazin eigens ein Interview zum neuen Buch gewährt. Titel: „Neues Buch, neue Thesen: Thilo Sarrazin wettert gegen die Homo-Ehe“. Und, ja, in der Unterzeile heißt es dann auch noch: „Im großen Interview geht der Umstrittene Autor auch auf SPD-Chef Gabriel los.“ Ein tatsächlich „großer“ Rundumschlag also.

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Ehe ist, wo Kinder „entspringen“

Zurück zur Homosexuellenfrage. Da gibt sich Sarrazin ebenso selbstsicher wie in Sachen Euro. Er diktiert den „Bild“-Redakteuren in den Block: „Der Begriff Homo-Ehe ist eine Verfälschung. Die Ehe ist der formale Bund für die sexuelle Lebensgemeinschaft von Mann und Frau. Nur aus dieser können Kinder entspringen.“

Ehe ist, wo Kinder "entspringen": Sarrazin-Buch.

Ehe ist, wo Kinder „entspringen“: Sarrazin-Buch.

Eine „überhöhte“ Lebensform
Insbesondere, sagt Sarrazin im Interview weiter, bestehe mit Blick auf Homosexuelle „kein Anlass, diese Lebensform gesellschaftlich zu überhöhen und zu fördern.“

Das „Gedeihen“ der Kinder

Zudem sei auch die Forderung nach einem Adoptionsrecht für Homosexuelle abzulehnen, befindet er: „Die empirischen Erkenntnisse“ gingen jedenfalls dahin, „dass es für das Gedeihen von Kindern am besten ist, wenn sie in einer stabilen Beziehung ihrer leiblichen Eltern aufwachsen.“

Männer, Frauen und die „Gleichschaltung“

Wer anders argumentiert, ist für den Mann ein „Gleichheitsapostel“, ein Protagonist der „Gleichschaltung“ der Medien und der Mainstream-Politik. Schließlich seien auch Männer und Frauen nicht „gleich“. Es gebe nämlich „mehr Männer als Frauen mit sehr hoher Intelligenz“, befindet Sarrazin. Gleichzeitig gelte allerdings auch: „Auch bei den weniger Intelligenten, also denen mit einem IQ unter 70, gibt es mehr Männer.“

„Konfusionen“ und „Unsinn“

Die „F.A.Z.“ kommt in ihrem Feuilleton zu dem Schluss: „Konfusionen, wohin man schaut.“ Die Online-Ausgabe des „Spiegel“ fasst Sarrazins Buch so zusammen: „Das alles ist vollkommener Unsinn, den niemand verbreiten würde – außer Sarrazin.“ (wfr)

[Bilder: Screenshots N24]


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25.02.2014, 19:50 uhr / 0 Kommentare / diskutiere darüber im forum

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