zusatzkonzert: hass-sänger sizzla.

zusatzkonzert: hass-sänger sizzla.

Köln/Wuppertal. – Der durch seine Aufrufe zur Gewalt gegen Schwule bekannte Sänger Sizzla hat so viele Fans in Deutschland, dass er für seine bevorstehende Tournee ein Extra-Konzert geben will. Unterdessen forderte am Montag nach dem offen schwul lebenden Grünen-Politiker Volker Beck auch der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) eine Absage der Auftritte und ein Einreiseverbot für den jamaikanischen Hasssänger.

Der Wuppertaler „U-Club“, hat für Mittwoch, 28. November ein Zusatzkonzert von Sizzla angekündigt. Das für Samstag, 28. November, geplante Konzert des Sängers sei ausverkauft, heisst es auf der webseite des Clubs.

Der LSVD verurteilte die geplanten Auftritte: „Hierzulande darf kein Interpret auftreten und auch noch Geld verdienen, der zu Mordtaten an Schwulen und Lesben aufruft und für Morde an Schwulen auf Jamaika womöglich mitverantwortlich ist“, sagte der LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. „Interpreten, die menschenverachtendes Gedankengut im Repertoire führen, darf keine Bühne geboten werden.“

Apell an die Veranstalter
Der Verband appellierte an die verantwortlichen Konzertmanager, die für diese Woche in Berlin, München, Stuttgart und Wuppertal geplanten Konzerte abzusagen.

„Wir haben bereits im September die Polizeibehörden der vier Städte, das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium auf die geplanten Auftritte von Sizzla hingewiesen und daran erinnert, dass ‚das Bundesministerium des Innern und das Auswärtige Amt im vergangenen Jahr gemeinsam die ausländerrechtlichen Maßnahmen zur Verhinderung einer Einreise in den Schengenraum getroffen‘ haben“, erklärte der Verband.

Auf Bundesländer verwiesen
In seiner Antwort vom 16. Oktober hat das Bundesinnenministerium auf „die Zuständigkeit der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen für präventive und repressive Maßnahmen im Zusammenhang mit den vorgesehenen Auftritten“ verwiesen, so der LSVD. Man habe gegenbüber den zuständigen Landesbehörden angeregt, den „Auftritt aufmerksam (zu) beobachten und gegebenenfalls in eigener Verantwortung geeignete Maßnahmen der Gefahrenabwehr bzw. der Strafverfolgung zu ergreifen, um den Vortrag strafbewehrten Liedgutes zu verhindern“.

Am Samstag hatte bereits der Grünen-Politiker Beck Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) aufgefordert, die Einreise des jamaikanischen Hasssängers nach Deutschland zu verhindern.

„Menschenverachtendes Verhalten“
Nach einem Bericht des schwul-lesbischen Online-magazins „queer.de“ hat unterdessen auch die Bundeskonferenz der schwul-lesbischen Unireferate und Hochschulgruppen die Geschäftsleitungen des „Kesselhauses“ der Kulturbrauerei in Berlin, des „Backstage“ in München, des „U-Club“ in Wuppertal und des „Zapata“ in Stuttgart aufgefordert, die Konzerte abzusagen. Sizzla habe gezeigt, dass er trotz gegenteiliger Verpflichtung weiterhin homophobe Lieder vortrage. „Seine Auftritte in Deutschland symbolisieren in unseren Augen eine Tolerierung solch menschenverachtenden Verhaltens durch die Veranstalter“, zitiert „queer.de“ aus einem Statement der Studenten. „Musik, in der zu Gewalt aufgerufen wird, darf keine Bühne geboten werden!“ (wfr)

[bild screenshot www.u-club.de]


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23.11.2009, 23:35 uhr / 1 Kommentar / diskutiere darüber im forum

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Ein kommentar zu “Protest gegen und Extra-Konzert für Hass-Sänger Sizzla”


  1. Pressespiegel zum Sizzla-Konzert « Hassmusik bei Media Markt – Kein Geld mit Sexismus, Homophobie, Nationalismus und Menschenverachtung!

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