umstrittener deutschlandbesuch: papst benedikt xiv.

umstrittener deutschlandbesuch: papst benedikt xiv.

Berlin. – Zur Halbzeit des Besuchs von Papst Benedikt XVI. zieht die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. eine positive Bilanz ihrer Aktivitäten. “Wir haben uns gegen die Sexualmoral des Papstes ausgesprochen und den ernsthaften Dialog in der katholischen Kirche gefordert, und genau darin fühlen wir uns bestätigt”, sagt Markus Gutfleisch von der HuK. Kritik übt die HUK am Schweigen des Papstes zu wichtigen Fragen.

Wenn sich das katholische Kirchenoberhaupt zu den Grund- und Menschenrechten bekenne, müsse es diese auch innerhalb der Kirche achten. Zwar sei es utopisch, zu erwarten, dass der papst bei seinem Deutschlandbesuch eine Veränderung in Sachen Ökumene, Zölibat, Gleichberechtigung von Frauen, Wiederverheirateten oder Schwulen und Lesben bekanntgebe. Sein Schweigen sei allerdings unerfreulich: “Dieser Theologe, der viel Sinn für Symbole hat, schafft es eben nur, einen kleinen Teil der Katholiken anzusprechen”, sagt Gutfleisch.

“Fenster aufreißen”
“Wenn der Papst, wie in seiner Bundestagsrede angesagt, die Fenster aufreißen und die Weite der Welt sehen will, kann er heute schon damit anfangen”, so Gutfleisch weiter. “Und wenn er von guten und schlechten Fischen in der Kirche redet, warum spricht er das Schlechte nicht an, warum bekennt er sich nicht zu Fehlern der Kirche?”

Leider sei sowohl auf konservativ-katholischer Seite wie auch bei einigen Kirchenkritikern eine völlig undifferenzierte Haltung festzustellen. Mit Sorge beobachtet die Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche das Fehlen einer
inhaltlichen Auseinandersetzung auf beiden Seiten. Papst Benedikt sei wohl der Auffassung, man müsse die Kirche nur genügend lieben, dann werde sich schon alles richten. Manche Kirchenkritiker wollten die Kirche in eine
gesellschaftliche Nische stellen. Beides sei “nicht hilfreich”, kritisiert die HUK.

Zum Auftakt des Papst-Besuchs in Deutschland haben gestern in Berlin rund 9000 Menschen gegen das Oberhaupt der katholischen Kirche und dessen Haltung gegenüber Schwulen und Lesben protestiert. (pd/wfr)

[foto: Agência Brasil]

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23.09.2011, 21:10 uhr / 1 Kommentar / diskutiere darüber im forum
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Ein kommentar zu “Papst-Besuch sorgt für Ernüchterung”


  1. Susi

    Respekt, da war der Papst in Deutschland und sagte: “Eine vom Weltlichen entlastete Kirche vermag gerade auch im sozial karitativen Bereich den Menschen, den Leidenden wie ihren Helfern, die besondere Lebenskraft des christlichen Glaubens vermitteln.” Wie recht er hat. Staat und Kirche gehören generell getrennt.


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