berlin. - “Liebe verdient Respekt”, heisst eine neue kampagne, die unter jugendlichen für mehr respekt gegenüber schwulen und lesben werben will. gerade in berlin liegt dieser beziehung einiges im argen. die plakataktion des landesverbandes berlin-brandenburg des lesben- und schwulenverbands deutschland (lsvd) wird am Dienstag, dem 17. März, von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit offiziell vorgestellt.
Auf drei verschiedenen Plakaten sind küssende Paare zu sehen - ein schwules, ein lesbisches und ein heterosexuelles Paar. Darunter steht der Claim “Liebe verdient Respekt”. zudem wird die Internetseite http://www.zeig-respekt.de/ beworben, auf der weitergehende Informationen zum Thema Homosexualität zu finden sind.
Hintergrund der Kampagne ist laut lsvd die besonders unter Jugendlichen weit verbreitete Homophobie. In jüngster Zeit häuften sich Übergriffe auf Schwule und Lesben. Auch auf das “Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen” in berlin wurden seit seiner Einweihung im Mai 2008 zwei Anschläge verübt.
“ein kuss ist kein grund für gewalt”
Klaus Wowereit erklärte dazu in der Zeitschrift “Berliner Stimme”: “Dass ein Kuss zwischen zwei Menschen Hass und Gewalt hervorruft, ist traurig und nicht zu verstehen. Leider ereigneten sich in den vergangenen Monaten zahlreiche homophobe Hassverbrechen. Offenheit und Toleranz in der Gesellschaft müssen mit allen rechtstaatlichen Mitteln verteidigt werden.”
Ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Frauen- und Migrantenorganisationen, verschiedenen Institutionen sowie schwul-lesbischen Vereinen unterstützt die Kampagne. Gestartet wird mit 160 Grossflächen, bis Ende 2009 werden über 250 weitere Flächen plakatiert. Darüber hinaus wurden an alle 464 weiterführen Schulen in Berlin Plakate im Format A2 verteilt. Auch in Jugendzentren und Behörden werden die insgesamt 21.000 Plakate aufgehängt. Schwerpunkt der Kampagne sind Gebiete mit Quartiersmanagementverfahren, also benachteiligte Gebiete Berlins wie etwa in Nord-Neukölln und Moabit-West.
teil eines gesamtkonzepts
eingebettet ist die Kampagne in ein Gesamtkonzept von Präventionsmassnahmen, hierzu zählt u.a. Aufklärungsarbeit in Schulen und Jugendzentren. Zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Hedwig-Dohm-Oberschule, die kürzlich erfolgreich an einen Projekttag zum Thema “Homosexualität und gesellschaftliche Vielfalt” teilgenommen haben, wird der Regierende Bürgermeister die Plakate der Presse und Öffentlichkeit vorstellen.
Finanziert wird die Kampagne durch das Programm “Soziale Stadt” der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die Koschwitz Plakat GmbH hat einen Großteil der Werbeflächen gesponsert.
Die A2-Plakate kann man sich übrigens wochentags von 10.00-18.00 Uhr in der Geschäftsstelle des BLSB e.V. abholen (Kleiststraße 35, 10787 Berlin). Gegen Zahlung einer Versandkostenpauschale können die Plakate auch versand werden. näheres unter sylvia.hinz@lsvd.de
(pd)
