Journalistenpreis für “das grosse tabu” schwule und fussball


Aljoscha Pause

preis für tabubruch: Aljoscha Pause

köln. - der journalist Aljoscha Pause hat sich mit seinem fernsehbeitrag “Das große Tabu - Homosexualität und Fußball” an ein heikles thema gewagt. für sein am 28. Mai 2008 im deutschen sportfernsehen (dsf) gesendetes stück, das bundesweit für aufsehen gesorgt hatte, hat ihm der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (blsj) am wochenende den Felix-Rexhausen-Preis 2008 verliehen.

Pauses Reportage sei das herausragende journalistische Werk zu lesbischen und schwulen Themen der zurückliegenden zwölf Monate gewesen, erklärte das Jury-Mitglied Arnd Riekmann. Besonders das verquere Statement von Köln-Trainer Christoph Daum hatte dem Film bundesweite Aufmerksamkeit
beschert. Daum war darin mit den Worten zitiert worden, dass “wir aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die gleichgeschlechtlich ausgeprägt sind, vorzugehen”.

“Eine frage der zeit”
“Die ebenso informative wie unaufgeregt gehaltene Reportage deckt auf subtile Weise auf, wie weit Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit im Fußball tatsächlich verbreitet ist - und zwar auf allen Ebenen”, heisst es in der Begründung der Jury. “Wobei ebenfalls gezeigt wird, dass sich mit Theo Zwanziger an der DFB-Spitze daran langsam etwas ändert. Auch in Aljoscha Pauses Film wagt kein Fußballprofi sein Coming-out. Doch das ist hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit.”

Aljoscha Pause verband seinen Dank für den Preis mit einem Dank an das Deutsche Sportfernsehen. “Es ist nicht selbstverständlich, für eine solche Recherche ein halbes Jahr Zeit eingeräumt zu bekommen. Das Ergebnis und dieser Preis zeigen, dass es das wert war.”

Erinnerung an schwulen Journalisten
Der Felix-Rexhausen-Preis ist mit 500 Euro dotiert und wurde am Abend des 25. Oktober 2008 anlässlich der Bundesversammlung des BLSJ in Frankfurt überreicht. Der BLSJ vergibt den Preis seit 1998 jährlich und würdigt damit ein besonderes publizistisches Engagement bei der Berichterstattung über Lesben und Schwule.

Felix Rexhausen (1932-1992), der Namenspatron des Preises, war gemeinsam mit Gerd Ruge und Carola Stern Mitbegründer der deutschen Sektion von Amnesty International und arbeitete für den Rundfunk sowie für Zeitungen und Zeitschriften. Rexhausen war noch zu Zeiten des alten Paragrafen 175 ein selbstbewusster Journalist, der die Lebensumstände schwuler Männer eindringlich thematisierte. (pd)

foto: axel bach



ein beitrag vom 27.10.2008 / diskutiere darüber im forum /





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