berlin. – nach dem blutigen mordanschlag auf einen schwullesbischen treffpunkt in tel aviv rufen schwullesbische Organisationen für das kommende wochenende zu protestkundgebungen in mehreren ländern auf.
„Wir sind erschüttert. Wir zeigen europaweite Solidarität. Darum organisieren wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen in Frankreich, Polen und Spanien zeitgleich Mahnwachen“, sagte Bastian Finke, Projektleiter des Schwulen Überfalltelefons MANEO in berlin.
mahnwache am nollendorfplatz
in Berlin ist am samtag, 8. august, ab 19.30 uhr eine Mahnwache am Nollendorfplatz vor dem Mann-O-Meter geplant. Der gemeinsamen Initiative wollen sich laut finke weitere Organisationen und Gruppen in Irland, der Schweiz und Ungarn anschließen. „Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gilt den Betroffenen, Angehörigen und Freunden, sowie den lesbisch-schwulen Szenen in Israel, die sich derzeit in Angst und Verunsicherung befinden. Wir werden Kerzen anzünden und schweigend der Opfer dieses schrecklichen Überfalls gedenken“, so Finke.
Am Samstag, 8. August, um 20.30 Uhr Ortszeit ist eine Demonstration in Tel Aviv geplant. Adir Steiner, der Koordinator für LGBT-Events beim Bürgermeister von Tel Aviv sagte: „Unsere Demonstration wird unter der Überschrift stehen: ’Continuing with Pride – für Toleranz, für Unterstützung der lesbisch-schwulen Community und in Gedenken an die Opfer’.”
hassverbrechen vermutet
Wie berichtet hatte eine vermummte Person am Samstag Abend die Kellerräume der „Gay and Lesbian Association” (AGUDA) betreten und mit einem Sturmgewehr auf die dort sich aufhaltenden Menschen geschossen. Ein 16-jähriges Mädchen und ein 26-jähriger Gruppenleiter waren sofort tot, mindestens 15 weitere Menschen wurden verletzt, teilweise lebensgefährlich.
Auch wenn die Tat noch nicht aufgeklärt ist und der Täter bislang nicht ermittelt werden konnte, gehen Szeneaktivisten weiterhin davon aus, dass es sich bei dem Anschlag um ein Hassverbrechen gegen die schwullesbische Szene gehandelt hat. (pd/wfr)
