BODENMAIS. – das ist schon eine raketenhafte karriere, die michael adam im tiefsten konservativen oberbayern hinlegt. es ist noch gar nicht so lange her, da setzte er sich als chef der “schwusos niederbayern”, der schwulen gruppe der spd, gegen homophobe angriffe der rechtskonservativen npd zur wehr. dann wurde adam mit 23 jahren zum jüngsten bürgermeister der republik.
inzwischen ist er, wie die “deutsche presseagentur” (dpa) es formuliert, Für die schwächelnde bayerische SPD “schnell zum Hoffnungsträger” geworden: im Januar wurde der heute 24-Jährige zum stellvertretenden SPD-Bezirksvorsitzenden in Niederbayern gekürt, zuvor schon wurde er als Direktkandidat für die Bundestagswahl im Herbst nominiert.
Allerdings, so meldet die agentur, rechne adam selbst nicht damit, bereits bei der wahl im hernst in den bundestag gewählt zu werden. «Ein Direktmandat zu holen, ist ein Ding der Unmöglichkeit», sagte Adam der agentur. Er hoffe, dass er bei einer der nächsten Wahlen in acht Jahren auf der SPD-Liste weiter nach vorne rücke und dann mit einem sicheren Listenplatz den Chefsessel im Rathaus gegen einen Platz im Bundestagsplenum eintauschen kann. «Ich kann ja nicht Bürgermeister bleiben, bis ich in Rente gehe», sagte Adam. für die anstehende bundestagswahl muss er sich mit einem der letzten, aussichtslosen Plätze auf der SPD-Liste zufriedengeben.
immerhin, an schlagfertigkeit fehlt es michael adam nicht: als er im März 2008 überraschend die Bürgermeister-Stichwahl in dem 3400 Seelen großen Urlaubsort im Landkreis Regen gewann, verkündete er tags darauf: «Ich bin alles, was man in Bodenmais nicht sein darf – jung, evangelisch und offen schwul.» für das konservative bayern ein novum. (wfr)
dazu im tuckenalarm-archiv:
“schwulenhass von rechts: das antidiskriminierungsgesetz ist keine wunderwaffe“
