Konstanz. - Homosexuelle seien “krank”, “pervers” und trügen zum Schwund der Bevölkerung bei. Nachdem der “Südkurier” über diese Äusserungen des CDU-Mitglieds Werner Leicht aus Stetten am Bodensee berichtet hatte, brach überregional Empörung aus. Nun hat der Mann die CDU verlassen, wie die Konstanzer Zeitung berichtet.
Leicht hatte sich laut “Südkurier” Ende November am Rande der Jahreshauptversammlung des CDU-Ortsverbands Meersburg entsprechend geäussert. Der Ortsverband habe sich inzwischen von den Äusserungen Leichts distanziert. Auf der Versammlung ging es dem Bericht zufolge darum, dass die CDU sich dem Ansinnen des Koalitionspartners entgegenstellen sollte, die gleichgeschlechtliche Partnerschaft der Ehe rechtlich völlig gleichzustellen.
Schüler widersprach als einziger
Seine Überzeugungen entfuhren Leicht laut “Südkurier” dann unverhüllt, als ihm der 19 Jahre alte Adrian Künstler als Einziger auf der Parteiversammlung vehement widersprach. Der Schüler prangerte die Intoleranz innerhalb der CDU an und entgegnete, Homosexualität sei “keinesfalls gesellschaftsvernichtend.”
Laut “Südkurier” ist Leichts Ausfall nicht der erste. Leicht sei vor sieben Jahren aus dem Männergesangverein Meersburg ausgetreten, weil dessen Dachorganisation, der Badische Sängerbund, auch Schwulen- und Lesbenchöre aufnimmt.
Wie die Zeitung schreibt, wollte in der CDU am Freitag niemand offen zu Leichts Parteiaustritt Stellung beziehen. (wfr)
