das wurde auch zeit: grosse gay-party in liechtenstein.

das wurde auch zeit: grosse gay-party in liechtenstein.

Vaduz. – In Liechtenstein steigt am 11. Oktober die bislang grösste Gay-Party im Fürstentum. Zur „Coming-Out-Party“ in der Schaaner Diskothek „b’eat“ werden rund 300 Schwule, Lesben und Freunde erwartet. Für die Musik sorgen zwei Djs des Zürcher Gay-Clubs Labyrinth. Der Event hat auch ein politisches Anliegen: Er soll Akzeptanz schaffen und das Liechtensteiner Partnerschaftsgesetz voranbringen.

„In Liechtenstein ist längst noch nicht alles so, wie es sein sollte“, sagt der Liechtensteiner Daniel F. Seger. Nach wie vor fühlten sich Schwule und Lesben im Fürstentum nicht unbedingt wohl. Akzeptanzprobleme habe auch eine 2007 von der Liechtensteiner Stabsstelle für Chancengleichheit initiierte studie zu Tage gefördert. „Wenig Akzeptanz für Homosexuelle“ titelte die Tageszeitung „Vaterland“ (Artikel lesen) dazu im Dezember.

Angst und Tabus
„Die Angst vor dem Outing ist bei vielen gross“, sagt Seger (foto). Ihm selbst, der in Triesen lebt und seit rund zehn Jahren keinen Hehl aus seinem Schwulsein macht, habe sich deswegen allerdings „noch niemand in den Weg gestellt“. Akzeptanz und Respekt seien im Fürstentum bei vielen durchaus vorhanden, dennoch gebe es nach wie vor viele Tabus.

Gesetz auf dem Weg
Eindeutige Unterstützung für ein Liechtensteinisches Partnerschaftsgesetz kommt bisher lediglich von der politisch eher unbedeutenden liberalen Freie Liste. Sie brachte im vergangenen Jahr eine Motion für ein Partnerschaftsgesetz im landtag ein, wie die Zeitung „Volksblatt“ mit der Schlagzeile „Die Zeit ist reif“ berichtete (zum artikel). Die Parlamentarierer der beiden grösseren und konservativeren Regierungsparteien halten sich mit öffentlichen Äusserungen zum Thema eher bedeckt, traten 2007 aber im Landtag dennoch mehrheitlich auf die Motion der Freien Liste ein, mit der die Regierung aufgefordert wurde, einen Gesetzesentwurf auszuarbeiten. Eine Gleichstellung mit der Ehe lehnen bislang zwar alle Parteien ab, „Handlungsbedarf“ erkennen sie jedoch sämtlich an, wie die Zeitung „Volksblatt“ im Dezember unter dem Titel „Einen Schritt weiter“ vermerkte (zum artikel).

"Die Angst vor dem Outing ist bei vielen gross":

"Die Angst vor dem Outing ist bei vielen gross": daniel f. seger

Flagge zeigen
Die laufenden Beratungen zum Thema Partnerschaft sind für Seger der richtige Zeitpunkt, zusammen mit der Liechtensteiner Gay-Organisation „Flay“ (zur Webseite) auch mit einem Event öffentlich Flagge zu zeigen. Und „zusammen“ heisst für ihn: „Es sind alle willkommen, Schwule, Lesben und alle ihre Freunde, die kommen möchten. Die gehören schliesslich dazu.“

Support aus Zürich
Für die Party im „b’eat“ hat Seger die Organisatoren des Zürcher Schwulenclubs Labyrinth gewinnen können. Die beiden djs Michael k & Jesse Jay werden in Schaan entsprechend für Laby-Stimmung sorgen, auch die Deko kommt aus Zürich. Auf die Plattenteller kommen progressive techno-house-beats. Los geht’s am Samstag, 11. Oktober um 22 Uhr. Der Club (zur Webseite) ist im Schaaner Industriegebiet, in der Strasse Im alten Riet 22 hinter der Dentaltechnikfirma Ivoclar zu finden (zum Anfahrtsplan). Gefeiert wird von 22 bis 3 Uhr. Der Eintritt kostet 20 Franken, Willkommensgetränk inklusive. Zehn Prozent des erzielten Gewinns der Veranstaltung gehen an die Flay-kampagne zur Unterstützung des Partnerschaftsgesetzes (zur Webseite).


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25.09.2008, 22:09 uhr / 0 Kommentare / diskutiere darüber im forum

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