linz. - die homosexuelle initiative linz (hosi linz) hat entsetzt auf die äusserungen des vom papst eingesetzten künftigen Linzer Weihbischofs Gerhard Maria Wagner reagiert, homosexualität sei “heilbar”.
Die HOSI Linz wies diese Aussage “auf das Allerschärfste” zurück. die dahinter stehende Geisteshaltung Pfarrer Wagners sei nicht nur für den gegenseitigen Dialog nicht förderlich sondern ein “Schlag ins Gesicht aller gläubigen Lesben und Schwulen weit über die Diözese Linz hinaus”, hiess es in einer presseaussendung. Pfarrer Wagner befinde sich damit nicht auf der Meinung der österreichischen Katholiken.
“Die Äußerungen Wagners, Homosexualität sei heilbar, Lesben und Schwule seien am Hurrikan Kathrina schuld, führen sich eigentlich von selber ad absurdum”, sagte HOSI-Vereinssprecherin und Gemeinderätin Edith Schmied. “Diese Äußerungen, mehrfach von Wagner vertreten, zeugen von einem abstrusen Weltbild Wagners, das finstere Mittelalter lässt grüßen!“
“auch katholizismus ist heilbar”
Man könne “auch Katholizismus heilen“ und dazu brauche es “nur einen Gang zum Bezirksverwaltungsamt”, sagte HOSI-Vereinssprecher Gerhard Friedinger. “So ein Kirchenaustritt beruhigt wirklich, weil man sich da dann wenigstens mit solch völlig abwegigen Gedanken nicht mehr näher beschäftigen muss. Allerdings fürchte ich, dass solch schwere Fälle, wie es Pfarrer Wagner zu sein scheint, unheilbar sind.“
Beide Vereinssprecher zeigten sich einig, dass es gerade in der Diözese Linz nach der gescheiterten Solidaritätspreisverleihung 1999, einen recht intensiven Dialog zwischen der HOSI Linz und der Katholischen Kirche gegeben hat. In zahlreichen kirchlichen Arbeitskreisen waren VertreterInnen der Lesben- und Schwulenbewegung eingeladen, sich einzubringen und die Situation lesbischer und schwuler Menschen – und speziell Gläubiger – darzustellen und die Probleme und Nöte, in denen Lesben und Schwule immer noch leben, aufzuzeigen.
“vor den kopf gestoßen”
wagners Aussagen seien “nicht dazu geeignet, diesen Dialog weiter zu fördern, sondern dienen nur dazu, uns vor den Kopf zu stoßen”, erklärte die hosi linz. “Solche Hirten brauchen die Menschen in der Diözese Linz auch nicht, die lesbischen und schwulen Schäfchen der Katholischen Kirche schon gar nicht.”
Schmid und Friedinger zeigten sich überzeugt, dass sich die Katholische Kirche mit solchen Führungspersonen zunehmend “auf den Weg in das Eck irgendeiner Sekte begebe, die von einem Staat, der die Trennung von Kirche und Staat ernst nehme, sehr genau und sehr kritisch beobachtet gehöre.
auch für Pfarrer Gerhard Maria Wagner gelte das Diskriminierungsverbot der oberöstereichischen Landesverfassung und das Antidiskriminierungsgesetz. “Oberösterreichs Lesben und Schwule fordern jedenfalls eine sehr deutliche Antwort der politisch Verantwortlichen in diesem Land auf diese ungeheuerliche Infragestellung der österreichischen Gesellschaftsordnung und Wertehaltung“, sagte Friedinger. (pd/wfr)
