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lsvd-podiumsdiskussion mit kandidaten zur kommunalwahl startet mit eklat eingeladener republikaner muss gehen hessische lsvd-spitze offenbar vor zerreißprobe von wolfgang frey frankfurt am main. fast wäre die erste podiumsdiskussion mit frankfurter kommunalpolitikern zu schwulen und lesbischen themen geplatzt: mit den spitzenpolitikern aller im frankfurter römer vertretenen parteien wollte der lesben- und schwulenverband hessen (lsvd) mit blick auf die kommunalwahl im märz am freitagabend im lesbisch-schwulen kulturhaus (lskh) diskutieren, doch da hatte der lsvd die rechnung ohne seine gäste gemacht. denn unter ihnen war auch der geladene spitzenkandidat der republikaner, manfred langer, und mit dem wollten sich die vertreter von grünen und ökolinx nicht zusammen an einen tisch setzen. "da vorne setze ich mich nicht hin, so lange dort ein republikaner sitzt" "ich verstehe nicht, dass hier rechtsradikale vertreter eingeladen werden", ärgerte sich manfred zieran (ökolinx). "wenn ihr mit rechtsextremen diskutieren wollt, gerne, aber ohne mich", rief er durch den saal an die adresse des lsvd-landessprechers ralf harth. der kam nicht einmal zum antworten. "da vorne setze ich mich nicht hin, solange dort ein republikaner sitzt", setzte die grünen-politikerin andrea lehr nach. ein vertreter des gastgebenden lskh forderte den lsvd auf, rechtsradikalen im lskh keinen platz zu bieten. "wir haben alle parteien eingeladen, die im römer vertreten sind, weil wir da keinen unterschied gesehen haben", versuchte harth, sich zu rechtfertigen. er räumte zugleich ein, von der situation "überrollt" worden zu sein. sein kompromissvorschlag, der republikaner solle statt auf dem podium im publikum platz nehmen, und fragen von dort beantworten, kam im publikum allerdings auch nicht besonders gut an. am ende verließ der republikaner den saal. für einige unruhe unter den gut 30 zuschauern sorgte dann harths formulierung "fraktionsführer" statt "fraktionschef", als er seine podiumsgäste schließlich vorstellte. lsvd-vorstandskollegen distanzieren sich von wegen rep-einladung von harth scharfe kritik schlug harth von zweien seiner insgesamt drei hessischen vorstandkollegen entgegen, die den eklat zwar miterlebten, sich aber zunächst nicht einmischten: die beiden erzürnten lsvd-landessprecher marwin merkel-zurek und georg nagel erklärten gegenüber tuckenalarm.de, sie hätte von der einladung des republikaners nicht gewusst. zudem sei diese mit ihnen, beziehungsweise dem lsvd-vorstand insgesamt nicht abgestimmt gewesen. harth hatte allerdings bereits einige tage zuvor eine entsprechende pressemitteilung verschickt, in der die einladung des republikaners ausdrücklich erwähnt worden war. von der wollten wiederum seine vorstandskollegen nichts gewusst haben. harth bestritt deren vorwürfe jedenfalls: die einladung des republikaners sei im vorstand besprochen worden, so harth. lsvd räumt massives internes "kommunikationsproblem" ein offenbar herrscht innerhalb des lsvd hessen ein massives kommunikationsproblem. das räumte nagel gegenüber tuckenalarm.de auch unumwunden ein: "wir müssen jetzt sehen, wie wir das lösen; das ist schon peinlich, wenn andere (gemeint war die presse, anmerkung der redaktion) mehr wissen als wir." die "sache" werde jedenfalls auf der nächsten vorstandssitzung des lsvd hessen thema werden, versicherte merkel-zurek. ob der vorfall konsequenzten für harth als lsvd-vorstand haben werde, ließen merkel-zurek und nagel offen. becker (cdu): "mir ist es völlig egal, ob jemand schwul ist" mit halbstündiger verspätung startete schließlich die podiumsdiskussion. cdu-fraktionschef und -spitzenkandidat uwe becker hatte als erster sein kommen zugesagt und bemühte sich in der diskussion ebenso wie die kandidaten der anderen parteien um sympathien im saal: "mir ist es völlig egal, ob jemand schwul oder lesbisch oder heterosexuell ist." zu den vorschlägen des runden tisches und dem vorwurf aus dem publikum, er habe angeblich erst kürzlich im römer gesagt, er sei gegen "schwule sonderrechte", sagte becker, ein runder tisch mache viele vorschläge. aber beispielsweise im kulturbereich auf intendanten zuzugehen mit bestimmten inhalten, das sei nicht die aufgabe der politik. der film "brokeback mountain" sei in amerika auch nicht entstanden, weil ein politiker zu einem filmstudio gegangen sei und gesagt habe, "macht mal einen film über schwule cowboys", so becker. andrea lehr (grüne) widersprach: die angeregte "initiative homosexualität und kultur" müsse es geben, um homosexualität "sichtbarer" im frankfurter kulturleben zu machen. mit blick auf die entscheidung des stadtparlaments, frankfurt solle sich auch in der touristischen eigenwerbung vermehrt an schwule und lesben wenden, sagte sie, "ein beschluss reicht nicht", man müsse nun auch sicherstellen, dass die umsetzung durch die verwaltung auch entsprechend erfolge. zudem forderte sie spezielle initiativen für schwule und lesbische migranten. oesterling (spd): "wir wollen gleichberechtigung" spd-spitzenkandidat klaus oesterling stellte klar, er setze mit blick auf schwule und lesben nicht auf "minderheitenrechte". ihm gehe es vielmehr darum, die "volle rechtliche gleichstellung zu verwirklichen". er räumte ein, dass seine partei das projekt eines schwulen altenheims zunächst abglehnt habe. das habe sich aber inzwischen geändert. zu den kürzungen öffentlicher mittel für schwule und lesbische einrichtungen sagte die fdp-kandidatin brigitte reifschneider-groß: "wir müssen als politiker darauf achten, mittel zu streuen und keine der gruppen zu bevorzugen." die stadt müsse zunächst ihre schulden bezahlen. für 2007 könne man dann aber wieder "sehen". schwulen und lesben empfahl sie, sich in den parteien zu engagieren, um sich dort für ihre belange einzusetzen.
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zum überblick
lud den republikaner ein und sorgte damit für einen eklat: lsvd-sprecher ralf harth. foto: frey
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