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polens präsident lässt nicht locker:
neue hetze gegen schwule
berlin. der polnische präsident lech kaczynski übt sich weiter in schwuler hetze. nachdem bei seinem berlin-besuch mehr als 50 schwule und lesben gegen seine agitation protestiert hatten, setzte er in einem zeitungsinterview noch einen drauf:
er wisse, dass “berlin die internationale hauptstadt von damen und herren mit etwas anderen sexuellen präferenzen” sei, sagte er der welt am sonntag. aber er habe schon “schlimmeres” erlebt als störaktionen von homosexuellen.
er sei schließlich “jahrelang im antikommunistischen Untergrund” tätig gewesen, “da kann mich so leicht nichts schrecken”, sagte er in dem interview weiter.
die gesellschaftliche entwicklung, die hinter den protesten der homosexuellen gegen seine haltung stehe, bezeichnete er als “gefährlich”. es sei “kein problem, daß es homosexuelle gibt”. das problem sei aber, “dass sie ihre lebensweise als alternative für die mehrheit propagieren”, sagte er der zeitung und fügte hinzu: “stellen sie sich eine gesellschaft vor, in der 50 prozent der männer kein interesse an frauen mehr haben, das wäre eine andere welt, und das wäre gefährlich, vom biologischen standpunkt ebenso wie vom kulturellen.”
bei seinem besuch waren vertreter von schwulen- und lesbenorganisationen in die aula der humboldt-universität eingedrungen, wo der staatschef eine rede halten wollte, was er schließlich auch tat. darin bekräftigte er vor den zuhörern seine einstellung zu schwulen und lesben. Für ihn sei es unvorstellbar, daß homo- und heterosexuelle "gleichberechtigt" seien, sagte er.
grünen-chefin claudia roth warf dem polnischen präsidenten nach dessen auftritt ein "erschreckendes defizit an demokratie-verständnis" vor. die homophobe haltung kaczynskis gehöre in das vordemokratische zeitalter und habe in der eu nichts zu suchen. der polnische präsident habe klare antidiskriminierungsregelungen der eu-gesetzgebung missachtet und gegen die europäische menschenrechtskonvention verstoßen, so roth weiter.
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