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kino
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"vulver - zurückkehren":
der neue film von
pedro almodovar
angeschaut von marcus brieskorn
frankfurt. mit "vulver - zurückkehren" kommt in deutschland pedro almodovars neuer film in die kinos. almodovar, selbst schwul, hat mit "alles über meine mutter", "sprich mit ihr" und "la mal education - schlechte erziehung" bewegende und tabubrechende filme erfolgreich abgeliefert. teilweise sind in den filmen schwule charaktere besetzt gewesen, wohl auch mit ein grund, warum pedro almodovar in schwulen-szene beliebt ist.
mit "vulver - zurückkehren" hat pedro almodovar diesmal einen urspanischen film gedreht. der zuschauer bekommt einen sehr einfühlsamen blick in das tägliche leben in einem arbeiterviertel von madrid. nachbarschaftshilfe, kleine tägliche lebenslügen und das dörfliche treiben von la mancha mit dort verwurzelten katholischen glauben. so beginnt der film mit einer einstellung, in dem auf einem friedhof jeder emsig dabei ist, den blankpoliertesten grabstein zu haben. in so eine art wettstreit. dazu wird gelästert, wer was auf dem grabstein hat, wer wann wo und wie erschienen ist und so weiter.
es geht um drei generationen von frauen, die scheinbar alles überleben können: den wind, das feuer, den wahnsinn den aberglauben und sogar den tod - dank ihrer güte ihrer schamlosen lügen und ihrer scheinbar unerschöpflichen lebenskraft. diese frauen sind raimunda, gespielt von penelope cruz, raimundas schwester sole (lole duenas) und die mutter der beiden irene, gespielt von carmen maura.
raimunda ist verheiratet mit paco, der arbeitslos zu hause ist und sich bedienen lässt, sei es dass er bier braucht oder im bett bedient werden will. wegen der gemeinsamen tochter bleibt sie wohl bei ihm. ihr traum das singen, gerne auch ein lokal führen, was sie früher wohl schon machte - bleibt in weiter ferne.
sole, sie betreibt einen illegalen friseurbetrieb in ihrer privatwohnung. sie ist mit ihrem leben eigentlich auch nicht zufrieden, sie findet keinen mann.
das familiendrama, um das es hier geht nimmt auch gleich zu beginn des films seinen lauf. als raimunda eines abends von der arbeit als reinigungskraft nach hause kommt, wird sie gleich von ihrer verstört wirkenden tochter abgefangen. es stellt sich heraus: raimundas ehemann hat der tochter nachgestellt. in der panik hat dann die tochter ihn umgebracht. und was nun? wohin mit der leiche? da passt es, dass raimunda auf das vorübergehend geschlossene lokal in der nachbarschaft aufpassen soll. die inhaber sind verreist. na, und die kühltruhen eigenen sich ja hervorragend, um die leiche zumindest eine zeitlang los zu werden.
aber noch jemand stirbt an diesem abend: tante paula. sole muss daher im namen beider schwestern zur totenwache ins heimatliche dorf in la mancha fahren. jeder wundert sich, aber raimunda hat ja selbst einen toten zu entsorgen.
la mancha. ein dorf mit viel aberglauben und skurriles. so glaubt jeder dort, die schwer betagte tante paula ist bis zum schluss von einem geist versorgt worden. genauer: irene, die mutter also von raimunda und sole, soll hier wieder erschienen sein. die gilt aber seit jahren als gestorben, umgekommen in einem brand 5 jahre zuvor.
und doch: als sole nach der trauerfeier wieder nach madrid fährt, kommen klopfzeichen aus dem kofferraum ihres autos und die lebendige mutter entsteigt dem auto. und wie diese rückkehr der mutter zu den lebenden zu erklären ist, kann im film beantwortet werden. und auch wie raimunda ihren toten ehemann los wird und zu ihrem eigenen leben zurückkehrt.
"vulver - zurückkehren" ist ein etwas ruhiger film von pedro almodovar. ruhiger, weil er sich diesmal auf wenige handelnde personen beschränkt und die sonst typische "schräge" rolle fehlt. hier taucht jetzt kein plötzlicher schwuler filmproduzent auf, oder ein transsexueller vater wie bei "alles über meine mutter".
aber das braucht's auch nicht. es geht hier um das zurückkehren von müttern zu ihren töchtern und auch umgekehrt, also dass auch töchter zu ihren müttern zurückfinden können. und jeder hat so seine schuld auf sich geladen aber nie geteilt oder versucht es zu erklären.
insgesamt ein sehr einfühlsamer und bewegender film. penelope cruz hat hier auch eine hervorragende rolle verkörpert. auch sie kehrt damit nach den hollywood filmen wieder zu ihren spanischen wurzeln zurück. man nimmt ihr die zu spielende taphe rassige spanierin ab, die zugleich schön sein will, damit kokettieren kann und doch verletzbar melancholisch ist. und lebensfreude pur ausstrahlt. typisch spanisch eben.
und wer schon mal einen einblick in das spanische alltagsleben hat, der findet sich hier bestens aufgehoben. pedro almodovar hat das spanische alltagsleben in wunderbaren bildern eingefangen. wer also eher für einen spanischen abend statt dem üblichen popcorn kino zu haben ist, der sollte sich diesen film unbedingt ansehen.
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