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erotisch, kerlig, vielfältig: zwei neue bildbände zeigen aktuelle perspektiven auf das objekt mann eine buchbesprechung von wolfgang frey wenn es um männer und erotik geht, ist der berliner bruno gmünder-verlag immer ganz vorn mit dabei. seit jahren: dieses jahr feiert der verlag sein erstes vierteljährhundert und was läge näher, als sich und seinen lesern ein männlich-erotisches geschenk zu machen? bruno gmünder macht sich gleich zwei: "visions - comtemporary male photography" und "stripped - the illustrated male" heissen die beiden jubiläumstitel, beide bis unter die dicken buchdeckel gefüllt mit reichlich nacktem fleisch, zum einen als sammlung zeitgenössischer fotografen ("visions"), zum anderen als aktuelle anthologie der comic- und zeichenkunst ("stripped"). “visions” der bildband "visions" präsentiert gut 50 fotografen mit ablichtungen des objekts ihrer künstlerischen begierde: dem zumeist nur spärlich bekleideten mann. den fokussieren sie in einer ausgreifenden bandbreite. jeder hat seine perspektive. david vance inszeniert seine kerligen modells in studiomanier, steven underhill setzt auf natürlichkeit, matthias trostdorf präsentiert schnappschüsse, die in ihrer unschärfe wie aus dem echten leben gegriffen wirken. jack slomovits dagegen zeigt eine sanfte erotik, ohne ins pornographische abzugleiten. guillem medina lässt seine männer mit tattoos und schweissperlen prahlen, christopher makos wiederum zeigt sie im stil der werbefotografie aktueller modekampagnen. männer haben viele gesichter. und man kann sie aus vielen perspektiven betrachten: mal fokussieren die fotografen das sanfte gesicht, mal den muskulösen körper, und wenn die hüllen fallen, liegt die mal so, mal teil etwas gewollt inszenierte erotik sicher im auge des photographen, aber nicht unbedingt in dem des betrachters. alles in allem ein gut drei zentimeter dicker band mit rund 350 seiten, auf jeder ein kerl, die meisten in farbe, einige auch in schwarz-weiss. “stripped” das schönheit und erotik im auge des betrachters liegen, gilt auch für die gleich starke sammlung zeitgenössischer männlicher illustrationen "stripped". klar geht der trend dort zu gut gebaut und gut bestückt, sicher auch, weil sich ein zeichner mehr freiheiten herausnehmen kann als ein photograph, der sich diese modelle wahrscheinlich erst backen müsste. comics im manga-stil von kinu sekigushi aus frankreich, fast fotografisch realistisches vom kanadier steve walker, kerlige schwarz-weiss-zeichnungen des franzosen marc ming chan: die perspektiven der in dem band versammelten zeichner aufs erdachte objekte sind auch hier in seltener vielfalt vereint. der mann als soldat, schönling, master, teilnehmer einer orgie oder schlicht als mensch. fazit: zwei bücher für alle, die sich gern durch nacktes männerfleisch blättern und sich nicht an immer gleicher perspektive langweilen möchten. wer vor allem kunst erwartet, kommt zu kurz. in beiden bänden geht es um männer, weniger um die künstlerische auseinandersetzung mit ihnen. aber dafür gibt es ja andere bildbände. beide bände sind 2006 im berliner brüno gmünder verlag erschienen, haben ein hardcover mit schutzumschlag, je rund 350 seiten und kosten jeweils rund 20 euro.
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aus “visions” von kurt r. brown.
aus “visions” von ed freeman.
aus “stripped”.
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