Es gibt keinen “Kult um die Schwulen”. Homosexuelle werden zwar immer sichtbarer. Aber wirklich gleichberechtigt sind sie noch nicht. Eine zweite Antwort auf die Thesen von Philipp Gut im Schweizer Magazin “Weltwoche” (”Handschellen in Rosarot“) und in der deutschen Tageszeitung “Die Welt” (”Homosexualität ist zu einer Art Religion geworden“).
Von Volker Beck*
Muss man wirklich gegenhalten, wenn einer sich künstlich darüber erregt, dass es einen Verein schwuler Eisenbahnfreunde gibt? Muss man einen Autor ernst nehmen, der als einziges Beispiel für die von ihm fantasierte Weltverschwörung zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit eine verhinderte Schönheitskönigin aus den USA anführen kann, die wegen ihrer Ablehnung der Homo-Ehe angeblich den Miss-Titel verpasste? Übrigens eine Falschmeldung: Sie verlor ihren Status wegen Vertragsverletzungen.
Hat dieser Autor Philipp Gut, immerhin Kultur- und Gesellschaftschef des Schweizer Wochenmagazins “Weltwoche”, übersehen, dass kürzlich die Menschen in einigen US-Bundesstaaten in Volksabstimmungen mehrheitlich dafür votiert haben, ihren homosexuellen Mitbürgerinnen und Mitbürgern das Grundrecht auf Eheschließung zu verweigern? Sieht so etwa die “Homosexualisierung der Gegenwart” oder ein “Kult um die Schwulen” aus? weiterlesen
In der Schweiz heisst er Philipp Gut, in Österreich Andreas Unterberger. Der eine arbeitet als Kultur- und Gesellschaftschef bei der “Weltwoche”, der andere ist ehemaliger Chefredakteur der “Wiener Zeitung”. Beide versuchen derzeit, in pseudo-feuilletonistischem Duktus den überfälligen staatlichen und gesellschaftlichen Respekt vor Schwulen und Lesben zu diskreditieren. Am Ende diskretitieren sie sich damit selbst.
Von Wolfgang Frey
Zu den Anwürfen von Phillip Gut haben auf tuckenalarm.com bereits der deutsche Medienjournalist und Publizist Stefan Niggemeier und Grünen-Politiker Volker Beck Stellung genommen. Philipp Gut konstatiert eine Art Weltverschwörung der Homosexuellen gegen seine offenbar eingeschränkt heterosexuelle Weltsicht, er fühlt sich lesbar bedroht und stilisiert Homosexualität zu einer Art Religion herauf, der sich offenbar niemand zu entziehen wage.
Auf seinem “nicht ganz unpolitischen” Tagebuch setzt Andreas Unterberger unter dem Titel “Schwulenehe: Die miesen Tricks” nun noch einen drauf. Die unzureichenden Vorschläge für eine Eingetragene Partnerschaft in Österreich sind ihm einen Erguss wert, der beim homosexuellen Leser das Gefühl auslöst, er müsse schon fast ein wenig hass- oder zumindest angsterfüllt sein. Der Chef der konservativen Volkspartei Österreichs (ÖVP), Josef Pröll, dessen Partei bis zum Schluss gegen den Protest zahlreicher Homo-Vertreter im Land bremste, was zu bremsen war, ist für Unterberger nun zum “Umfaller” geworden, weil er dieser Homo-Ehe-light überhaupt seinen Segen (“gangbarer Kompromiss”) gab.
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Der Wuppertaler “U-Club”, hat für Mittwoch, 28. November ein Zusatzkonzert von Sizzla angekündigt. Das für Samstag, 28. November, geplante Konzert des Sängers sei ausverkauft, heisst es auf der webseite des Clubs.
Der LSVD verurteilte die geplanten Auftritte: “Hierzulande darf kein Interpret auftreten und auch noch Geld verdienen, der zu Mordtaten an Schwulen und Lesben aufruft und für Morde an Schwulen auf Jamaika womöglich mitverantwortlich ist”, sagte der LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. “Interpreten, die menschenverachtendes Gedankengut im Repertoire führen, darf keine Bühne geboten werden.” weiterlesen
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Mario Mrazek am 13. November 2009 bei der Wiener Kundgebung für “Erstklassige Rechte” zur Verbesserung des Gesetzentwurfs zur Eingetragenen Partnerschaft in Österreich.
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Berlin. - Der offen schwule Grünen-Politiker Volker Beck hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Samstag aufgefordert, die Einreise des jamaikanischen Hasssängers SIZZLA nach Deutschland zu verhindern. Er plant dort eine Tournee durch mehrere Städte.
“Lesben und Schwule, ich sage, tot sollen sie sein. Ich traue Babylon für keine Sekunde. Ich gehe und erschieß’ Schwule mit einer Waffe” - zitiert das online-magazin “queer.de” aus einem der Songs des Reggea-Sängers.
Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher der Grünen, forderte, “Die Auftritte des Hasssängers Sizzla in der nächsten Woche müssen verhindert werden! Bundesinnenminister de Maizière soll die Einreise dieses Hasssängers verhindern!” weiterlesen
Vaduz. - Die liechtensteinische schwul-lesbische Initiative “Flay” ist am Donnerstagabend in Vaduz mit dem Preis für Zivilcourage Demograzia ausgezeichnet worden. Der schwul-lesbische Verein hatte zuletzt mit homophoben Schmierereien auf Plakaten einer Kampagne der Landesregierung und schwulen- und lesbenfeindlichen Leserbriefen in den beiden Landeszeitungen zu kämpfen.
“Liechtenstein braucht mutige Menschen”, heisst es in der Ausschreibung des Preises, der alle drei Jahre vergeben wird. “Persönlichkeiten mit Zivilcourage, die unerschrocken für eine Idee kämpfen - zugunsten eines offenen, solidarischen und demokratischen Liechtensteins. Es gibt diese Menschen.” weiterlesen
“Wir sind mit dem Gesetz zwar vom 19. ins 20. Jahrhundert gesprungen”, sagte der Jurist der Zeitung. “Ich kämpfe nun dafür, dass wir im 21. Jahrhundert ankommen.” Konkret nennt er vier Punkte, die er nach Inkrafttreten des Gesetes bis zum Verfassungsgerichtshof einklagen will. weiterlesen
Wien. – Die Witwe des rechtspopulistischen österreichischen Politikers Jörg Haider hat 14 Monate nach seinem Tod einen spektakulären Erfolg vor Gericht erzielt: Wie die Tageszeitung “ÖSTERREICH” heute berichtet, hat das Grazer Landesgericht der deutschen “Bild”-Zeitung in einer Einstweiligen Verfügung verboten, Haider “homosexuell” zu nennen.
Inzwischen seien gleichlautende Urteile des Wiener Handelsgerichts auch an die Medien “News” und “Österreich” zugestellt worden, die die Berichte von “Bild” zitiert hatten. Die Einstweilige Verfügung gegen die Berichterstattung der Medien hatte in Haiders Namen seine Witwe Claudia beantragt.
Vor einigen Monaten hat sich ein Kellner als Geliebter des verstorbenen Kärntner Politikers geoutet. Für seine Witwe war die “Bild”-Story mit dem Titel “Haiders Geliebter packt aus” nicht hinnehmbar: Ihr Mann sei “sicher nicht homosexuell gewesen”, liess sie verlauten und zog vor ein Kärntner Gericht. Das sollte sicherstellen, dass Jörg Haider selig nie mehr als homosexuell bezeichnet werden darf. weiterlesen
Wien. - Die Webseite www.erstklassigerechte.at, auf der Schwule und Lesben für eine Nachbesserung des Gesetzentwurfs für die Eingetragene Partnerschaft im Land werben, ist am Mittwoch gegen 16 Uhr Opfer eines Hacker-Angriffs geworden.
Wie der schwule Blogger und Grünen-Aktivist Oliver Ritter auf seinem Blog berichtet, ist dadurch viel Content verloren gegangen. Die Webmaster seien dabei, den Inhalt wieder online zu stellen. Auf der Seite wurden unter anderem Stimmen gesammelt für eine Online-Petition. Nach Angaben der Webmaster war die Petition nicht betroffen und kann auch wieder unterzeichnet werden. (wfr) weiterlesen
Wien. – Schwule und Lesben in Österreich bekommen nach der unseligen Debatte um die Einführung der Homo-Ehe im Land Schützenhilfe von der US-Regie- und Schauspiellegende Woody Allen. In der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des österreichischen Nachrichtenmagazins “News” übt er scharfe Kritik an der Diskussion um die Eheschließung Homosexueller.
In einem Interview zum Start des Films “Whatever Works”, in dem es auch um einen spätberufenen Homosexuellen geht, wird Allen deutlich: “Das ist das Blödeste, was einem einfallen kann. Das ist absurd! Warum sollen Homosexuelle nicht heiraten können wie jeder andere auch? Das geht doch keinen was an! Sie sollen dieselben Rechte haben wie Heterosexuelle und auch nach dem gleichen Ritus heiraten dürfen, wenn sie das wollen. Das ist ein Thema auf das sich Leute draufsetzen, die polarisieren wollen. Leute, die selber alle Arten von Problemen haben, psychische oder sexuelle.” weiterlesen
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