Bern. – Optimismus, aber keine Entwarnung: So fasst das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Ergebnisse der HIV-Ansteckungsstatistik des dritten Quartals zusammen.
“Erstmals seit Jahren zeigt sich kein weiterer Anstieg der HIV-Meldungen bei schwulen und anderen Männern, die mit Männern Sex haben”, schreibt das Amt in seinem heute erschienen Bulletin und warnt zugleich. “Ein Nachlassen der Präventionsbemühungen könnte diese positive Entwicklung aber schnell wieder zunichte machen.” ähnlich äusserte sich die EU-Kommission.
Nach der Hochrechnung des BAG sind für 2009 mit knapp 250 deutlich weniger HIV-Diagnosen bei schwulen und bisexuellen männern zu erwarten als 2008. Damals waren es 331 Fälle. Die Analyse der monatlichen Meldungen zeige, dass die Trendumkehr im Sommer 2008 stattgefunden habe – zufälligerweise zeitgleich mit dem Abschluss der der Präventionskampagne «Mission: possible!» der Aids-Hilfe Schweiz in der Schwulenszene. Bei heterosexuellen blieb die zahl der neuinfektionen stabil. weiterlesen
Philipp Gut mag keine Schwulen mehr sehen. Wo er auch hinguckt, sind Homosexuelle: in der Politik, im Militär, auf der Straße, im Internet, selbst in den Schulen. Philipp Gut fühlt sich davon belästigt. Er hat nichts gegen die Leute an sich, und eigentlich auch nichts gegen ihre Homosexualität. So lange sie sie nur verstecken. Jetzt, da Homosexualität nicht mehr diskriminiert werde, sagt er, gebe es auch keinen Grund mehr, sie zu zeigen.
von stefan niggemeier*
Philipp Gut ist Kultur- und Gesellschaftschef der „Weltwoche”. Die Schweizer Wochenzeitung hat sich unter Roger Koeppel geschickt eine publizistische Nische erobert, indem sie all die überwundenen geglaubten Ressentiments von ihrem muffigen Geruch befreit und neu als frischen Kampf gegen vermeintliche Denkverbote des vermeintlichen Mainstreams verkauft.
Guts Beschwerde über die „Homosexualisierung der Gegenwart” erschien dort im Sommer, und der Text war dumm und homophob genug, um jetzt von der „Welt” recyclet zu werden. Über dreieinhalb Monate später wirken die konkreten Beispiele in dem Artikel zwar merkwürdig inaktuell, aber die Ignoranz und Bösartigkeit der Argumentation ist zweifellos zeitlos. weiterlesen
vaduz. - liechtenstein plakatiert für mehr respekt für schwule und lesben: Die bei der regierung angesiedelte Stabsstelle für Chancengleichheit und die schwul-lesbische Initiative “FLay” haben eine plakataktion zum Abbau von Benachteiligung und Stigmatisierung Homosexueller gestartet.
Dass es im fürstentum nach wie vor an respekt vor schwulen und lesben mangelt, hatte vor zwei jahren eine Studie mit dem titel «Homosexuelle Menschen und Diskriminierung in Liechtenstein» ergeben. darin haben 87 Prozent der befragten Homosexuellen und 58 Prozent der Allgemeinbevölkerung zumindest von einer Diskriminierungserfahrung in den Bereichen Arbeit, Schule, Restaurant, Geschäft, Wohnungssuche und Alltag berichtet. liechtensteiner Schwule und Lesben erzählten zudem von alltagserfahrengen: von deplazierten Witzen, davon wie sie spüren, dass andere weniger gut über sie denken und wie mitmenschen im umgang oft angespannt seien. weiterlesen
wien. – zum 30. geburtstag spendiert das österreichische parlamt der HOSI Wien eine hochoffizielle feier am 13. November: Nationalratspräsidentin Barbara Prammer lädt zum ehrentag von Österreichs ältestem Lesben- und Schwulenverband zu einem Festakt im Parlament ein. Das teilte Hosi Wien- Obfrau Jona Solomon heute mit: „Danach wird bei einem Geburtstags-Clubbing in der Hofstallung im Museumsquartier weitergefeiert.“
Wer mitfeiern will, muss sich per E-Mail an 30jahre@hosiwien.at auf die Einladungsliste setzen lassen. Nach dem Festakt im Parlament, der von 17 bis ca. 19 Uhr dauern wirfängt die party erst richtig an: ab 22 Uhr in der Hofstallung im Museumsquartier bei einer Birthday-Queer-Night. Den ganzen November über wird sich zudem die Veranstaltungsreihe „Drei Jahrzehnte für die Liebe“ mit dem runden Jubiläum beschäftigen. Alle Veranstaltungen finden im HOSI-Zentrum in der Novaragasse 40 bei freiem Eintritt statt. Alle Termine unter: www.hosiwien.at/30-jahre. weiterlesen
Zürich. - „Ich wollte ja ein Gummi benutzen, aber wusste auf die Schnelle nicht wo ich eins besorgen kann“: diese Ausrede gilt nicht mehr. Zumindest nicht für Besitzer eines iPhone. Mit der neuen Applikation „Kondom Localizr“ kann jedermann, aber auch jede Frau, schnell und einfach Kondomautomaten in seiner und ihrer Nähe abfragen und sich dort mit Präservativen versorgen.
Wer ein iPhone besitzt, steht nie mehr ohne Kondome da, wenn er oder sie das neue App „Kondom Localizr“ auf iTunes heruntergeladen hat. Auf Anfrage hin werden alle Verkaufsstellen der gewünschten Stadt aufgelistet und eine detaillierte Wegbeschreibung zum nächstgelegenen Selecta-Automaten gleich mitgeliefert. Zusätzlich enthält der „Kondom Localizr“ Sex Rules für Männer und Frauen. Damit Safer Sex auch zum Vergnügen wird.
Die Zürcher Agentur Publicis Modem hat die iPhone-Anwendung im Auftrag der Aids-Hilfe Schweiz entwickelt. Der Projektleiter Marc Uricher meint dazu: „ Es macht immer wieder Spass, das Nützliche mit dem Guten zu verbinden.“ weiterlesen