zürich. – Am wochenende startet die europride 2009 in zürich. höhepunkt ist das stadtfest mit parade am 6. juni. die organisatoren erwarten allein dazu bis zu 20 000 teilnehmer.
das schwul-lesbische grossereignis soll kein fünfwöchiges «Rambazamba» werden, wie die organisatoren kurz vor dem start erklärten. Vor allem die ersten drei Wochen stehen im Zeichen der beiden etablierten Festivals «Pink Apple» (Film) und «warmer mai» (Kultur) sowie Podien und Fachtagungen zu Themen wie «Diversity Management», Homosexualität und Schule, schwule und lesbischen Eltern und Outing im Job. Gegen Ende der fünf Wochen werden zum SportWeekend einige hundert Sportlerinnen und Sportler aus ganz Europa erwartet. weiterlesen
zürich. – unmittelbar vor dem start der europride 2009 in zürich hat das schwul-lesbische grossereignis für einen politischen eklat gesorgt. wie der “tagesanzeiger” berichtet, warf die religiös-konservativen EDU der stadt Zürich im kantonsrat vor, mit der Euro-Pride 09 eine “gottlose Werbeplattform” für Schwule zu unterstützen. die anderen Parteien wiesen die edu-kritik zurück: Das sei empörende Diskriminierung. die europride-organisatoren reagieren auf schmäh-attacken aus konservativen kreisen unterdessen mit einer strafanzeige.
Direkt vor der Kaffeepause, SO DIE ZÜRCHER ZEITUNG, HABE DER Landwirt Michael Welz AUS Oberembrach und edu-Sprecher erklärt, Homosexualität sei nicht gottgewollt und “mit vielen gesundheitlichen Risiken behaftet”. Wenn mit der Euro-Pride 09 in den nächsten Wochen schwul-lesbische Festivitäten unterstützt würden, sei das ein Propagandafeldzug “zur Beeinflussung unserer Jugend und Gesellschaft”.
Die Stadt Zürich werde fünf Wochen lang zu einer Werbeplattform für den homosexuellen Lebensstil umfunktioniert und wende sich damit “vom Segen Gottes ab”, zitiert der “tagesanzeiger” den Kantonsrat. Völlig unverantwortlich sei es deshalb auch, dass mit der Unterstützung durch Zürich Tourismus, der SBB und der Stadt Zürich “staatliche Sponsorengelder” in diesen verwerflichen Anlass flössen. “Gott schenke Befreiung aus der Homosexualität”, rief er laut der zeitung” vor konsternierten Zuhörern in den Saal. weiterlesen
mainz. – das zdf spielt wahlhelfer und lanciert pünklich zum bundestagswahlkampf eine kanzlerdirektwahl per tv: “Ich kann Kanzler” heisst die sendung, in der am 19. juni der regierungschef gekürt werden soll. sowohl der sprachlich holprige titel als auch die jury (anke egelke, günther jauch, henning scherf) weisen schon darauf hin: es ist einfach eine weitere casting-show, aber immerhin, es hat auch einen schwulen kandidaten und der hat auch eine politische botschaft.
Jörg Steinert ist 27 jahre alt, kommt aus berlin, ist Bundesjugendbeauftragter des Lesben- und Schwulenverbandes deutschland (LSVD) und in die runde der besten 40 von mehr als 2500 Bewerbern vorgedrungen. steinert hat sich die gleichberechtigung von schwulen und lesben auf die wahlkampffahnen geschrieben: “Lesben, Schwule und Transgender müssen in Deutschland endlich gleichberechtigt werden”, sagt er. “An einer Ergänzung von Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes um das Merkmal ’sexuelle Identität’ führt kein Weg vorbei. Denn alle Menschen verdienen Gerechtigkeit.” weiterlesen
st. gallen. – Pink-cross-geschäftsleiter moel volken hat die st. galler schwulen-szene gelobt: “Für die grösse der stadt läuft sehr viel”, sagte er dem “st. galler tagblatt” (samstagsausgabe). Der schweizer dachverband schwuler männer trifft sich heute in st. gallen zu seiner mitgliederversammlung - erstmals in der gallusstadt.
“für eine kleinstadt bieten wir einiges”, zitiert die zeitung stefan allenspach, seit acht jahren wirt des gay-lokals “church”. parties zu organisieren lohne sich in der stadt, die einmal als eine der ersten der schweiz eine schwule szene gehabt habe, allerdings kaum. dafür sei zürich einfach zu nah. entsprechend hätten die schwulen bars auch zu kämpfen. “Schwulenbars sind nicht mehr der einzige treffpunkt”, sagte er. die gesellschaft sei offener geworden, viele schwule gingen auch in hetero-bars in den ausgang, zudem spiele sich inzwischen viel im internet ab. weiterlesen
Zürich/frauenfeld. - Andernorts blühen im Mai die Bäume, in Frauenfeld und zürich regnet es rosa Äpfel: Pink Apple, das grösste schwullesbische Filmfestival der Schweiz bietet vom 29. April bis zum 6. Mai in Zürich und vom 7. - 10. Mai in Frauenfeld einen prallgefüllten Korb mit internationalen und Schweizer Filmperlen.
beim 12. festival gibt es dieses jahr 100 Kurz- und Langfilme aus 23 Ländern zu sehen. Bei
den meisten Werken handelt es sich um exklusive Premieren. die organisatoren erwarten
an die 7000 Besucherinnen und Besucher. Im Rahmen des Kurzfilmwettbewerbs vergibt die Jury den «Pink Apple Award», der mit 2000 Franken dotiert ist. Das Publikum bestimmt seinen Lieblingsfilm in den Kategorien Spielfilm und Dokumentarfilm.
Neben drei Uraufführungen gibt es zahlreiche Schweizer Premieren, wobei viele Filmemacherinnen und Filmemacher aus dem In- und Ausland – darunter die Grande Dame des deutschen Arthouse Films Ulrike Ottinger und der amerikanische Krimiautor Richard Stevenson – ihre Werke persönlich vorstellen werden. weiterlesen
berlin. – die spd zieht mit der forderung nach einer gleichstellung der eingetragenen partnerschaften mit der ehe in den Bundestagswahlkampf. “Eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften werden wir mit der Ehe gleichstellen”, heisst es in dem am samstag verabschiedeten entwurf eines Regierungsprogramms zur parlamentswahl am 27. september.
der lesben- und schwulenverband deutschland (lsvd) reagierte “sehr erfreut” auf die ankündigung. lsvd-sprecher Manfred Bruns sagte, die eingetragene partnerschaft von schwulen und lesben sei in den vergangenen Jahren bereits weitgehend an die Ehe angenähert worden. Unterschiede macht er allerdings vor allem im Einkommensteuerrecht und bei der Besoldung und -versorgung verpartnerter Bundesbeamten und Soldaten aus.
lsvd kritisiert fehlendes bekenntnis gegen anti-schwule gewalt
“Die CDU hat der Gleichstellung im Bund und in den Ländern durchweg zugestimmt oder sie sogar veranlasst”, sagt Bruns. “Es dürfte deshalb für die SPD nicht schwer sein, die jetzt versprochene Gleichstellung demnächst in einem Koalitionsvertrag festzuschreiben, wenn sich die SPD an einer Koalition beteiligen sollte.” weiterlesen