Vaduz. – die politische diskussion um die einführung einer eingetragenen partnerschaft für schwule und lesben in liechtenstein kommt voran: Die landesregierung hat in ihrer Sitzung am 28. Oktober den Zwischenbericht der interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitsgruppe für die Erarbeitung einer Gesetzesvorlage über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare zur Kenntnis genommen. Die Arbeitsgruppe habe damit die “erste Projektphase erfolgreich abschliessen”, hiess es in einer aussendung.
in der jetzt abgeschlossenen ersten Phase hatte die arbeitsgruppe zunächst die rechtslage in den umliegenden Ländern analysiert, den Umfang des Gesetzesprojektes und dessen Abgrenzung diskutiert. Zudem wurde ein Rechtsgutachten zur Verfassungsmässigkeit eines Partnerschaftsgesetzes in Auftrag gegeben. Sobald dieses vorliegt, soll entscheiden werden, an welchem ausländischen Vorbild man sich in liechtenstein orientieren will. Im anschluss soll ein Gesetzentwurf für den landtag erarbeitet werden. weiterlesen
köln. - der journalist Aljoscha Pause hat sich mit seinem fernsehbeitrag “Das große Tabu - Homosexualität und Fußball” an ein heikles thema gewagt. für sein am 28. Mai 2008 im deutschen sportfernsehen (dsf) gesendetes stück, das bundesweit für aufsehen gesorgt hatte, hat ihm der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (blsj) am wochenende den Felix-Rexhausen-Preis 2008 verliehen.
Pauses Reportage sei das herausragende journalistische Werk zu lesbischen und schwulen Themen der zurückliegenden zwölf Monate gewesen, erklärte das Jury-Mitglied Arnd Riekmann. Besonders das verquere Statement von Köln-Trainer Christoph Daum hatte dem Film bundesweite Aufmerksamkeit
beschert. Daum war darin mit den Worten zitiert worden, dass “wir aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die gleichgeschlechtlich ausgeprägt sind, vorzugehen”.
“Eine frage der zeit”
“Die ebenso informative wie unaufgeregt gehaltene Reportage deckt auf subtile Weise auf, wie weit Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit im Fußball tatsächlich verbreitet ist - und zwar auf allen Ebenen”, heisst es in der Begründung der Jury. “Wobei ebenfalls gezeigt wird, dass sich mit Theo Zwanziger an der DFB-Spitze daran langsam etwas ändert. Auch in Aljoscha Pauses Film wagt kein Fußballprofi sein Coming-out. Doch das ist hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit.” weiterlesen
baden. – mit einer provokanten plakatkampagne zieht der verein “hallo welt” gegen homophobie an schweizer schulen zu felde. die plakate zeigen jungs und mädels beim duschen. darunter prangen die slogans “er ist schwul, na und?” und “sie ist lesbisch, na und?”. lanciert wurde die aktion zum coming-out-day 2008.
als motiv der plakatkampagne wurde bewusst eine situation gewählt, die für viele schwule, lesbische oder bisexuelle schülerinnen und schüler besonders schwierig ist: die dusch-situation nach dem Sportunterricht. Sie spreche “einen der wohl schwierigsten Punkte an, sowohl für sich outende Jugendliche wie auch ihre heterosexuelle KollegInnen”, heisst es bei “hallo welt”.
Roland Gfeller, Co-Präsident der Berner Jugendgruppe “ComingInn”, sagte der Gratiszeitung “20 Minuten”: “Wir haben Jungs in der Gruppe, deren Mitschüler sich nach ihrem Coming-Out geweigert haben, nach dem Sport im selben Raum zu duschen.” Der Slogan “Er ist schwul, na und?” soll genau diese Situation entschärfen und einen alltäglichen Zugang zum Thema Homo- und Bisexualität ermöglichen. weiterlesen
klagenfurt. - Jörg Haider ist tot. Erst bekam der rechtskonservative Politiker des Bündnisses Zukunft Österreich (bzö) ein Staatsbegräbnis mit allen Ehren. Dann beginnt sich die Klatschpresse das Maul über seine angebliche homosexuelle orientierung zu zerreissen.
von wolfgang frey
seit haider parteikollege stefan petzner nun noch im fernsehen unter tränen bekannte, er sei haiders “lebensmensch” gewesen (”Was den Jörg und mich betrifft, war es mehr. Es war umfassend - in vielen Facetten, auf vielen Ebenen”), scheinen nun alle dämme gebrochen. Haiders letzte nacht wird vom boulevard regelrecht seziert, sein angeblicher besuch der klagenfurter schwulenbar “der stadtkrämer” minutiös rekonstruiert und petzner, der eigentlich bzö-klubchef werden sollte, muss sich nun mit dem vizeposten zufrieden geben. damit ist haiders privatleben, über das schon seit jahren spekuliert wurde, posthum nun doch zum politikum und zum spielball der klatschspalten geworden.
die art und weise, wie das passiert, hinterlässt einen schalen nachgeschmack. jörg haider war wegen seinen rechtspopulistischen äusserungen sicher auch zu recht umstritten und vielen ein dorn im auge. ob man das privatleben eines toten aber derart sezieren muss, ist eine andere frage. weiterlesen
Wien. - Er war also im “Stadtkrämer” , einem Schwulenlokal in Klagenfurt. Jörg Haider hat seine 1,8 Promille dort angetrunken und ist trotzdem in sein Phaeton gestiegen. Seit diese Meldung in den Medien kursiert, scheint die Welt der Journalisten plötzlich zweigeteilt.
von marco schreuder*
Die eine Hälfte, die Haider huldigt, Pietät verlangt und ihn heilig spricht, will nicht darüber berichten, denn das gehe ja niemandem was an. Die andere Hälfte will alles berichten, will wissen, wer der junge Mann denn nun war, mit dem Haider die letzte Stunde seines Lebens verbracht hat und findet es großartig, einen Landeshauptmann in ein verruchtes Milieu zu stecken, einer dunklen Halbwelt zuzuordnen. Homophob sind allerdings beide Zugänge. In beiden Arten der Berichterstattung ist die sexuelle Orientierung nämlich vor allem eins: Nicht normal.
Wenn Haider schwul oder bi oder wasauchimmer war … So what? Bei aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhundert würde man erwarten, dass diverse sexuelle Neigungen eine akzeptierte Tatsache unserer Gesellschaft sind. Dass Menschen einfach tun und lassen können, was sie wollen - auch wenn sie Landeshauptmänner oder -frauen sind. Wo niemand zu Schaden kommt, braucht sich niemand aufzuregen. Betrunken Autofahren ist lebensgefährlich. Sich in einem Schwulenlokal aufhalten gefährdet aber weder das eigene Leben - noch das eines anderen.
Coming-out: “hohes risiko”
Nur leider ist die gesellschaftspolitische Realität in Österreich noch immer eine andere. So lange Coming-out-Prozesse bei Jugendlichen noch immer ein hohes Risiko darstellen, erhöhte Suizid-Gefahr besteht und Ängste vorherrschen, man könnte die Familie und die besten Freunde verlieren, wenn man sich outet, so lange gleichgeschlechtliche Paare vor dem Gesetz mit verschiedengeschlechtlichen Paaren nicht gleichgestellt sind, so lange es Diskriminierungen und Ausgrenzungen gibt, wird es Ausdrücke wie “Homosexuellenmilieu” geben. weiterlesen
München. - die liberalen in bayern wollen sich in der koalition mit der konervativen csu für die rechte von schwulen und lesben stark machen. So fordert die fdp nach angaben der nachrichtenagentur afp, die standesämter auch für die eintragung von schwulen und lesbischen lebenspartnerschaften zu öffnen. derzeit können partnerschaften - anders als in anderen bundesländern - in bayern nur beim notar eingetragen werden.
Bayerns FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (foto) erklärte zu der Grundsatzentscheidung der CSU, nach ihrem Wahldebakel vor zweieinhalb Wochen nun mit der FDP eine Koalition anzustreben: “Das ist ein historischer Moment, denn es geht um einen Aufbruch in Bayern.” weiterlesen
leipzig. - nun hat die welt also auch eine schwule suchmaschine. “schwuggle” verspricht auf anhieb schwule suchergebnisse im internet, nun muss man nicht mehr überlegen, ob man einen begriff zusammen mit “schwul”, “gay” oder “homosexuell” zusammen eingibt, um beispielsweise beim suchwort “kerl” auch einen schwulen zu finden.
schwuggle erinnert nicht umsonst an den namen des marktführers “google”. die suchmaschine nutzt dessen technologie, allerdings ist bei schwuggle auch immer etwas handarbeit mit im spiel. bevor eine seite in den suchindex aufgenommen wird, wird sie von schwuler hand gesichtet und überprüft. bei kommerziellen Seiten schaut das schwuggle-team besonders genau hin: “Seiten, die einfach eine Armada an hundert neuen Pornoseiten nach sich ziehen, ohne konkreten sehenswerten Inhalt, werden nicht aufgenommen beziehungsweise bei entsprechenden Hinweisen wieder entfernt”, so das schwuggle-versprechen. weiterlesen
Oak Brook. - die us-schnellrestaurantkette mcdonalds wird künftig keine schwul-lesbischen aktibitäten und kampagnen mehr unterstützten. wie das online-magazin “queer.de” berichtet, hat sich der konzern dem druck homophober Christen in den USA gebeugt: Nach einem mehrmonatigen Boykott durch die konservative “American Family Association” (AFA) habe das unternehmen angekündigt, sich künftig nicht mehr für die Homo-Ehe stark zu machen.
Die AFA kämpft schon länger gegen das engagement von mcdonald’s. Unter anderem hatte die konservative organisation die Unterstützung des CSDs in San Francisco durch McDonald’s kritisiert. nun habe Vizepräsident Richard Ellis bereits seinen Sitz im Vorstand der Homo-Handelskammer aufgegeben und den austritt von mcdonald’s aus der organisation angekündigt, hiess es weiter. weiterlesen
schaan. - was schwul-lesbische events in liechtenstein angeht, hat die “coming out”-party am samstag in schaan alle rekorde gebrochen. mehr als 200 gäste feierten in der discothek “beat” in schaan zu den techno-beats der djs vom zürcher gay-club “labyrinth” ausgelassen bis in die frühen morgenstunden. “wir haben ein volles haus, eine super stimmung und das zeigt ganz klar, dass wir nicht nur einige wenige sind”, sagte ein sichtlich glücklicher party-organisator daniel f. seger in der nacht zu tuckenalarm.com. von dem erfolg der party erhofft sich der präsident der schwul-lesbischen initiative “flay” jetzt auch mehr akzeptanz für ein partnerschaftsgesetz in liechtenstein.
und in der tat: die “coming out”-party im “beat” war keine reine gay-veranstaltung. viele waren mit ihren heterosexuellen freunden und freundinnen gekommen und feierten zusammen. das war von anfang segers ziel; von einer “neuen ausgrenzung” seitens des gay-publikums hält er gar nichts: “es waren alle willkommen, Schwule, Lesben und alle ihre Freunde. Sie gehören schliesslich dazu.” wie gut das geht, das konnte man am samtag im “beat” erleben. (wf) weiterlesen
vaduz. – “coming out”-tag mitten vaduz: am samstag ist die liechtensteiner gay-initiative “flay” mit ihrem stand im städle präsent gewesen. ein coming out, um dass am wochenende mitten im liechtensteiner hauptort keiner herumkam. weiterlesen
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