Istanbul. - Obwohl Homosexualität in der Türkei weder verboten noch strafbewehrt ist, werden Schwule und Lesben dort tagtäglich diskriminiert. Aus Angst vor Übergriffen führen viele ein Doppelleben, wie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtet.
Von Jürgen Gottschlich
Emre erinnert sich mit Schrecken an diese Silvesternacht vor zehn Jahren. Der Student hatte in einer Schwulenbar gefeiert und schlenderte am Morgen zu Fuß nach Hause. Plötzlich hielt ein Auto neben ihm. Der gut gekleidete Mann am Steuer, bot ihm an, ihn mitzunehmen. Emre stimmte zu, doch als er vor seinem Haus ankam und aussteigen wollte, beschimpfte ihn der Mann als Schwulen und zog einen Polizeiausweis aus der Tasche. Er drohte, Emre wegen illegaler Prostitution zur Wache zu bringen und ihn seinen Kollegen zum “Silvestergeschenk” zu machen. Falls er das nicht wolle, müsse er zahlen. Emre rief einen Freund an. “Wir waren völlig verängstigt”, erinnert der sich. “Wir gaben ihm schließlich alles, was wir hatten”. weiterlesen
Los Angeles. - im “raumschiff entterprise” sass er jahrelang am steuerpult, jetzt heiratet er sinen freund: george takei, bekannt als steuermann “mr. Sulu” heiratet seinen langjährigen Partner Brad Altman. Möglich macht das die legalisierung der homo-ehe in Kalifornien.
Auf seiner internetseite schrieb takei, inzwischen 71 jahre alt, er sei “überglücklich”. Ein traum sei wahr geworden. weiterlesen
London. - der 19 jahre alte Mehdi Kasemi ist ausser gefahr: der teenager mit iranischem pass darf in grossbritannien bleiben und muss keine abschiebung in seine homophobe heimat mehr befürchten.
Laut britischer Grenzschutzbehörde bekommt Mehdi Kasemi ein Bleiberecht. Der jugendliche kam 2005 nach England, um die sprache zu lernen. Während er in england war, wurde sein Freund im Iran wegen Unzucht zum Tode verurteilt und gehängt. weiterlesen
london. - weil sie keine schwulen und lesbischen paare trauen will, hat eine englische standesbeamtin die stadt london wegen religiöser diskriminierung und schikane verklagt. Wie die “times” berichtet, sagte Lilian Ladele (47), als Christin könne sie solche Trauungen “aus Gewissensgründen” nicht verantworten.
Es ist nicht das erste mal, dass ladele wegen ihrer homobhoben haltung schlagzeilen macht. Kolegen hatten sie bereits 2006 wegen “diskriminierung von Homosexuellen” angezeigt. In grossbritannien lassen sich jährlich rund 18.000 homosexuelle Paare zivilrechtlich verpartnern.
Unterstützung erhielt die standesbeamtin vom “Christian Institute”. Ein Sprecher der Organisation sagte der Zeitung, der Fall sei “ein wichtiger Fall für die Religionsfreiheit”. Schliesslich sei auch in anderen berufen eine “Dienstverweigerung aus Gewissensgründen” gestattet. (wf) weiterlesen
Sao paulo. - Eine solche schwul-lesbische Parade sucht in europa ihresgleichen: rund fünf Millionen Menschen haben zogen am wochenende durch die brasilianische metropole, Um zu feiern und mehr rechte Homosexuelle zu fordern. Im vergangenen Jahr lag die Teilnehmerzahl schätzungen zufolge erst bei drei millionen.
Die Parade war der höhepunkt eine ganzen festivalwoche für schule und lesben in sao paulo. Marta Suplicy, die Tourismusministerin Brasiliens, forderte bei dem anlass vom kongress ein gesetz gegen Homophobie. (wf)
bregenz. - die schwul-lesbische gruppe “grüne andersrum vorarlberg” feiert am Samstag, 24. Mai, ab 20 Uhr ihre gründung. die feier steigt im Métro-Cafe (beim Métro-Kino) in der Rheinstrasse 25 in Bregenz.
zu den gästen aus der politik zählt unter anderem Ulrike Lunacek, Nationalratsabgeordnete der Grünen sowie Sprecherin für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen. sie wird über die aktuelle Situation der PartnerInnenschafts-Debatte in österreich referieren.
Ausserdem nimmt Katharina Wiesflecker, die stellvertretende Klubobfrau der Grünen in Vorarlberg, kurz Stellung zur Situation im bundesland.
Danach startet die party mit der Band “Skip II”, dazu gibt’s ein Buffet. weiterlesen
Athen. - Auf der griechischen Insel Lesbos fürchtet man um seinen Ruf: Ein Inselbewohner will die Bezeichnung “Lesbe” verbieten lassen. Sie “diskriminiere” alle Frauen der Insel, so sein Argument.
von Anke Stefan
Griechenland scheint ein Faible für Namensstreits zu haben. Nicht nur mit dem angrenzenden Mazedonien tobt derzeit ein Streit um den Namen, da Griechenland selbst eine Provinz mit diesem Namen hat, nein, nun will man in Griechenland auch den Lesben ihren Namen streitig machen: Gemeinsam mit zwei weiteren Inselbewohnerinnen hat der Herausgeber eines archäologischen Magazins auf der vor der türkischen Küste liegenden griechischen Insel Lesbos Klage gegen die “Griechische Gemeinschaft Homosexueller und Lesben” eingereicht. Die Verwendung der Bezeichnung “Lesbe” im Vereinsnamen diskriminiere alle Frauen der Insel, so die Begründung.
Fall fürs Gericht
Das Wort Lesbe als Synonym für eine homosexuelle Frau geht auf die antike Dichterin Sappho zurück. Die von der gleichnamigen Insel stammende Sappho lebte Ende des siebten bis Anfang des sechsten Jahrhunderts vor Christus und zählt zu den bedeutendsten Lyrikern des klassischen Altertums. Zahlreiche ihrer Lieder besingen die Liebe zwischen Frauen.
Köln. – Der wegen seiner schwulenfeindlichen Texte umstrittene jamaikanische Sänger wird voraussichtlich keine Konzerte in Deutschland geben. Der lesben- und schwulenverband deutschland (LSVD) hatte mit seinem Protest bei der Bundesregierung Erfolg.
Der Sänger Sizzla Kalonji, der mit bürgerlichem Namen Miguel Collins heisst, werde wahrscheinlich kein Einreisevisum für Deutschland erhalten, teilte der LSVD mit. Das Bundesinnenministerium habe dem Verband mitgeteilt, dass das für die Visaerteilung zuständige Auswärtige Amt “aufgrund unseres Schreibens” die “erforderlichen ausländerrechtlichen Maßnahmen zur Verhinderung einer Einreise in den Schengenraum getroffen” habe, schrieb der LSVD in einer Aussendung. Darum hatten der LSVD die Ministerium Ende März gebeten. weiterlesen