Hamburg. – Einen schwulen Bürgermeister hatte Hamburg mit dem CDU-Politiker Ole von Beust schon seit 2001. Doch mit der neuen schwarz-grünen Landesregierung brechen für die Hansestadt noch schwulere Zeiten an.
Vor dem Hamburger Rathaus weht beim CSD künftig die Regenbogenfahne. Das haben die Parteien, die in Deutschland erstmals auf Landesebene koalieren, eigens in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt. Zudem will die schwarz-grüne Regierung auch eine Initiative in der deutschen Länderkammer, dem Bundesrat, zur steuerrechtlichen Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit Ehepaaren unterstützen – allerdings erwatungsgemäss “bei Anerkennung der besonderen Bedeutung der Ehe für die CDU”.
Auch die schwul-lesbische Olympiade, die “GayGames”, kann mit einer “wohlwollenden Prüfung” rechnen, sollte sie Hamburg als Austragungsort wählen, hieß es weiter in verschiedenen Agentur- und Presseberichten. weiterlesen
London. – Seine Wahl zum Bischof von New Hampshire hatte die anglikanische Kirche vor vier Jahren in helle Aufregung versetzt. Jetzt will der bekennende schwule US-Bischof Gene Robinson auch ohne Einladung zur anglikanischen Lambeth-Konferenz im Juli nach London kommen, wie die britische “Times” meldet.
Der Ehrenprimas der anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, hat Robinson, der im Juni seinen langjährigen Partner heiraten will, nicht zu der hochrangigen Versammlung eingeladen, zu der mehr als 800 Bischöfe aus aller Welt erwartet werden. Die Lambeth-Koferenz ist das wichtigste Beschlussgremium der anglikanischen Weltgemeinschaft. Sie tagt nur alle zehn Jahre. weiterlesen
Potsdam. – Die Potsdamer Universität verweigert die Regenbogenflagge nach wie vor. Dafür weht sie jetzt zum CSD vor dem Potsdamer Stadthaus.
Brandenburgs Sozialministerin Dagmar Ziegler (SPD) hisste sie zum Auftakt einer Veranstaltungsreihe zu dem Schwulen- und Lebenfest in der Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Brandenburg höchstpersönlich.
Zugleich mahnte sie mehr Toleranz für Homosexuelle an. “Diskriminierung und Ausgrenzung von Homosexuellen gehören leider noch immer zum Alltag, gerade im ländlichen Raum”, sagte Ziegler der Deutschen Presse-Agentur. weiterlesen
Köln. – Der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hat Karl Kardinal Lehmann aufgefordert, zur Diskriminierung Schwuler und lesben in der katholischen Kirche Stellung zu nehmen.
Lehman spricht am 23. April bei einem Kongress der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) zum Thema: “Wertegesellschaft als ökonomischer Faktor” den einleitenden Vortrag. LSVD-Sprecher Manfred Bruns sagte, als ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz verantworte Lehmann die Erklärung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz, dass die Eingetragene Lebenspartnerschaft mit den Loyalitätsobliegenheiten der Beschäftigten in Einrichtungen der Katholischen Kirche unvereinbar sei. In der Erklärung ist festgelegt, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen sind, wenn sie eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, und zwar auch dann, wenn sie der Katholischen Kirche nicht angehören. weiterlesen
Potsdam. - Regenbogenflagge, nein Danke: Zum Christopher Street Day und aus anlass der Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie auf dem Campus wollte die LesBiSchwule Hochschulgruppe “QueerUP” die regenbogenflagge auf dem universitätsgelände hissen. Das Präsidium der Universität Potsdam lehnte ab: “die Außenwahrnehmung der Hochschule”, so das argument, sollte “in ihrer Gesamtheit vornehmlich auf hochschulpolitische Themen beschränkt sein”.
Für die Landeshauptstadt Potsdam ist das aufziehen der Regenbogenflagge dagegen seit Längerem eine Selbstverständlichkeit. Dies impliziere, dass Themen wie Homo-, Bi- oder Transsexualität an der Universität keine Rolle spielten, moniert “QueerUP”. Mit der Ablehnung spreche das Präsidium der Gruppe die Hochschulrelevanz ab, sagte Martin Neumann, Mitglied der Gruppe. Lebens-, Arbeits- und Studienbedingungen würden auch sonst als Bestandteil der Hochschulpolitik verhandelt und öffentlich gemacht. weiterlesen
Helsinki. - Finnlands neuer Aussenminister ist ein Schwulenaktivist. Seit 2004 war Cai-Göran Alexander Stubb Abgeordneter im Europäischen Parlament, als Vize-Chef der schwul-lesbischen Intergruppe im EU-Parlament setzte er sich in Strassburg und Brüssel für die Rechte von Lesben und Schwulen ein.
“Alexander ist ein sehr netter Kollege in der Intergruppe gewesen”, sagte die deutsche Europa-Abgeordnete Lissy Gröner (SPD) in einem Interview. Sie ist ebenfalls Vize-Präsidentin der Intergruppe. Sie sei sich sicher, dass er “ein wunderbarer Aussenminister” werde. “Ich möchte ihm danken für den Beitrag, den er für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen geleistet hat.”
Der 40 jahre alte Stubb ist Mitglied der liberal-konservativen Nationalen Sammlungspartei. Er löst den als “Sex-SMS-Minister” in die Schlagzeilen geratenen Ilkka Kanerva ab. Dieser musste zurücktreten, als bekannt wurde, dass er von seinem Diensthandy rund 200 SMS-Nachrichten an eine Stripperin geschickt hatte. (wf) weiterlesen