Frankfurt am main. - frankfurt, alte gasse. es wird gerade dunkel. junge männer huschen vorbei, hübsch gemacht, die haare gegelt, auf dem weg in die szenekneipen wie das lucky’s, das pulse, den schwejk oder den engel. die hippen schwulen lokale sind alle nur ein paar meter entfernt. neben der krawallschachtel lümmeln ein paar stricher herum und warten auf kundschaft. vor dem oscar-wilde-buchladen stehen zwei junge männer und werfen einen blick auf die neuesten schwulen bücher. schräg gegenüber in der nummer 36 ist das switchboard, das café der frankfurter aids-hilfe. mittendrin in der frankfurts schwuler szene.
seit achtzehn jahren gerade dort und das mit guten grund, sagt norbert dräger vom switchboard: “für uns als aids-hilfe ist es unglaublich wichtig, dass wir mitten in der schwulen szene sind, weil wir dort am besten die leute erreichen, die wir erreichen wollen, was die prävention zu hiv und den anderen gesundheitsfragen betrifft.”
gesundheitsfragen standen bei der gründung des switchboards vor 18 jahren an erster stelle. 1988, in der hoch-zeit der aids-epidemie, griff das tödliche virus auch in frankfurt um sich. damals sollte das switchboard vor allem hiv-infizierten menschen einen treffpunkt und rückzugsmöglichkeiten bieten. norbert dräger: “damals war es notwendig, einen ort zu finden, wo hiv-positive und nicht positive und ungetestete einen raum hatten, wo sie sich zurückziehen konnten, wo sie auch lernen konnten, miteinander umzugehen.” weiterlesen