Zürich. – Jetzt gibts den Kondom-Velokurier: Die gemeinsame LOVE LIFE STOP AIDS-Kampagne des Bundesamtes für Gesundheit und der Aids-Hilfe Schweiz startet in Zusammenarbeit mit den Velokurierdiensten in Bern, Genf und Zürich eine neue Runde: “Ging’s zu schnell, um an Gummis zu denken?»
Bis Ende Juli beteiligen sich der Velokurier in Bern, der Veloblitz in Zürich und La Vélopostale in Genf an der LOVE LIFE STOP AIDS-Kampagne, wie die AIDS-Hilfe mitteilte. Diese Kurierdienste sorgen bei Anruf für eine Express-Lieferung Kondome. Auf ihren Rucksäcken werden die Kuriere und Kurierinnen ausserdem nicht nur für ihre neue Dienstleistung, sondern auch für die Präventionskampagne LOVE LIFE STOP AIDS Werbung machen. weiterlesen
Zürich. – Die rechtskonservative Schweizer Volkspartei (SVP) hat einen schwul-lesbischen Verein. Die rund 40 Mitglieder zählende GaySVP hat sich am Wochenende in Zürich gegründet. Eine offizielle Parteiorganisation ist die innerparteilich umstrittene GaySVP allerdings nicht.
“Auch in der SVP gibt es Homosexuelle”, sagte der neu gewählte Vereinspräsident Beat Feurer aus Biel bei der Versammlung im Zürcher Volkshaus. Das Outing sei für viele allerdings schwierig. Viele SVP-Mitglieder seien “nicht aus Prinzip homosexuellenfreundlich”. weiterlesen
Zürich. - Der Grössenwahn kennt bekanntlich keine Grenzen. “XXL” scheint gerade bei Schwulen längst der Standard zu sein. Die Kondomindustrie hat das erkannt und bietet seit langem entsprechendes an. Die Aidshilfe Schweiz hat sich gegen den Trend Gedanken um all jene gemacht, die manche Kondome gar nicht ausfüllen können: Sie empfiehlt ihnen ein neues kleines Gummi.
Und das hat auch seinen Reiz: Das neue Kondommodell “Hotshot” der Marke Ceylor sei “ein speziell für Jugendliche entwickeltes Kondom”, teilte die Aids Hilfe Schweiz heute mit - und wo der Jugendwahn unter Schwulen ebenso grassiert wie der Grössenwahn, eröffnet das in Sachen Schwanzgrösse ganz neue Argumentationsmöglichkeiten.
Zurück zur Messlatte: “Normale” Kondome messen rund 53 Millimeter in der Breite (entrollt, flach auf den Tisch gelegt und nachgemessen), das “Ceylor Hotshot” bringt es auf 45 Millimeter. Damit ist es noch etwas kleiner als das kleinste der Marke “MySize”, das 47 Millimeter breit ist. Wer jetzt mit der Kreiszahl Pi und Lineal anfängt, zu messen und zu rechnen, bitte bedenken, dass das Kondom immer etwas kleiner sein muss, damit es auch sitzt. weiterlesen
Bern. - Nun hat auch die rechtskonservative Schweizer Volkspartei SVP ihre Schwulendebatte. Genauer gesagt ihre interne. Am Montag schaltete eine Handvoll SVP-Politiker eine Webseite für die “GaySVP” auf. Doch sie wurden umgehend von der Parteispitze zurückgepfiffen. Das Parteilogo mit der Sonne, so die Direktive, müsse sofort entfernt werden, hiess es von ganz oben, wie Schweizer Medien berichten.
Was bei anderen Schweizer Parteien an der Tagesordnung ist, soll bei der SVP einfach nicht sein. Zumindest nicht so einfach wie bei der sozialdemokratischen SP oder der freisinnigen FDP, bei denen es längst Gay-Gruppierungen gibt. Obwohl es auch innerhalb der SVP kein Geheimnis ist, dass dort homosexuelle Mitglieder existieren, reagierte die Parteispitze überrumpelt auf die Gründung der 17 Mitglieder zählenden GaySVP: “Wir müssen zuerst abklären, was das für eine Organisation ist und was für Leute dahinterstecken”, sagte SVP-Generalsekretär Martin Baltisser der Gratiszeitung “20 Minuten”, die die Affäre diese Woche in der Schweiz öffentlich machte. Grundsätzlich sei die sexuelle Ausrichtung der Parteikollegen aber kein Problem: “Wir haben zahlreiche homosexuelle Mitglieder.” weiterlesen
Es gibt keinen “Kult um die Schwulen”. Homosexuelle werden zwar immer sichtbarer. Aber wirklich gleichberechtigt sind sie noch nicht. Eine zweite Antwort auf die Thesen von Philipp Gut im Schweizer Magazin “Weltwoche” (”Handschellen in Rosarot“) und in der deutschen Tageszeitung “Die Welt” (”Homosexualität ist zu einer Art Religion geworden“).
Von Volker Beck*
Muss man wirklich gegenhalten, wenn einer sich künstlich darüber erregt, dass es einen Verein schwuler Eisenbahnfreunde gibt? Muss man einen Autor ernst nehmen, der als einziges Beispiel für die von ihm fantasierte Weltverschwörung zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit eine verhinderte Schönheitskönigin aus den USA anführen kann, die wegen ihrer Ablehnung der Homo-Ehe angeblich den Miss-Titel verpasste? Übrigens eine Falschmeldung: Sie verlor ihren Status wegen Vertragsverletzungen.
Hat dieser Autor Philipp Gut, immerhin Kultur- und Gesellschaftschef des Schweizer Wochenmagazins “Weltwoche”, übersehen, dass kürzlich die Menschen in einigen US-Bundesstaaten in Volksabstimmungen mehrheitlich dafür votiert haben, ihren homosexuellen Mitbürgerinnen und Mitbürgern das Grundrecht auf Eheschließung zu verweigern? Sieht so etwa die “Homosexualisierung der Gegenwart” oder ein “Kult um die Schwulen” aus? weiterlesen
In der Schweiz heisst er Philipp Gut, in Österreich Andreas Unterberger. Der eine arbeitet als Kultur- und Gesellschaftschef bei der “Weltwoche”, der andere ist ehemaliger Chefredakteur der “Wiener Zeitung”. Beide versuchen derzeit, in pseudo-feuilletonistischem Duktus den überfälligen staatlichen und gesellschaftlichen Respekt vor Schwulen und Lesben zu diskreditieren. Am Ende diskretitieren sie sich damit selbst.
Von Wolfgang Frey
Zu den Anwürfen von Phillip Gut haben auf tuckenalarm.com bereits der deutsche Medienjournalist und Publizist Stefan Niggemeier und Grünen-Politiker Volker Beck Stellung genommen. Philipp Gut konstatiert eine Art Weltverschwörung der Homosexuellen gegen seine offenbar eingeschränkt heterosexuelle Weltsicht, er fühlt sich lesbar bedroht und stilisiert Homosexualität zu einer Art Religion herauf, der sich offenbar niemand zu entziehen wage.
Auf seinem “nicht ganz unpolitischen” Tagebuch setzt Andreas Unterberger unter dem Titel “Schwulenehe: Die miesen Tricks” nun noch einen drauf. Die unzureichenden Vorschläge für eine Eingetragene Partnerschaft in Österreich sind ihm einen Erguss wert, der beim homosexuellen Leser das Gefühl auslöst, er müsse schon fast ein wenig hass- oder zumindest angsterfüllt sein. Der Chef der konservativen Volkspartei Österreichs (ÖVP), Josef Pröll, dessen Partei bis zum Schluss gegen den Protest zahlreicher Homo-Vertreter im Land bremste, was zu bremsen war, ist für Unterberger nun zum “Umfaller” geworden, weil er dieser Homo-Ehe-light überhaupt seinen Segen (“gangbarer Kompromiss”) gab.
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zürich. – die aids-Hilfe Schweiz setzt ihre kampagne für respekt gegenüber hiv-positiven menschen mit neuen gesichtern fort: Johan Djourou, Stephan Eicher, Lara Gut, Stress, Sandra Studer und Xenia Tchoumitcheva unterstützen die Aids-Hilfe Schweiz in ihrem Engagement für Menschen mit HIV. Die Kampagne im Vorfeld des Welt-Aids-Tages vom 1. Dezember macht darauf aufmerksam, dass HIV-positive Menschen in der Schweiz immer noch diskriminiert werden. Auf www.solidaritaet.aids.ch kann jede und jeder “JA“ sagen zur Solidarität mit HIV-positiven Menschen.
“Würdest Du mich noch respektieren, wenn ich HIV-positiv wäre?“, will Rapper Stress wissen, “Würden Sie mich noch als Model buchen, wenn ich HIV-positiv wäre?“ fragt Xenia Tchoumitcheva. Sie sowie weitere Prominente – Fussballer Johan Djourou, Skirennfahrerin Lara Gut, Musiker Stephan Eicher und die Moderatorin Sandra Studer – stellen ihre persönlich gefärbten Fragen der betrachtenden Person und schauen ihr dabei direkt in die Augen. weiterlesen
Bern. – Optimismus, aber keine Entwarnung: So fasst das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Ergebnisse der HIV-Ansteckungsstatistik des dritten Quartals zusammen.
“Erstmals seit Jahren zeigt sich kein weiterer Anstieg der HIV-Meldungen bei schwulen und anderen Männern, die mit Männern Sex haben”, schreibt das Amt in seinem heute erschienen Bulletin und warnt zugleich. “Ein Nachlassen der Präventionsbemühungen könnte diese positive Entwicklung aber schnell wieder zunichte machen.” ähnlich äusserte sich die EU-Kommission.
Nach der Hochrechnung des BAG sind für 2009 mit knapp 250 deutlich weniger HIV-Diagnosen bei schwulen und bisexuellen männern zu erwarten als 2008. Damals waren es 331 Fälle. Die Analyse der monatlichen Meldungen zeige, dass die Trendumkehr im Sommer 2008 stattgefunden habe – zufälligerweise zeitgleich mit dem Abschluss der der Präventionskampagne «Mission: possible!» der Aids-Hilfe Schweiz in der Schwulenszene. Bei heterosexuellen blieb die zahl der neuinfektionen stabil. weiterlesen
Philipp Gut mag keine Schwulen mehr sehen. Wo er auch hinguckt, sind Homosexuelle: in der Politik, im Militär, auf der Straße, im Internet, selbst in den Schulen. Philipp Gut fühlt sich davon belästigt. Er hat nichts gegen die Leute an sich, und eigentlich auch nichts gegen ihre Homosexualität. So lange sie sie nur verstecken. Jetzt, da Homosexualität nicht mehr diskriminiert werde, sagt er, gebe es auch keinen Grund mehr, sie zu zeigen.
von stefan niggemeier*
Philipp Gut ist Kultur- und Gesellschaftschef der „Weltwoche”. Die Schweizer Wochenzeitung hat sich unter Roger Koeppel geschickt eine publizistische Nische erobert, indem sie all die überwundenen geglaubten Ressentiments von ihrem muffigen Geruch befreit und neu als frischen Kampf gegen vermeintliche Denkverbote des vermeintlichen Mainstreams verkauft.
Guts Beschwerde über die „Homosexualisierung der Gegenwart” erschien dort im Sommer, und der Text war dumm und homophob genug, um jetzt von der „Welt” recyclet zu werden. Über dreieinhalb Monate später wirken die konkreten Beispiele in dem Artikel zwar merkwürdig inaktuell, aber die Ignoranz und Bösartigkeit der Argumentation ist zweifellos zeitlos. weiterlesen
Zürich. - „Ich wollte ja ein Gummi benutzen, aber wusste auf die Schnelle nicht wo ich eins besorgen kann“: diese Ausrede gilt nicht mehr. Zumindest nicht für Besitzer eines iPhone. Mit der neuen Applikation „Kondom Localizr“ kann jedermann, aber auch jede Frau, schnell und einfach Kondomautomaten in seiner und ihrer Nähe abfragen und sich dort mit Präservativen versorgen.
Wer ein iPhone besitzt, steht nie mehr ohne Kondome da, wenn er oder sie das neue App „Kondom Localizr“ auf iTunes heruntergeladen hat. Auf Anfrage hin werden alle Verkaufsstellen der gewünschten Stadt aufgelistet und eine detaillierte Wegbeschreibung zum nächstgelegenen Selecta-Automaten gleich mitgeliefert. Zusätzlich enthält der „Kondom Localizr“ Sex Rules für Männer und Frauen. Damit Safer Sex auch zum Vergnügen wird.
Die Zürcher Agentur Publicis Modem hat die iPhone-Anwendung im Auftrag der Aids-Hilfe Schweiz entwickelt. Der Projektleiter Marc Uricher meint dazu: „ Es macht immer wieder Spass, das Nützliche mit dem Guten zu verbinden.“ weiterlesen
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