wien. – „Möchte Schwulengruppe in Wien gründen bzw. an einer mitarbeiten“, hiess es im frühjahr 1979 in einer kleinanzeige. aus dem inserat in der wiener progrmmzeitung „falter” ist inzwischen österreichs wichtigster Lesben- und Schwulenverband geworden. den 30. geburtstag will die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien heuer “das ganze Jahr über gebührend feiern“, wie Jona Solomon, die neu gewählte Obfrau, auf der 30. Generalversammlung der hosi wien ankündigte.
Generalsekretär Kurt Krickler erinnert sich noch gut ans frühjahr 1979 und das inserat des späteren ersten Vereinsobmanns Wolfgang Förster. „Auf diese Annonce meldeten sich etliche Personen, und so kam es ab Ende März zu den ersten Treffen, zuerst noch in Privatwohnungen. Aber wegen des großen Andrangs mussten sie ab Mai 1979 ins Alternativlokal ‚Treibhaus‘, das spätere ‚Rotstilzchen‘, im 5. Wiener Gemeindebezirk verlegt werden“, sagt Kurt Krickler, der ab dem zweiten Treffen mit von der Partie war. „1981 stießen die ersten Frauen zum Verein und gründeten eine eigene Lesbengruppe, die sich seither jeden Mittwoch trifft.“ weiterlesen
feldkirch/linz. - immer mehr katholiken wehren sich mit austritten gegen die erzkonservative hetze exponierter kirchenvertreter gegen schwule und juden. wie der “orf” meldet, sind allein im bundesland vorarlberg im Februar knapp 380 Menschen aus der Kirche ausgetreten. Im Bezirk Feldkirch, wo Bischof Elmar fischer homosexualität kürzlich in einem atemzug mit “psychischen erkrankungen” wie alkoholismus und angstneurosen nannte, habe sich die Zahl vervierfacht. unterdessen lassen die unterstützer des rückwärtsgewandten kurses von papst benedikt xvi., der kürzlich den holocaust-leugner richard williamson rehabilitiert hatte, in ihrer agitation nicht nach.
laut “orf” kehrten der katholischen kirche in Vorarlberg im vergangenen monat 376 Menschen den rücken, das seien zweieinhalb Mal mehr als in einem durchschnittlichen Monat. Im Februar 2008 habe es lediglich 145 Austritte gegeben. Die Bezirkshauptmannschaft Feldkirch habe 120 Austritte gemeldet, sonst seien es im Monat etwa 30. Rainer Juriatti, Pressesprecher der Diözese, habe von einer Katastrophe gesprochen.
Fischer hatte sich zwar für seine aussagen “entschuldigt”, das besänftigte die katholiken in der region offenbar aber nicht. Wie fischer outete sich jetzt auch der Pfarrer von St. Gallenkirch, Eberhard Amann, als unterstützer von Gerhard Maria Wagner, der homosexualität als krank und heilbar bezeichnet hatte und nach dem willen des vatikans neuer bischof von linz werden sollte. inzwischen hat er das amt bekanntlich ausgeschlagen. weiterlesen
st. gallen. - tuckenalarm.com hat jetzt ein eigenes forum. auf forum.tuckenalarm.com kannst du über die themen aus diesem magazin und über vieles andere mit anderen usern diskutieren. damit das ganze funktioniert, wäre es super, wenn du einfach mal reinschaust und vielleicht einen beitrag hinterlässt, wenn du magst. du kannst dich dort über politik, alltagsbeobachtungen- und probleme, coming-out, partnerschaft, die schwul-lesbische szene und vieles mehr austauschen.
da das forum neu ist, ist dort natürlich im moment noch nicht viel los, aber der erfolg des ganzen liegt unter anderem an dir. deine beiträge sind willkommen. (wfr) weiterlesen
wien. - östereichs bundespräsident heinz fischer hat in der diskussion um homosexualität als krankheit klar gegen die konservative und homophone haltung einiger katholischer geistlicher stellung bezogen. in einem interview mit dem magazin “profil” sagte er: “Homosexualität ist natürlich keine Krankheit.”
fischer unterstrich, er wünsche sich, “dass wir auch in Österreich die konstruktiven Diskussionen der letzten Jahre fortsetzen und mit konkreten Entscheidungen und Beschlüssen abschließen, und zwar dahingehend, dass die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen definitiv beendet” werde.
eingetragene partnerschaften zwischen schwulen und lesen, so fischer weiter, können auch das Standesamt geschlossen werden: “Es gibt aus meiner Sicht kein gewichtiges Argument, diesen Wunsch nicht zu erfüllen.” weiterlesen
wien. - Die wiener “Grünen Andersrum” haben am Freitag in wien vor dem Stephansdom gegen die homophoben angriffe der katholischen kirche demonstriert, insbesondere gegen die mehrfach gefallene einschätzung, homosexualität sei “krank” und “heilbar”. entsprechend gaben sich die teilnehmer der aktion ausdrücklich “unheilbar”.
laut marco schreuder von den wiener grünen kamen viele Leute zu der Aktion: “die Buttons und T-Shirts (übrigens ab sofort auch im Grünzeux-Shop online oder in der Lindengasse 40, 1070 Wien, zu kaufen) gingen weg, wie die warmen Semmeln.” dennoch habe er auch viele Leute getroffen, die noch immer meinten, homosexuelle seien arm und sie sollten uns doch bittegarschön heilen lassen. (wfr)
linz. – der umstrittene designierte Weihbischof Gerhard Maria Wagner, gibt auf. Der am 31. Januar von Papst Benedikt XVI. zum neuen Weihbischof von Linz (Donau) ernannte Gerhard M. Wagner, Pfarrer von Windischgarsten, hat den Papst um Ruecknahme seiner Ernennung gebeten. Dieser Bitte sei vom Heiligen Stuhl entsprochen worden, berichtet am Sonntagabend die Nachrichtenagentur “Kathpress” in Wien. wagners kritiker zeigten sich erleichtert.
In einer Stellungnahme an die Medien erklaerte der als erzkonservativ geltende 54-jährige Wagner: “Angesichts der heftigen Kritik bin ich im Gebet und nach Ruecksprache mit dem Dioezesanbischof zu dem Entschluss gekommen, den Heiligen Vater in Rom um Ruecknahme meiner Ernennung zum Weihbischof von Linz zu bitten.”
Der Ruecktritt von Gerhard M. Wagner sei “im Interesse und zum Wohl der Dioezese Linz” erfolgt, sagte der oberoesterreichische Dioezesanbischof Ludwig Schwarz gegenueber “Kathpress”. weiterlesen
feldkirch. - der erzkonservative linzer weihbischof Gerhard Maria wagner hat für einen tag schützenhilfe aus vorarlberg bekommen. in einem interview mit “radio orf vorarlberg” verglich der feldkircher Bischof Elmar fischer homosexualität am mittwoch mit “psychischen erkrankungen” wie alkoholismus und angstneurosen. am donnerstag ruderte er nach einem sturm der entrüstung wieder zurück.
ebenso wie wagner gab sich fischer am mittwoch überzeugt, homosexualität lasse sich “heilen”. und auch fischer unterstrich, schwule und lesben solle man ebensowenig aus der katholischen kirche ausschließen wie andere psychisch kranke. der ausgebildete psychotherapeut sagte dem “orf” wörtlich: “wir sind froh, wer immer heilbar ist.”
den umstrittenen und nicht weniger homophoben bischof wagner würdigte fischer als einen priester, der seine aufgabe offenbar ernst nehme, echte gläubigkeit vermittle und dem gesellschaftlichen werteverfall entgegenwirke. weiterlesen
salzburg. – Der neue Linzer Weihbischof Wagner behauptet, man könne Schwule „heilen”. Das ist dumm, arrogant und herzlos. Wenn man Gerhard Maria Wagner wohl wollte, könnte man sagen, der Mann wisse nicht, wovon er redet. Die Behauptung, man könne Homosexualität „heilen”, ist schon einmal falsch, weil sie von der Voraussetzung ausgeht, schwul zu sein sei eine Krankheit wie die Grippe.
von Viktor Hermann*
Wagner beweist mit dieser Einstellung, dass er sich um Erkenntnisse der Naturwissenschaften nicht schert, wenn diese nicht in sein seltsames Weltbild passen. Wir wissen ja schon seit Langem, dass sexuelle Veranlagung genetisch angelegt und bedingt ist.
Wagners Ansatz ist herzlos, weil er Menschen mit homosexueller Veranlagung und Lebensweise pauschal ablehnt und nicht in der Lage ist, sie so zu akzeptieren, wie sie sind. Viel lieber will er sie sich zurechtbiegen. Das erinnert fatal an ein Menschenbild, das der katholischen Kirche jahrhundertelang als Rechtfertigung für Missionierung mit Feuer und Schwert diente. weiterlesen
linz. - die homosexuelle initiative linz (hosi linz) hat entsetzt auf die äusserungen des vom papst eingesetzten künftigen Linzer Weihbischofs Gerhard Maria Wagner reagiert, homosexualität sei “heilbar”.
Die HOSI Linz wies diese Aussage “auf das Allerschärfste” zurück. die dahinter stehende Geisteshaltung Pfarrer Wagners sei nicht nur für den gegenseitigen Dialog nicht förderlich sondern ein “Schlag ins Gesicht aller gläubigen Lesben und Schwulen weit über die Diözese Linz hinaus”, hiess es in einer presseaussendung. Pfarrer Wagner befinde sich damit nicht auf der Meinung der österreichischen Katholiken.
“Die Äußerungen Wagners, Homosexualität sei heilbar, Lesben und Schwule seien am Hurrikan Kathrina schuld, führen sich eigentlich von selber ad absurdum”, sagte HOSI-Vereinssprecherin und Gemeinderätin Edith Schmied. “Diese Äußerungen, mehrfach von Wagner vertreten, zeugen von einem abstrusen Weltbild Wagners, das finstere Mittelalter lässt grüßen!“ weiterlesen
linz. – das katholische online-portal “kath.net” ruft zur unterstützung des paPSTES AUF. auf der eigens geschalteten seite “www.ja-zu-benedikt.net” darf man sich jetzt “gegen die maSslosen Angriffe” - auch dieses mediums - “gegen unseren Hirten” wehren.
“Diese Angriffe sind unangebracht und entsprechen weder der Wahrheit noch einem menschenwürdigen Umgang miteinander”, heisst es in dem aufruf. “Wir sind engagierte katholische Laien, Ordensleute und Priester. Durch unsere Unterschrift erklären wir ausdrücklich unsere Solidarität mit Eurer Heiligkeit!” weiterlesen
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