Wien. – Seit der Einführung der Eingetragenen Partnerschaft in Österreich haben bereits hunderte Schwule und Lesben von der Möglichkeit der Eintragung Gebrauch gemacht. Nach einem Bericht des ORF-Morgenjournals waren es bis Mai genau 349 Paare.
Die meisten eingetragenen Partnerschaften gibt es dem Bericht zufolge in Wien. Dort liessen sich 185 Paare eingetragen. An zweiter Stelle folgt Niederösterreich mit 47, an dritter die Steiermark mit 36. Schlusslichter sind Vorarlberg, Kärnten und das Burgenland mit jeweils weniger als zehn eingetragenen Partnerschaften. weiterlesen
Wien. - “We are family!” ist das Motto der 15. Wiener Regenbogenparade am Samstag, 3. Juli 2010. “Das heurige Motto soll darauf aufmerksam machen, dass Schwule und Lesben nicht nur eine große Familie sind, sondern auch in Familien leben”, sagte Jona Solomon, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien.
“In Familien, die nicht die gleiche Akzeptanz und rechtliche Stellung genießen wie heterosexueller Paare”, unterstrich Solomon. “Daher ist die Parade nicht nur ein bunter Umzug, sondern auch oder vor allem eine Demonstration gegen die Ignoranz der Politik, die gleichgeschlechtliche Paare beispielsweise immer noch von der Adoption ausschließt, obwohl in Österreich tausende Regenbogenfamilien leben.” weiterlesen
Wien. – Pünktlich zur Regenbogenparade am 3. Juli in Wien erscheint in Österreich die erste Briefmarke mit einem schwul-lesbischen Sujet: Die Sondermarke ist der 15. Regenbogenparade gewidmet. “Unseres Wissens ist es überhaupt das erste Mal weltweit, dass eine Postverwaltung eine Sonderbriefmarke zu einem schwul-lesbischen Anlass herausgibt”, sagte Jona Solomon, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien am Montag in der österreichischen Hauptstadt.
Gestaltet hat die Briefmarke “15 Jahre Regenbogenparade” Christian Högl, der neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Obmann der HOSI Wien als Grafiker arbeitet und in den letzten acht Jahren verschiedene Paradendesigns entworfen hat, wie die HOSI Wien mitteilt. Gedruckt wird die Sondermarke in einer Auflage von 250.000 Stück. Der Nennwert der Briefmarke beträgt 55 Eurocent, das heißt, sie wird für die Frankierung eines Standardbriefs oder einer Postkarte im Inland geeignet sein.
“Philateliegeschichte geschrieben”
“Die Österreichische Post AG schreibt mit dieser Briefmarkenausgabe einmal mehr Philateliegeschichte”, sagte HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler. “Wir sind unheimlich stolz darauf, dass Österreich hier für eine echte Sensation sorgt, die weltweit bisher einzigartig und erstmalig ist.”
Am 3. Juli wird die Österreichische Post am Schwarzenbergplatz, wo nach der Parade die Schlusskundgebung stattfindet, ein Sonderpostamt einrichten, bei dem die Sonderbriefmarke verkauft wird. Die HOSI Wien will zudem eigene Postkarten drucken lassen, damit die Paradenteilnehmer an Ort und Stelle Paradengrüße verschicken können. (pd/wfr)
[bild: HOSI WIEN]
Washington/Wien. - Der internationale Protest gegen die ugandischen Pläne für eine Todesstrafe für Homosexuelle wird schärfer. Neben dem Europäischen Parlament, das die Pläne bereits verteilte, forderten auch die Vereinigten Staaten Uganda erneut auf, das Gesetzesvorhaben fallenzulassen. Das US-Aussenministerium appellierte an Präsident Yoweri Museveni, sein Veto-Recht zu nutzen. Die österreichischen Grünen forderten eine konzertierte Aktion der internationalen Gemeinschaft.
Die Einführung der Todesstrafe für Fälle von “schwerer Homosexualität” in Uganda könnte weitere afrikanische Staaten dazu ermutigen, ähnliche Gesetze zu erlassen, sagte der Assistenz-Sekretär des US-Aussenministeriums, Johnnie Carson, am Freitag Ortszeit in Washington vor den Medien nach einem Treffen mit schwul-lesbischen Aktivisten. “Auch unserer Sicht ist das Vorhaben eine Vergewaltigung der Menschenrechte”, sagte der US-Diplomat nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters.
Carson, der höchste US-Diplomat für den afrikanischen Kontinent, sagte, das Aussenministerium habe den Protest gegen die Pläne bereits bei Ugandas Präsident Yoweri Museveni deponiert. Die USA rufe Museveni auf, notfalls sein Veto gegen das Gesetz einzulegen, sagte Carson. Mit einer Kürzung von Hilfen für das Land drohte Carson allerdings nicht. Uganda ist einer der grossen Empfänger von US-Geldern zur AIDS-Bekämpfung, insgesamt hat der Staat 2009 den Angaben zufolge geschätzte 390 Millionen US-Dollar aus den Vereinigten Staaten erhalten. weiterlesen
Wien. – Nach einer kontroversen Debatte im Nationalrat hat sich Österreich am Donnerstag zu einer Eingetragenen Partnerschaft für Schwule und Lesben durchgerungen. Die “Homo-Ehe-light” soll ab 2010 möglich sein. Obwohl viele Forderungen aus der schwul-lesbischen Szene mit dem Gesetz nicht erfüllt werden, geisselten Gegner die Vorlage bis zuletzt als zu weitgehend.
Die Debatte im Nationalrat verlief laut und emotional. “Ganz subtil versucht man, mit allen Mitteln die tradierte Form des Zusammenlebens von Mann und Frau, nämlich die Ehe auszuhebeln und ad absurdum zu führen”, wetterte etwa die Abgeordnete Anneliese Kitzmüller von der rechtskonservativen FPÖ. Ihre Partei lehnte das Gesetz erwartungsgemäß geschlossen ab.
Zustande kam es schliesslich mit den Stimmen der Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP, die sich auf den Kompromiss verständigt hatten, der unter anderem keine Eintragung der Partnerschaften am Standesamt, sondern auf der Bezirkshauptmannschaft vorsieht. Ebenfalls dafür stimmten auch zwei Abgeordnete der Grünen, denen das Gesetz insgesamt nicht weit genug ging und zwei Abgeordnete des rechtskonservativen BZÖ, das in der Frage der Homo-Ehe innerparteilich nicht ganz einig ist. weiterlesen
Bregenz. – Das “Ländle” will sich keine Homo-Ehe von Wien verordnen lassen. Selbst die “Homo-Ehe-light”, die demnächst im Nationalrat beschlossen werden soll, geht dem Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) zu weit: Die vorgesehene Fassung sei “nicht akzeptabel”, sagte Sausgruber in einem Interview mit den “Vorarlberger Nachrichten” (VN). Derweil werden die Forderungen nach völliger Gleichstellung mit der Ehe lauter.
Sausgruber hat in der Gesetzesvorlage, die viele Lesben- und Schwulenorganisationen in Österreich als zu wenig weit gehend kritisieren, eine zu starke Annäherung an die Ehe ausgemacht: “Das lehnen wir ab”, sagt er der Zeitung nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. In Wien habe er offiziell eine entsprechende Stellungnahme der Landesregierung deponiert, hiess es weiter. weiterlesen
In der Schweiz heisst er Philipp Gut, in Österreich Andreas Unterberger. Der eine arbeitet als Kultur- und Gesellschaftschef bei der “Weltwoche”, der andere ist ehemaliger Chefredakteur der “Wiener Zeitung”. Beide versuchen derzeit, in pseudo-feuilletonistischem Duktus den überfälligen staatlichen und gesellschaftlichen Respekt vor Schwulen und Lesben zu diskreditieren. Am Ende diskretitieren sie sich damit selbst.
Von Wolfgang Frey
Zu den Anwürfen von Phillip Gut haben auf tuckenalarm.com bereits der deutsche Medienjournalist und Publizist Stefan Niggemeier und Grünen-Politiker Volker Beck Stellung genommen. Philipp Gut konstatiert eine Art Weltverschwörung der Homosexuellen gegen seine offenbar eingeschränkt heterosexuelle Weltsicht, er fühlt sich lesbar bedroht und stilisiert Homosexualität zu einer Art Religion herauf, der sich offenbar niemand zu entziehen wage.
Auf seinem “nicht ganz unpolitischen” Tagebuch setzt Andreas Unterberger unter dem Titel “Schwulenehe: Die miesen Tricks” nun noch einen drauf. Die unzureichenden Vorschläge für eine Eingetragene Partnerschaft in Österreich sind ihm einen Erguss wert, der beim homosexuellen Leser das Gefühl auslöst, er müsse schon fast ein wenig hass- oder zumindest angsterfüllt sein. Der Chef der konservativen Volkspartei Österreichs (ÖVP), Josef Pröll, dessen Partei bis zum Schluss gegen den Protest zahlreicher Homo-Vertreter im Land bremste, was zu bremsen war, ist für Unterberger nun zum “Umfaller” geworden, weil er dieser Homo-Ehe-light überhaupt seinen Segen (“gangbarer Kompromiss”) gab.
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“Wir sind mit dem Gesetz zwar vom 19. ins 20. Jahrhundert gesprungen”, sagte der Jurist der Zeitung. “Ich kämpfe nun dafür, dass wir im 21. Jahrhundert ankommen.” Konkret nennt er vier Punkte, die er nach Inkrafttreten des Gesetes bis zum Verfassungsgerichtshof einklagen will. weiterlesen
Wien. – Die Witwe des rechtspopulistischen österreichischen Politikers Jörg Haider hat 14 Monate nach seinem Tod einen spektakulären Erfolg vor Gericht erzielt: Wie die Tageszeitung “ÖSTERREICH” heute berichtet, hat das Grazer Landesgericht der deutschen “Bild”-Zeitung in einer Einstweiligen Verfügung verboten, Haider “homosexuell” zu nennen.
Inzwischen seien gleichlautende Urteile des Wiener Handelsgerichts auch an die Medien “News” und “Österreich” zugestellt worden, die die Berichte von “Bild” zitiert hatten. Die Einstweilige Verfügung gegen die Berichterstattung der Medien hatte in Haiders Namen seine Witwe Claudia beantragt.
Vor einigen Monaten hat sich ein Kellner als Geliebter des verstorbenen Kärntner Politikers geoutet. Für seine Witwe war die “Bild”-Story mit dem Titel “Haiders Geliebter packt aus” nicht hinnehmbar: Ihr Mann sei “sicher nicht homosexuell gewesen”, liess sie verlauten und zog vor ein Kärntner Gericht. Das sollte sicherstellen, dass Jörg Haider selig nie mehr als homosexuell bezeichnet werden darf. weiterlesen
Wien. - Die Webseite www.erstklassigerechte.at, auf der Schwule und Lesben für eine Nachbesserung des Gesetzentwurfs für die Eingetragene Partnerschaft im Land werben, ist am Mittwoch gegen 16 Uhr Opfer eines Hacker-Angriffs geworden.
Wie der schwule Blogger und Grünen-Aktivist Oliver Ritter auf seinem Blog berichtet, ist dadurch viel Content verloren gegangen. Die Webmaster seien dabei, den Inhalt wieder online zu stellen. Auf der Seite wurden unter anderem Stimmen gesammelt für eine Online-Petition. Nach Angaben der Webmaster war die Petition nicht betroffen und kann auch wieder unterzeichnet werden. (wfr) weiterlesen
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