Berlin. - Zur Halbzeit des Besuchs von Papst Benedikt XVI. zieht die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. eine positive Bilanz ihrer Aktivitäten. “Wir haben uns gegen die Sexualmoral des Papstes ausgesprochen und den ernsthaften Dialog in der katholischen Kirche gefordert, und genau darin fühlen wir uns bestätigt”, sagt Markus Gutfleisch von der HuK. Kritik übt die HUK am Schweigen des Papstes zu wichtigen Fragen.
Wenn sich das katholische Kirchenoberhaupt zu den Grund- und Menschenrechten bekenne, müsse es diese auch innerhalb der Kirche achten. Zwar sei es utopisch, zu erwarten, dass der papst bei seinem Deutschlandbesuch eine Veränderung in Sachen Ökumene, Zölibat, Gleichberechtigung von Frauen, Wiederverheirateten oder Schwulen und Lesben bekanntgebe. Sein Schweigen sei allerdings unerfreulich: “Dieser Theologe, der viel Sinn für Symbole hat, schafft es eben nur, einen kleinen Teil der Katholiken anzusprechen”, sagt Gutfleisch. weiterlesen
Berlin. - Die eingetragene Partnerschaft für Schwule und Lesben feiert in Deutschland am 1. august 2011 ihren zehnten Geburtstag. Zum Jahrestag der Einführung der “Homo-Ehe” werden die Forderungen nach einer völligen Gleichstellung der Gay-Partnerschaft mit der Ehe lauter, auch aus den Reihen der Bundespolitik.
“Zehn Jahre nach Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft ist die Zeit reif für die Öffnung der Ehe”, sagt Manfred Bruns, der Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD). Die Lebenspartnerschaft sei “ein Meilenstein auf dem Weg zur Anerkennung und Gleichstellung von Homosexuellen”, jetzt müsse als nächster Schritt die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare folgen. weiterlesen
Palma. - “Der Junge mit der Mundharmonika” ist tot. Erst mit seinem Tod kommt ein Lied wieder ans Licht, in dem Bernd Clüver 1976 als erster deutscher Schlagersänger über ein schwules Paar gesungen hat - was ihn letztlich seine Karriere gekostet hat.
im oktober 1976 nimmt bernd clüver die Ballade “Mike und sein Freund” auf, die Geschichte von einem jungen mann, der den streitereien zwischen seinen eltern zuhause entflieht, “denn der Krieg den seine Eltern ‘Liebe’ nannten, der gefiel ihm nicht”. Seine Liebe findet er in der Stadt, es ist ein Mann. Doch das Glück dauert nur kurz, Mikes Vater findet alles heraus, schlägt ihnen ihre kleine Wohnung unterm Dach kurz und klein. das lied endet damit, dass sie gemeinsam einen abschiedsbrief schreiben: “Mama und Papa, verzeiht, weil mir doch keiner helfen kann. Denn der einzige Mensch der mich wirklich liebte, War ein Mann.” weiterlesen
Konstanz/Kreuzlingen. – Politische Forderungen an die Regierungen zweier Länder, eine grenzüberschreitende CSD-Parade und ein buntes Fest bei bestem Wetter: Kreuzlingen und Konstanz haben den CSD am Bodensee gefeiert. Nach Angaben der Veranstalter haben 5000 Menschen teilgenommen. Das sind rund 1500 mehr als beim ersten grenzüberschreitenden CSD vor zwei Jahren.
In den Grossstädten sind die CSD-Feiern inzwischen zu mehr oder weniger kommerziellen Grossveranstaltungen geworden. Am Bodensee bleibt der CSD seinen Ursprüngen treu: Organisisert von den zwei CSD-Vereinen in Konstanz und Kreuzlingen bleibt der CSD politisch, gefeiert wird freilich trotz trotzdem.
Rund anderhalb Stunden zieht die Parade von Kreuzlingen mit ihren zwei Musikwagen und zahlreichen Fussgruppen über die Grenze nach Konstanz, dort durch die Altstadt bis zur Marktstätte im Zentrum. weiterlesen
Konstanz/Kreuzlingen. - Zum weltweit einzigen grenzüberschreitenden CSD in Konstanz und Kreuzlingen werden rund 10.000 Teilnehmer erwartet. Der CSD am Bodensee steht am Samstag, 16. Juli, unter dem Motto “Trau’ Dich!”. Neben politischen Forderungen nach einer rechtlich Gleichstellung von Schwulen und Lesben haben die CSD-Vereine in Konstanz und Kreuzlingen ein buntes Programm auf die Beine gestellt. hör’ den radio-spot.
Der CSD-Tag startet um 11 Uhr mit der traditionellen Parade. Sie startet vom Bärenplatz in Kreuzlingen, führt über die Kreuzlingerstrasse, Scheffelstrasse und Bodanstrasse nach Konstanz. Dort führt die Demonstration über die Laube durch die historische Niederburg am Münster entlang durch die Fussgängerzone bis zum Fischmarkt. weiterlesen
Konstanz. - Der neue baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) würdigt das Motto “Trau’ Dich!” des CSD Konstanz-Kreuzlingen als Mahnung für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft.
Mit dem Motto “weisen die Organisatoren darauf hin, dass die eingetragenen Lebenspartnerschaften gegenüber Ehepaaren in Deutschland immer noch schlechter gestellt sind”, schreibt Kretschmann in seinem Grusswort für den CSD am See am 16. Juli. Dies führe vor Augen, “dass der Weg zu einer Gesellschaft ohne Vorurteile und Diskriminierungen sowie zu echter Gleichberechtigung noch lange nicht vollendet” sei. weiterlesen
Kreuzlingen/Konstanz. - Wenige Wochen vor dem einzigen grenzüberschreitenden CSD steht nun auch das Vorprogramm. Das Hauptereignis, der “CSD am See” geht am 16. Juli über die Bühne - Motto: “Trau dich!”
Das Vorprogramm startet am 9. Juli mit einem offenen Tauchevent der Tauchsportgruppe Octopussis in Sportclub Verschweisst e.V. Tags darauf führt ein Kaffeeplausch in das benachbarte Gottlieben. Dort talken die Gruppen FELS “Freunde & Eltern von Lesben und Schwulen” mit der Homosexuellen Organisation Thurgau “HOT”, den CSD-Organistoren sowie allen Interessierten. weiterlesen
Stuttgart. - Der Stuttgarter CSD gibt sich 2011 politisch. Mit dem Motto “GENERATION ZUKUNFT” wollen die Veranstalter vom 22. bis zum 30 Juli auf “die aktuell drängendsten Probleme von homosexuellen Mitbürgerinnen und Mitbürgern” aufmerksam machen.
Zwar seien große Themen, wie das Lebenspartnerschaftsgesetz und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ins Rollen gekommen, teilten die Veranstalter am Montag mit. Der Teufel stecke aber nach wie vor im Detail. Das Leben der homosexuellen Minderheit werde auch 2011 durch zahlreiche Diskriminierungen erschwert.
“Besonderen Wert gilt es dabei insbesondere auf die Generationen von morgen zu legen”, schreiben die Veranstalter. “Nur wenn wir heute in eine tolerante Gesellschaft investieren, werden wir in Zukunft von Menschen umgeben sein, für die die Akzeptanz von Minderheiten keine Herausforderung, sondern eine Selbstverständlichkeit ist”, umreisst CSD-Vorstand und Gesamtleiter Christoph Michl die Marschrichtung insbesondere für die große Polit-Parade am Samstag, den 30. Juli 2011. “Für diese Vision gilt es zu kämpfen.” weiterlesen
Konstanz. - Homosexuelle seien “krank”, “pervers” und trügen zum Schwund der Bevölkerung bei. Nachdem der “Südkurier” über diese Äusserungen des CDU-Mitglieds Werner Leicht aus Stetten am Bodensee berichtet hatte, brach überregional Empörung aus. Nun hat der Mann die CDU verlassen, wie die Konstanzer Zeitung berichtet.
Leicht hatte sich laut “Südkurier” Ende November am Rande der Jahreshauptversammlung des CDU-Ortsverbands Meersburg entsprechend geäussert. Der Ortsverband habe sich inzwischen von den Äusserungen Leichts distanziert. Auf der Versammlung ging es dem Bericht zufolge darum, dass die CDU sich dem Ansinnen des Koalitionspartners entgegenstellen sollte, die gleichgeschlechtliche Partnerschaft der Ehe rechtlich völlig gleichzustellen. weiterlesen
Berlin. – Wirkungsvoller Protest gegen musikalische Mordaufrufe gegen Schwule: Der homophobe Reggae-Sänger Sizzla tritt heute nicht wie geplant im Berliner “Kesselhaus” auf. Auch ein zunächst angekündigtes Ausweichquartier lehnte einen Auftritt ab: “Der Betreiber des Huxleys stellt dem Künstler die Räumlichkeiten für ein Konzert nicht zur Verfügung und distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt dieser Veranstaltung”, hiess es am Abend auf der Webseite der Berliner Location “Huxleys Neue Welt”.
Das “Kesselhaus” hatte angesichts des Protests verschiedener Gruppen und Politiker zunächst versucht, den Künstler zu einer klaren Positionierung gegen Homophobie und Gewalt gegen Lesben und Schwule zu bewegen, wie der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) heute mitteilte. Auch der LSVD habe versucht, Sizzla ein letztes Mal eine goldene Brücke zu bauen. weiterlesen
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