istanbul. - nach dem mord an der transsexuellen-aktivistin Ebru Soykan wächst die kritik an der menschenrechtslage in der türkei. Soykan war am Dienstag in istanbul von einem Mann erstochen worden. Sie hatte sich für die Rechte von Transsexuellen eingesetzt.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte laut “dpa” einen besseren Schutz von Homosexuellen in der Türkei. Es gebe ein Klima der Gewalt. Solange es kein Antidiskriminierungsgesetz zum Schutz von Homosexuellen gebe und die Polizei ihre Pflichten nicht ernst nehme, werde es weitere Morde geben, erklärte Human Rights Watch.
Ebru Soykan war Mitglied der homosexuellen- und transsexuellenorganisation Lambda Istanbul, deren Verbot erst Ende 2008 vom Obersten Gerichtshof in Ankara aufgehoben wurde. Erst im Juli 2008 war in Istanbul der Student Ahmet Yildiz erschossen worden. Auch er hatte sich bei Lambda Istanbul engagiert. Die türkischen Behörden hätten sich in beiden Mordfällen trotz wiederholter Morddrohungen nicht ausreichend um den Schutz von Ahmet Yildiz und Ebru Soykan gekümmert, kritisieren menschenrechtsgruppen. weiterlesen
vigo. - ein spanisches gericht hat einen mann vom vorwurf des mordes freigesprochen, weil er glaubhaft versichert hat, er sei durch seine “überwältigende angst” vor einem schwulen sexuellen übergriff in panik geraten und habe deshalb nicht umhin können, zwei schwule quasi in notwehr mit insgesamt 57 messerstichen zu töten. diese als “gay panic defence” bezeichnete verteidigungsstrategie, die vor allem aus den usa bekannt ist, ist auch unter juristen umstritten.
der 30 jahre alte Jacobo Piñeiro Rial hatte vor gericht zugegeben, im juli 2006 das schwule paar Isaac Ali Dani Peréz Triviño und Julio Anderson Luciano getötet zu haben. Piñeiro erklärte, er habe einen der beiden in einer bar kennengelernt und sei dann mit ihm in dessen haus gegangen. dort habe ihn einer der beiden mit einem messer bedroht um homosexuelle handlungen mit ihm zu erzwingen. die verteidigung machte für ihren mandanten geltend, er habe eine “unüberwindliche angst” davor gehabt, von dem schwulen paar vergewaltigt und anschliessend ermordet zu werden. Piñeiro erstach darauf beide. weiterlesen
die “x-box”-spielerin “teresa” hatte sich in ihrem profil unter anderem zu ihren sexuellen präferenzen geäussert. daraufhin wurde sie offenbar von anderen usern bedrängt und beleidigt, schliesslich wurde offensichtlich aufgrund der beschwerden anderer user ihr account von microsoft gesperrt. wie bereits in anderen fällen dieser art argumentiert microsoft unter verweis auf die nutzungsbedingungen der online-community, aussagen zur sexuellen orientierung seien in den profilen und den usernamen generell nicht gestattet. weiterlesen
st. gallen. - tuckenalarm.com hat jetzt ein eigenes forum. auf forum.tuckenalarm.com kannst du über die themen aus diesem magazin und über vieles andere mit anderen usern diskutieren. damit das ganze funktioniert, wäre es super, wenn du einfach mal reinschaust und vielleicht einen beitrag hinterlässt, wenn du magst. du kannst dich dort über politik, alltagsbeobachtungen- und probleme, coming-out, partnerschaft, die schwul-lesbische szene und vieles mehr austauschen.
da das forum neu ist, ist dort natürlich im moment noch nicht viel los, aber der erfolg des ganzen liegt unter anderem an dir. deine beiträge sind willkommen. (wfr) weiterlesen
rom. - Papst Benedikt XVI. wird den belgischen Pfarrer Damian de Veuster heilig sprechen. de Veuster gilt als Schutzpatron der Aids-Patienten und Leprakranken. wie die katholische nachrichtenagentur “kna” meldet, soll die Zeremonie am 11. Oktober auf dem petersplatz in rom stattfinden. Der Ordenspriester starb 1889 nach aufopferungsvollem Einsatz unter Aussätzigen auf Hawaii.
Der aus Belgien stammende, im jahr 1840 geborene Damian de Veuster arbeitete einige Jahre als Missionar auf Hawaii. Auf seine eigene Bitte hin liess er sich später auf die Insel Molokaʻi bringen, wo rund 600 Leprakranke von der Gesellschaft ausgestossen und ohne jegliche medizinische Betreuung lebten. Durch sein Engagement unter den Kranken erlangte Pater Damian grosse Bekanntheit.
schlussendlich infizierte er sich selbst mit der damals tödlichen Krankheit. 1885 wurde sie offiziell diagnostiziert, vier Jahre später starb Pater Damian. Sein Leichnam wurde 1936 nach Belgien überführt und in einem Grabgewölbe des Klosters in Löwen beigesetzt, das heute zu einer Stätte der Verehrung geworden ist. Am 4. Juni 1995 wurde Pater Damian von papst Johannes Paul II. selig gesprochen. weiterlesen
Buenos Aires. - Argentinien will den britischen Holocaust-Leugner Richard Williamson der erzkonservativen und homophoben pius-bruderschaft des landes verweisen. wie die nachrichtenagentur “reuters” meldet, hat williamson zehn Tage zeit, das Land zu verlassen. ansonsten droht ihm die ausweisung. Der Brite hatte lange Zeit ein Priesterseminar im argentinischen La Reja bei Buenos Aires geleitet, allerdings entzog ihm die Pius-Bruderschaft unlängst diesen Posten.
Die Äusserungen Williamsons seien antisemitisch und verletzten die Gefühle der argentinischen Gesellschaft schwer, hiess es in einer Erklärung des argentinischen Innenministeriums. Dadurch habe er “die Argentinier, das jüdische Volk und die ganze Menschheit” beleidigt. Außerdem gebe es “Unregelmäßigkeiten” in seinen Aufenthaltspapieren. weiterlesen
Rom. - die katholische kirche prüft erneut ihre abgründe. papst benedikt xvi rückt die glaubensgemeinschaft weiter nach rechts. der holocaust-leugner Bischof Richard williamson, dessen exkommunikation papst benedikt xvi pünklich zum holocaust-gedenktag gerade aufgehoben hatte und gegen den in Deutschland wegen Holocaust-Leugnung ermittelt wird, hat den Papst nun zwar um Entschuldigung gebeten - allerdings ohne inhaltlich von seinen Aussagen abzurücken, die weltweit Empörung hervorgerufen hatten. In einem am Freitag veröffentlichten Schreiben unterstrich der Brite, er bedauere zutiefst “das Leid”, das er mit seiner “unnötigen” Äußerung dem Heiligen Vater verursacht habe.
“Angesichts des schrecklichen Sturms, der durch meine unvorsichtigen Kommentare im schwedischen Fernsehen heraufbeschworen wurde, bitte ich Sie mit allem Respekt, den Ausdruck meines tief empfundenen Schmerzes wegen der von mir ausgelösten unnötigen Verunsicherungen und Probleme zu akzeptieren”, so ein Schreiben, das an den kolumbianischen Kurienkardinal Dario Castrillon Hoyos gerichtet ist und vom argentinischen Internetportal “Panorama Católico Internacional” verbreitet wird. weiterlesen
Dublin. – Die katholische Kirche in Irland wettert gegen die geplante Einführung von Eingetragenen Partnerschaften im Land. Als Grund schiebt sie die Kinder vor.
Kardinal Seán Brady, Vorsitzender der irischen Bischofskonferenz, erklärte laut queer.de auf einer kirchlichen Veranstaltung, die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen verstiesse gegen die Verfassung, schwule und lesbische Paare seien nicht im “öffentlichen Interesse” und Kinder, die in solchen nicht traditionellen Familien aufwüchsen, würden eher arbeitslos, kriminell und drogenabhängig.
“Diejenigen, die auf die Verfassung, die moralische Unversehrtheit und das Wort Gottes wert legen – ebenso wie auf den kostbaren menschlichen Wert einer Ehe zwischen einem Mann und einer Frau als Grundlage der Gesellschaft – müssen alle rechtlichen und demokratischen Wege nutzen, um das geplante Gesetz zu stoppen”, forderte Brady dem Bericht zufolge. weiterlesen
Washington. - der neue us-präsident barack obama hat im wahlkampf viel von “wandel” (”change”) gesprochen. in seiner siegesrede hat er damit schon angefangen. Während drei us-staaten zeitgleich mit der präsidentenwahl am Dienstag Ortszeit die homo-ehe ablehnten, schloss obama schwule und lesben bei seinem ersten auftritt ausdrücklich ein, als er den “amerikanischen traum” (”american dream”) und die einheit der vereinigten staaten beschwor.
Seine Wahl, sagte er unter frenetischem jubel seiner anhänger, sei “die Antwort, die von Jungen und Alten gegeben wird, von Reichen und Armen, Demokraten und Republikanern, Schwarzen, Weißen, Hispanics, Asiaten, Indianern, Schwulen und Heterosexuellen, Behinderten und Nichtbehinderten. Von Amerikanern, die der Welt eine Botschaft geschickt haben, dass wir keineswegs nur eine Ansammlung von Einzelmenschen oder eine Kollektion von roten und blauen Staaten sind. Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika und werden das immer sein.“
dreimal nein zur homo-ehe
amerikanische lesben und schwule mussten in der wahlnacht allerdings auch eine bittere pille schlucken: in vier bundesstaaten gab es bei abstimmungen einen dämpfer für akzeptanz, respekt und gleichberechtigung.
In Florida und Arizona lehnten die wähler die homo-ehe in einem volksentscheid ab. in arkansas entschieden sich die bürger gegen ein Adoptionsrecht für Schwule und Lesben. im als besonders liberal geltende Kalifornien, wo schwule und lesben der weg zur ehe nach einem gerichtsentscheid im sommer bereits offen stand, stimmten die Bürger für einen Verfassungszusatz, der die Ehe ausschliesslich als Institution zwischen Mann und Frau definiert. weiterlesen
Oak Brook. - die us-schnellrestaurantkette mcdonalds wird künftig keine schwul-lesbischen aktibitäten und kampagnen mehr unterstützten. wie das online-magazin “queer.de” berichtet, hat sich der konzern dem druck homophober Christen in den USA gebeugt: Nach einem mehrmonatigen Boykott durch die konservative “American Family Association” (AFA) habe das unternehmen angekündigt, sich künftig nicht mehr für die Homo-Ehe stark zu machen.
Die AFA kämpft schon länger gegen das engagement von mcdonald’s. Unter anderem hatte die konservative organisation die Unterstützung des CSDs in San Francisco durch McDonald’s kritisiert. nun habe Vizepräsident Richard Ellis bereits seinen Sitz im Vorstand der Homo-Handelskammer aufgegeben und den austritt von mcdonald’s aus der organisation angekündigt, hiess es weiter. weiterlesen
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