Paris. - Die französischen Bischöfe bekräftigen ihr klares “Nein” zur Ehe für Homosexuelle. Und sie warnen die zornigen Katholiken vor Gewaltausbrüchen. Gleichzeitig gießen sie weiter Öl ins Feuer: Die Legalisierung der “Homo-Ehe”, lassen sie ihren Sekretär Bernard Podvin per Radio Vatikan am Mittwoch erklären, zeige, dass die französische Gesellschaft eine “schwere moralische Krise” durchmache.
Die Regierung müsse die Legalisierung der Ehe abblasen, verlangt Podvin ungeachtet der politischen und parlamentarischen Mehrheiten. Der soziale Zusammenhalt in Frankreich sei “zerbrechlich” und “in einer so fragilen Lage sollte man nicht so tiefgehende Reformen durchführen!“ mehr…
Madrid. - Die katholische Kirche in Spanien will die Zeit zurückdrehen: Die Bischöfe fordern die konservative Regierung in Madrid auf, Schwulen und Lesben das Recht auf Eheschliessung wieder abzuerkennen. Die Ehe für Homosexuelle sei “kirchenfeindlich”, erklärt der Vorsitzende der spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Antonio Maria Rouco.
Der Kardinal zeigte sich zum Auftakt der spanischen Bischofsvollversammlung am Montag verwundert, dass die Regierung von Mariano Rajoy ihre Wahlversprechen auch knapp anderthalb Jahre nach ihrem Wahlsieg noch nicht einmal ansatzweise umgesetzt habe. Dies sei nun “dringend nötig”. mehr…
Buenos Aires. - Die katholische Kirche in Argentinien hat einen Priester entlassen, weil er sich für die Ehe unter Schwulen und Lesben eingesetzt hat. Die Erzdiözese Cordoba gab die Entlassung von José Nicolás Alessio am Freitag (Ortszeit) bekannt. Alessio war mehr als 30 Jahre im Dienst der Kirche.
Der 55-Jährige Landsmann von Papst Franziskus hatte 2010 an einer Demonstration von schwul-lesbischen Aktivisten teilgenommen. Dabei hatte er öffentlich Kritik an der katholischen Kirche geübt. Seither war er bereits vom Dienst suspendiert. mehr…
Rom. - Kinder sollen lieber in ein gutes Heim, statt bei schwulen oder lesbischen Adoptiveltern aufzuwachsen, denn dort könnte es “Schaden” nehmen. Frauen sollen sich auf ihre Mutterrolle und das “Geschenk der Zärtlichkeit” konzentrieren, statt sich zu “Machos in Röcken” zu emanzipieren. Thesen wie diese verbreitet Papst Franziskus in dem Buch “Über Himmel und Erde“, das demnächst auf deutsch erscheint.
Der Riemann-Verlag feiert den Gesprächsband im Untertitel als “Das persönliche Credo des neuen Papstes.” Das zunächst auf spanisch erschienene Buch entstand vor drei Jahren aus Gesprächen zwischen Jorge Bergoglio, damals Erzbischof vom Buenos Aires, und dem Rabbiner Abraham Skorka. Seit Bergoglios Wahl zum Papst arbeiten die Übersetzer in aller Welt daran. Am 9. Mai erscheint das Buch auch auf deutsch. mehr…
Chur. - Ein kleines Schweizer Bergdorf steht auf gegen das ultrakatholische Internetportal “Gloria.tv”. Dass das Portal liberale deutsche Bischöfe mit Hakenkreuzen verunglimpft, bringt die Sedruner in Rage. Denn einer der Gründer von “Gloria.tv” ist ihr Pfarrer. Er soll auch für “kreuz.net” geschrieben haben. In Sedrun ist er jetzt eine persona non grata.
Gemeindepräsident Pancranzi Berther bringt die Stimmung im Dorf so auf den Punkt: “Wir wollen kein Nest von Extremisten sein.” Der Druck des Dorfs zeigt inzwischen Wirkung. Die Kirchgemeinde und das Bistum Chur reagieren: Reto Nay muss seinen Hut nehmen. Für Nay ist unterdessen klar: Er ist Opfer einer Hexenjagd von “homosexuellen Aktivisten”. mehr…
Rom. – Der neue Papst heisst Jorge Mario Bergoglio. Der erste Papst aus Südamerika nennt sich “Franziskus I.” Es ist der Mann, der als Erzbischof vom Buenos Aires 2010 einen “Krieg Gottes” gegen die “Homo-Ehe” in seiner Heimat Argentinien gefordert hat.
Trotz seines Protests dürfen Argentinier, die schwul oder lesbisch sind, heute heiraten. Der erste Jesuit im Papstamt nennt die Öffnung der Ehe für Homosexuelle einen “Schachzug des Teufels”. Damit liegt Bergoglio ideologisch, wenn auch nicht in der Wortwahl, auf einer Linie mit seinem Vorgänger Joseph Ratzinger. mehr…
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