Berlin. - Zur Halbzeit des Besuchs von Papst Benedikt XVI. zieht die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. eine positive Bilanz ihrer Aktivitäten. “Wir haben uns gegen die Sexualmoral des Papstes ausgesprochen und den ernsthaften Dialog in der katholischen Kirche gefordert, und genau darin fühlen wir uns bestätigt”, sagt Markus Gutfleisch von der HuK. Kritik übt die HUK am Schweigen des Papstes zu wichtigen Fragen.
Wenn sich das katholische Kirchenoberhaupt zu den Grund- und Menschenrechten bekenne, müsse es diese auch innerhalb der Kirche achten. Zwar sei es utopisch, zu erwarten, dass der papst bei seinem Deutschlandbesuch eine Veränderung in Sachen Ökumene, Zölibat, Gleichberechtigung von Frauen, Wiederverheirateten oder Schwulen und Lesben bekanntgebe. Sein Schweigen sei allerdings unerfreulich: “Dieser Theologe, der viel Sinn für Symbole hat, schafft es eben nur, einen kleinen Teil der Katholiken anzusprechen”, sagt Gutfleisch. weiterlesen
Zürich. - Die Schweiz hat eine neue Coming-Out-Plattform im Internet. Auf “Du-bist-du.ch“ können junge Männer sich mit anderen jungen Männern über Coming-Out-Fragen austauschen. Lanciert hat die Seite die Aids-Hilfe Schweiz zusammen mit dem Checkpoint Zürich.
Ein Beraterteam von schwulen und bisexuellen Männern im Alter von 19 bis 24 Jahren aus der ganzen Deutschschweiz steht ab sofort für die Fragen von Gleichaltrigen zur Verfügung. Unterstützt und ausgebildet wird das junge Team von Beratungsfachleuten. Die Fragen können anonym und online gestellt werden. weiterlesen
Berlin. - Die eingetragene Partnerschaft für Schwule und Lesben feiert in Deutschland am 1. august 2011 ihren zehnten Geburtstag. Zum Jahrestag der Einführung der “Homo-Ehe” werden die Forderungen nach einer völligen Gleichstellung der Gay-Partnerschaft mit der Ehe lauter, auch aus den Reihen der Bundespolitik.
“Zehn Jahre nach Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft ist die Zeit reif für die Öffnung der Ehe”, sagt Manfred Bruns, der Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD). Die Lebenspartnerschaft sei “ein Meilenstein auf dem Weg zur Anerkennung und Gleichstellung von Homosexuellen”, jetzt müsse als nächster Schritt die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare folgen. weiterlesen
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der deutsche schlagersänger bernd clüver ist der erste gewesen, der sich getraut hat, über ein schwules paar zu singen. 1976 ist die single “mike und sein freund” erschienen. bernd clüver ist vor wenigen tagen gestorben. mehr dazu hier.
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Palma. - “Der Junge mit der Mundharmonika” ist tot. Erst mit seinem Tod kommt ein Lied wieder ans Licht, in dem Bernd Clüver 1976 als erster deutscher Schlagersänger über ein schwules Paar gesungen hat - was ihn letztlich seine Karriere gekostet hat.
im oktober 1976 nimmt bernd clüver die Ballade “Mike und sein Freund” auf, die Geschichte von einem jungen mann, der den streitereien zwischen seinen eltern zuhause entflieht, “denn der Krieg den seine Eltern ‘Liebe’ nannten, der gefiel ihm nicht”. Seine Liebe findet er in der Stadt, es ist ein Mann. Doch das Glück dauert nur kurz, Mikes Vater findet alles heraus, schlägt ihnen ihre kleine Wohnung unterm Dach kurz und klein. das lied endet damit, dass sie gemeinsam einen abschiedsbrief schreiben: “Mama und Papa, verzeiht, weil mir doch keiner helfen kann. Denn der einzige Mensch der mich wirklich liebte, War ein Mann.” weiterlesen
Konstanz/Kreuzlingen. – Politische Forderungen an die Regierungen zweier Länder, eine grenzüberschreitende CSD-Parade und ein buntes Fest bei bestem Wetter: Kreuzlingen und Konstanz haben den CSD am Bodensee gefeiert. Nach Angaben der Veranstalter haben 5000 Menschen teilgenommen. Das sind rund 1500 mehr als beim ersten grenzüberschreitenden CSD vor zwei Jahren.
In den Grossstädten sind die CSD-Feiern inzwischen zu mehr oder weniger kommerziellen Grossveranstaltungen geworden. Am Bodensee bleibt der CSD seinen Ursprüngen treu: Organisisert von den zwei CSD-Vereinen in Konstanz und Kreuzlingen bleibt der CSD politisch, gefeiert wird freilich trotz trotzdem.
Rund anderhalb Stunden zieht die Parade von Kreuzlingen mit ihren zwei Musikwagen und zahlreichen Fussgruppen über die Grenze nach Konstanz, dort durch die Altstadt bis zur Marktstätte im Zentrum. weiterlesen
Vaduz. - Die Liechtensteiner haben sich in einer Volksabstimmung klar für die eingetragene Partnerschaft für Schwule und Lesben ausgesprochen. Mehr als zwei Drittel der Stimmberechtigten votierten dafür. Das Ergebnis ist eine deutliche Niederlage für die katholisch-konservativen Kreise, die die Homo-Ehe in Liechtenstein bekämpft haben, selbst nachdem sich der Landtag im Frühjahr einstimmig für das Partnerschaftsgesetz ausgesprochen hatte.
Grosse Freude am Sonntag Nachmittag bei der Liechtensteiner Schwulen- und Lesebeninitiative “Flay“, als die Ergebnisse bekannt werden: “Das Resultat zeigt ganz klar, dass sich das Stimmvolk nicht alles aufdrücken lässt und sich vor allem nicht von Scheinargumenten leiten lässt», sagte “Flay”-Präsident Daniel Seger der Online-Ausgabe des “Liechtensteiner Vaterlands”. Nach amtlichen Angaben votierten 66,8 Prozent der Stimmbürger für das Partnerschaftsgesetz. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent. weiterlesen
Konstanz/Kreuzlingen. - Zum weltweit einzigen grenzüberschreitenden CSD in Konstanz und Kreuzlingen werden rund 10.000 Teilnehmer erwartet. Der CSD am Bodensee steht am Samstag, 16. Juli, unter dem Motto “Trau’ Dich!”. Neben politischen Forderungen nach einer rechtlich Gleichstellung von Schwulen und Lesben haben die CSD-Vereine in Konstanz und Kreuzlingen ein buntes Programm auf die Beine gestellt. hör’ den radio-spot.
Der CSD-Tag startet um 11 Uhr mit der traditionellen Parade. Sie startet vom Bärenplatz in Kreuzlingen, führt über die Kreuzlingerstrasse, Scheffelstrasse und Bodanstrasse nach Konstanz. Dort führt die Demonstration über die Laube durch die historische Niederburg am Münster entlang durch die Fussgängerzone bis zum Fischmarkt. weiterlesen
Konstanz. - Der neue baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) würdigt das Motto “Trau’ Dich!” des CSD Konstanz-Kreuzlingen als Mahnung für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft.
Mit dem Motto “weisen die Organisatoren darauf hin, dass die eingetragenen Lebenspartnerschaften gegenüber Ehepaaren in Deutschland immer noch schlechter gestellt sind”, schreibt Kretschmann in seinem Grusswort für den CSD am See am 16. Juli. Dies führe vor Augen, “dass der Weg zu einer Gesellschaft ohne Vorurteile und Diskriminierungen sowie zu echter Gleichberechtigung noch lange nicht vollendet” sei. weiterlesen
Genf. - Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) hat sich zu einer historischen Erklärung durchgerungen: Gegen den Widerstand vor allem von arabischen und afrikanischen Staaten hat der Rat ein Resolution verabschiedet, die gleiche Rechte für alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung verlangt. Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) spricht von einem “Durchbruch”.
Die Entscheidung fiel knapp aus: Für die von Südafrika eingebrachte Resolution stimmten 23 Länder, 19 stimmten dagegen, drei Länder enthielten sich.
In der Resolution heisst es wörtlich: “Alle Menschen sind frei und gleich in ihrer Würde und ihren Rechten geboren und müssen ohne Unterschied in den Genuss aller Rechte und Freiheiten kommen, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgelegt sind.” Zugleich fordert der Menschenrechtsrat eine Untersuchung zu diskriminierenden Gesetzen und zur Gewalt gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. weiterlesen
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